Hertha BSC kommt trotz Überzahl nicht über bitteres Remis gegen Gladbach hinaus!

Berlin - Ein Punkt, der zu wenig ist! Hertha BSC kam am 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach trotz über 75 Minuten in Überzahl nicht über ein 2:2 (1:2) hinaus. Die Berliner sind zwar nun seit drei Spielen ungeschlagen, verpassten im Abstiegskampf aber den erhofften Befreiungsschlag.

Herthas Santiago Ascacibar (r.) jubelt mit Matheus Cunha (l.) und Matteo Guendouzi (2.v.l.) über seinen zwischenzeitlichen Führungstreffer zum 1:0.
Herthas Santiago Ascacibar (r.) jubelt mit Matheus Cunha (l.) und Matteo Guendouzi (2.v.l.) über seinen zwischenzeitlichen Führungstreffer zum 1:0.  © Tobias Schwarz/AFP POOL/dpa

Santiago Ascacibar hatte Hertha im leeren Olympiastadion in Führung gebracht (23. Minute). Alassane Plea glich zum 1:1 aus (27.), ehe Lars Stindl die Partie per Elfmeter drehen konnte (2:1/38.). Jhon Cordoba erzielte kurz nach der Pause den 2:2-Ausgleich (51.).

Zudem sah Yann Sommer schon früh wegen einer Notbremse die Rote Karte (12.).

Hertha-Trainer Pal Dardai veränderte seine Startelf nach dem 1:1 im Stadtderby gegen den 1. FC Union Berlin auf zwei Positionen. Jordan Torunarigha (Bank) und der gelbgesperrte Lucas Tousart wurden durch Marton Dardai und Ascacibar ersetzt.

Noch Gladbach-Coach Marco Rose nahm nach dem Sieg gegen den SC Freiburg (2:1) ebenfalls zwei Veränderungen vor. Denis Zakaria und Ramy Bensebaini spielten von Anfang an.

Von Beginn an war beiden Mannschaften anzumerken, dass sie hier gewinnen wollten. Matheus Cunhas erste Torannäherung war für Sommer aber kein Problem. Vier Minuten später stand der Keeper erneut im Mittelpunkt des Geschehens. Nach einem langen Ball auf Jhon Corodoba sprintete Sommer aus dem Kasten, der Kolumbianer spitzelte den Ball vorbei, kam nach einer leichten Berührung aber kurz vorm Strafraum zu Fall.

Schiedsrichter Patrick Ittrich schickte den Schweizer wegen einer Notbremse mit Rot vom Feld. Über 75 Minuten lang mussten die Gäste fortan in Unterzahl spielen. Doppelt bitter: Nur kurz zuvor wollten die Fohlen einen Elfmeter haben, Ittrich wertete den Zweikampf aber als Stürmerfoul.

Die Startelf von Hertha BSC

Die Anfangsformation von Borussia Mönchengladbach

Hertha BSC geht durch Santiago Ascacibar in Führung, Gladbach dreht durch Lars Stindl die Partie

Schiedsrichter Patrick Ittrich (r.) stellt Yann Sommer mit Rot vom Platz.
Schiedsrichter Patrick Ittrich (r.) stellt Yann Sommer mit Rot vom Platz.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild POOL/dpa

Hertha nutzte die Überzahl aus und machte nun ordentlich Dampf. Ascacibar belohnte den beherzten Auftritt mit seinem ersten Bundesligator. Der Argentinier jagte den Ball per Distanzschuss in die Maschen - 1:0 (23.)

Und die Gastgeber hätten beinahe nachgelegt. Der eingewechselte Torhüter Tobias Sippel entschärfte Cordobas Kopfball jedoch.

Mitten in die Berliner Drangphase schlugen plötzlich die Gäste zurück. Nach einem langen Ball war Plea plötzlich durch und ließ sich aus spitzem Winkel die Chance nicht nehmen - 1:1 (27.).

Auch mit zehn Mann blieben die Gäste gefährlich. Nach einem Steckpass auf Marcus Thuram wollte Niklas Stark per Grätsche retten, erwischte aber klar den Stürmer. Die Folge: Elfmeter für die Gäste. Stindl verwandelte sicher vom Punkt zum 2:1 für die Fohlen - Spiel gedreht (38.)!

Pal Dardai reagierte mit einem Dreifach-Wechsel zur Pause. Marvin Plattenhardt, Nemanja Radonjic und Krzysztof Piatek sollten die Wende bringen. Nur drei Minuten nach Wiederanpfiff lag der Ball dann auch schon im Netz.

Cordoba verwerte eine scharfe Hereingabe von Cunha zum vermeintlichen Ausgleich. Der Linienrichter hatte den Kolumbianer aber im Abseits gesehen.

Hertha BSC erzielt durch Jhon Cordoba nach der Pause prompt den Ausgleich

Niklas Stark (l.) holt Marcus Thuram von den Beinen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Lars Stindl.
Niklas Stark (l.) holt Marcus Thuram von den Beinen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Lars Stindl.  © Tobias Schwarz/AFP POOL/dpa

Erst nach minutenlanger Überprüfung folgte die Erlösung. Kein Abseits. Der Treffer zählte - 2:2 (51.).

Die Gastgeber wollten jetzt mehr: Guendouzi versuchte es aus der Distanz, Sippel konnte den Flatterball aber entschärfen. Die Borussen schafften es jetzt allerdings, das Spiel zu beruhigen und die Berliner vom eigenen Strafraum fernzuhalten.

Hertha versuchte es immer wieder über die Außen und den schnellen Radonjic, kam aber zu selten entscheidend durch. Dann vergab Cunha die nächste gute Gelegenheit (69.). Die Hausherren spielten druckvoll nach vorne, der letzte Pass landete aber meist beim Gegenspieler.

Auch in den Schlussminuten drückte die Alte Dame auf den Siegtreffer, musste aber aufpassen. Gladbach blieb bei den wenigen eigenen Vorstößen ebenfalls gefährlich.

Weil Corodoba in der Nachspielzeit die letzte gute Gelegenheit vergab, musste sich der Hauptstadt-Klub am Ende mit dem einen Punkt begnügen. Trotz 22 Torschüssen aufseiten der Blau-Weißen blieb es beim 2:2.

Hertha BSC muss am Sonntag (18 Uhr/Sky) beim Abstiegskrimi zum 1. FSV Mainz 05. Borussia Mönchengladbach empfängt einen Tag zuvor Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr/Sky).

Titelfoto: Tobias Schwarz/AFP POOL/dpa

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