Was macht eigentlich Ex-Hertha-Star Solomon Okoronkwo?

Berlin - "Jetzt geht's los", "Jetzt geht's los" -  wenn Solomon Okoronkwo sich zur Einwechslung bereit machte, ging ein Ruck durch das Berliner Olympiastadion. Mit seiner ungestümten Spielweise eroberte der Nigerianer die Herzen der Zuschauer, hatte gar einen eigenen Fangesang. 

Solomon Okoronkwo kommt für Hertha BSC auf 39 Bundesligaspiele-
Solomon Okoronkwo kommt für Hertha BSC auf 39 Bundesligaspiele-  © Imago Images / Contrast

Schnell sprach Herthas damaliger Manager Dieter Hoeneß von einem Juwel. Den endgültigen Durchbruch schaffte der Stürmer aber nicht.

Weil es die FIFA-Regularien verboten hatten, durfte der damals 17-Jährige als Nicht-EU-Ausländer ein ganzes Jahr lang nur mit Marcelinho, Bastürk und Co. mittrainieren. Im Sommer 2005 folgte schließlich sein Debüt in der Bundesliga - unter Falko Götz. Die Wege sollten sich im Verlaufe seiner Karriere noch öfter kreuzen. 

Zwei Jahre später erzielte der Angreifer sein erstes Bundesligator. Hertha-Fans dürften sich vor allem noch an den Treffer gegen Borussia Dortmund erinnern, als Okoronkwo erst Christian Wörns alt aussehen ließ und dann auch noch Roman Weidenfeller vernaschte.

Es sollte nur noch ein weiterer folgen. Nach 39 Bundesligaspielen, zumeist als Joker, und insgesamt vier Toren war das Kapitel Hertha BSC beendet. Die Konkurrenz war mit Marko Pantelic, Christian Gimenez und Raffael zu groß. Auch Lukas Piszczek wurde erst später von Lucien Favre zu einem der besten Rechtsverteidiger der Liga geschult.

"Ich habe unter Favre immer weniger Einsätze bekommen", erzählte Okoronkwo der Berliner Zeitung, "aber der Wechsel nach Russland war wohl mein größter Fehler überhaupt."

Okoronkwo spielt mittlerweile in der Regionalliga

Der damalige Hertha-Trainer Lucien Favre im Gespräch mit Pal Dardai.
Der damalige Hertha-Trainer Lucien Favre im Gespräch mit Pal Dardai.  © Wolfgang Kumm/dpa

Es begann eine unglaubliche Odyssee. Hertha verkaufte sein Sturmjuwel 2008 für etwa 1.4 Millionen zu Saturn Ramenskoje. Lange hielt es der Nigerianer in Moskau allerdings nicht aus. Über Aalesund (Norwegen) landete der ehemalige Hertha-Profi bei Pecsi Mecsek FC in Ungarn. 

"Ein Riesentalent. Der hätte eine viel größere Karriere machen können", sagte sein Coach und Förderer Falko Götz der Zeitung. Unter anderem stehen 39 Bundesliga-Spiele für Hertha BSC, 56 Zweitliga-Partien, drei Länderspiele und eine Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2008 in seiner Vita. 

Im Finale unterlag Nigeria nur knapp Argentinien (1:0). Es war für Okoronkwo bereits das zweite Aufeinandertreffen mit Lionel Messi. 

Falko Götz war es wiederum, der ihn 2013 zurück nach Deutschland holte - erst zum FC Erzgebirge Aue und später nach Saarbrücken. Eine Tormaschine wurde der Mittelstürmer allerdings weder in Aue (3 Tore), Sandhausen (-), Saarbrücken (6), Neustrelitz (3) oder beim BFC Dynamo (3) nicht.

Doch ein Karrieende des einstigen Hertha-Angreifers ist derzeit noch nicht in Sicht. Mit nun 33 Jahren geht der Vollblutstürmer weiterhin auf Torjegad - beim HSC Hannover. Es ist sein mittlerweile zwölfter Verein!

Der Regionalligist hat den ehemaligen Bundesliga-Profi erst im  Winter verpflichten können. Die Niedersachsen sind Tabellenletzter und können die Erfahrung von Okoronkwo im Abstiegskampf gut gebrauchen.    

Titelfoto: Imago Images / Contrast

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