Hertha BSC: Sorgenkinder werden zu Hoffnungsträgern im Abstiegskampf!

Berlin - Ist das der erhoffte Befreiungsschlag im Abstiegskampf? Pünktlich vor dem Stadtderby gegen den 1. FC Union Berlin meldet sich Hertha BSC mit einem auch in der Höhe verdienten 3:0 über Bayer 04 Leverkusen zurück. Die Blau-Weißen können nun mit breiter Brust nach Köpenick an die Alte Försterei fahren.

Deyovaisio Zeefuik (2.v.r) bejubelt mit Dodi Lukebakio (oben) und Lucas Tousart sein erstes Bundesligator.
Deyovaisio Zeefuik (2.v.r) bejubelt mit Dodi Lukebakio (oben) und Lucas Tousart sein erstes Bundesligator.  © Annegret Hilse/Reuters/POOL/dpa

Pal Dardai (45) hat es geschafft, der Mannschaft Struktur zu verleihen. Wurden die teuren Hertha-Profis noch als Söldner verschrien, ist wieder ein Team auf dem Platz erkennbar. Bei Borussia Dortmund (0:2) noch ohne einen einzigen Torschuss, klappte gegen Leverkusen fast alles - auch weil die Sorgenkinder plötzlich funktionieren.

Deyovaisio Zeefuik

Sein Traumtor zum 1:0 ebnete den Weg zum wichtigen Heimdreier. Seit Wochen trumpft Deyovaisio Zeefuik (23) als Schienenspieler auf der rechten Seite auf. Dabei spielte der 23-Jährige unter Dardai zunächst überhaupt keine Rolle.

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"Ich habe ihm am Anfang gesagt: 'Ich kenn‘ dich nicht, aber was ich gesehen habe, war nicht okay. Da war zu viel Hektik in deinem Spiel. Du musst mir Zeit geben mit dir'", erklärte Dardai. Die Zeit hat der niederländische U21-Nationalspieler, der in den ersten vier Spielen unter dem neuen und alten Hertha-Coach nicht einmal im Kader stand, genutzt.

Zeefuik hat sich auf der rechten Außenbahn fest gespielt. "Für dieses System, das wir gerade spielen, ist er ein Top-Spieler auf der Außenbahn. Defensiv, offensiv, Anlaufverhalten, sein Kopfballspiel, wenn wir lang eröffnen wollen - er ist ein perfekter Spieler dafür."

Dodi Lukebakio wird zum Matchwinner

Matheus Cunha beendete mit seinem 2:0 gegen Bayer Leverkusen seine Torflaute von über 1000 Minuten.
Matheus Cunha beendete mit seinem 2:0 gegen Bayer Leverkusen seine Torflaute von über 1000 Minuten.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/POOL/dpa

Dodi Lukebakio

Mit seiner Lockerheit und unnötigen Dribblings trieb Dodi Lukebakio (23) schon so manchen Hertha-Fan zur Verzweiflung. Für 20 Millionen Euro vom FC Watford gekommen, blieb der Belgier auch in seinem zweiten Jahr oft hinter den Erwartungen. Gegen Leverkusen trumpfte der 23-Jährige aber groß auf, war an allen drei Treffern beteiligt.

Das 1:0 und 2:0 bereitete er direkt vor und auch beim letzten Treffer hatte der schnelle Flügelspieler großen Anteil. Sein Schnittstellenpass auf Zeefuik hebelte die komplette Gäste-Abwehr auseinander. "Wenn er so spielt, kann man Dodi richtig lieben", lobte Dardai seinen Schützling.

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Matheus Cunha

Er ist der Unterschiedsspieler der Alten Dame! Die Kreativität, Explosivität und Torgefährlichkeit von Matheus Cunha (21) hätte der Hauptstadt-Klub schon in Dortmund gut gebrauchen können. Nach seiner Muskelverletzung meldete sich Cunha wieder zurück - und wie!

Herthas Rekordspieler Lucas Tousart wird immer besser

Lucas Tousart (l.) im Zweikampf mit Hoffenheims Munas Dabbur. Der Franzose kommt immer besser in Tritt.
Lucas Tousart (l.) im Zweikampf mit Hoffenheims Munas Dabbur. Der Franzose kommt immer besser in Tritt.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB

Gegen Leverkusen war der Brasilianer erneut einer der auffälligsten Spieler. Mit seinem Treffer zum 2:0 ist der Ex-Leipziger weiterhin nicht nur Herthas Topscorer (sieben Tore, fünf Vorlagen), sondern beendete zudem seine Torflaute von über 1000 Minuten. "Er ist unser Genie!", so der Hertha-Coach.

Lucas Tousart

Nach Start-Schwierigkeiten sieht man immer mehr, warum Hertha BSC 25 Millionen Euro für Lucas Tousart (23) an Olympique Lyon überwiesen hat. Der 23-Jährige scheint endlich angekommen zu sein und bestätigte seine bestechende Form. Seine Balleroberungen ermöglichten überhaupt erst die Tore.

Beim 2:0 schaltete Herthas Rekordtransfer sofort um und schickte Lukebakio auf Reisen. Auch vor dem 3:0 gewann Tousart einen wichtigen Zweikampf.

"Er kämpft wie ein Löwe für die Mannschaft. Einfach ein toller Junge", ist auch Dardai mit der Entwicklung des Franzosen zufrieden. In dieser Form wird der Abräumer immer mehr zum Führungsspieler.

Titelfoto: Annegret Hilse/Reuters/POOL/dpa, Soeren Stache/dpa-Zentralbild/Pool/dpa

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