Offiziell: Hertha BSC trennt sich von Bruno Labbadia und Michael Preetz!

Berlin - Beben in der Hauptstadt! Hertha BSC hat nach nur 18 Spielen die Reißleine gezogen und sich von Bruno Labbadia (54) getrennt. Neben dem Trainer muss auch Manager Michael Preetz (53) gehen!

Bruno Labbadia ist nicht mehr Trainer von Hertha BSC.
Bruno Labbadia ist nicht mehr Trainer von Hertha BSC.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/POOL/dpa

Das gab der Verein am Sonntag bekannt. "Bruno Labbadia hat mit seinem Trainerteam Woche für Woche viel Arbeit in die Entwicklung der Mannschaft investiert. Dafür gebührt ihm großer Dank. Letztlich müssen wir aber festhalten, dass wir mit 17 Punkten nach 18 Spielen in einer sehr ernsten Situation stecken", so Hertha-CEO Carsten Schmidt.

Ein Nachfolger solle in den kommenden Tagen geklärt werden. Als Favorit gilt Pal Dardai (44). Der Ungar, der die Berliner viereinhalb Jahre bis zum Sommer 2019 trainierte, kennt den Abstiegskampf. Schon im Frühjahr 2015 wurde er zum Nachfolger von Jos Luhukay (57) und führte Hertha zum Klassenerhalt.

Labbadia hatte die Alte Dame erst während der Corona-Pause im April übernommen und souverän zum Klassenerhalt geführt, konnte die Mannschaft aber nicht entscheidend weiterentwickeln. Trotz Transferausgaben von über 100 Millionen Euro stecken die Berliner wieder da, wo sie bereits vor einem Jahr standen: knietief im Abstiegskampf.

Angesichts der sportlichen Talfahrt mit nur 17 Punkten aus 18 Spielen und zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz ist in Berlin niemand von der Trennung überrascht. Die Heim-Klatsche gegen den SV Werder Bremen (1:4) war eine Niederlage zu viel.

Die "Bild"-Zeitung hatte das Aus noch am Samstagabend, nicht mal eine Stunde nach Abpfiff verkündet. "Es fehlen die Argumente weil wir einfach zu wenig Ergebnisse liefern, da stehe ich in der Verantwortung", sagte Labbadia im ZDF-Sportstudio. Er sei "nicht ratlos, aber geschockt".

Für Michael Preetz endet eine Ära bei Hertha BSC

Für Michael Preetz (r., 53) endet eine Ära.
Für Michael Preetz (r., 53) endet eine Ära.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Nach gerade mal neun Monaten endet nun die Zeit des 54-Jährigen in Berlin und mit ihm auch die von Michael Preetz. Der Manager geriet immer mehr ins Zentrum der Kritik. Schon vor dem Spiel hatten rund 250 Hertha-Fans vor dem Olympiastadion protestiert und die Entlassung/Rücktritt des langjährigen Managers gefordert.

Der Hauptvorwurf: Er hat trotz der Windhorst-Millionen keinen vernünftigen Kader zusammengestellt. Hertha hat zwar tolle Einzelkünstler, aber keine Mannschaft. Unter seiner Führung stieg Hertha zweimal ab, aber auch sofort wieder auf. Allein in seinen zwölf Jahren als Manager waren insgesamt 14 Trainer (inklusive Interimstrainer tätig).

Mit dem Aus von Preetz endet eine Berliner Fußball-Ära. Ein Vierteljahrhundert ist der gebürtige Düsseldorfer im Verein. Nach seiner Zeit als Spieler war er zunächst Assistent von Dieter Hoeneß (68). 2009 übernahm er dessen Posten als Manager. Über Mittelmaß kam die Hertha unter seiner Führung dauerhaft nie hinaus.

"Hertha BSC hat Michael Preetz viel zu verdanken. Er ist seit fast 25 Jahren eng mit unserem Verein verbunden, zunächst als Spieler und nunmehr seit fast zwölf Jahren auf der Position des Verantwortlichen im sportlichen Bereich", bedankt sich Präsident Werner Gegenbauer (70) in der Vereinsmitteilung.

"Michael Preetz hat den Verein in diesen Jahren sportlich in der Bundesliga etabliert, aber mit Blick auf die Entwicklung in der vergangenen wie der aktuellen Spielzeit sind wir zu dem Entschluss gekommen, diese Position für die Zukunft neu zu besetzen. Dennoch möchte ich mich ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit mit Michael Preetz über die vielen Jahre bedanken."

Sportdirektor Arne Friedrich (41) wird demnach bis Saisonende für die Kaderplanung verantwortlich sein.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/POOL/dpa

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