Hertha und Union im Derby-Check: Werden die Eisernen Stadtmeister?

Berlin - Es ist angerichtet! Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin eröffnen den zehnten Bundesligaspieltag am Freitagabend (20.30 Uhr/DAZN) mit einem Prestige-Duell. Auch ohne Zuschauer steckt in dem Stadtderby jede Menge Brisanz drin.

Matteo Guendouzi (21, r.) kommt bei Hertha in Tritt. Unions Serie bleibt nach dem 3:3 gegen Frankfurt weiter bestehen.
Matteo Guendouzi (21, r.) kommt bei Hertha in Tritt. Unions Serie bleibt nach dem 3:3 gegen Frankfurt weiter bestehen.  © Ina Fassbender/AFP Pool/dpa, Maja Hitij/Getty Images Europe/Pool/dpa

Während die Alte Dame trotz der Windhorst-Millionen mal wieder hinter den eigenen Erwartungen geblieben ist, stehen die Eisernen da, wo der Stadtrivale hinwill: auf einen Europapokalplatz.

Können sich die Köpenicker für die 0:4-Pleite im Mai revanchieren und sich den inoffiziellen Titel als Stadtmeister im Olympiastadion sichern? Oder schafft Hertha ausgerechnet gegen Union den ersten Heimsieg? TAG24 macht den Derbycheck.

Die Form:

Mit satten acht Punkten Vorsprung können die Blau-Weißen den Stadtnachbarn selbst bei einem Sieg nicht mehr überholen. Die Köpenicker sind mit acht Spielen ohne Niederlage derzeit so etwas, wie die Mannschaft der Stunde.

Agierte Union in ihrer Premieren-Saison noch vor allem mit langen Bällen auf Zielspieler Sebastian Andersson (29), wissen die Eisernen auch nun spielerisch überzeugen zu können. Das soll jetzt auch Hertha zu spüren bekommen.

Die Alte Dame hat sich den Saisonauftakt mit erst acht Punkten sicher anders vorgestellt. Hinzu kommt die Heimschwäche. Die Berliner warten zu Hause noch immer auf den ersten Sieg. Anders als Union, hat Hertha die großen Brocken aber bereits hinter sich und wusste durchaus zu überzeugen.

Union hat Max Kruse, Hertha Matheus Cunha

Unions Max Kruse (32, l.) ist in Top-Form. Hertha wichtigster Offensiv-Akteur ist derzeit Matheus Cunha.
Unions Max Kruse (32, l.) ist in Top-Form. Hertha wichtigster Offensiv-Akteur ist derzeit Matheus Cunha.  © Maja Hitij/Getty Images Europe/Pool/dpa, Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB

Die Abwehr:

Gegen Erling Haaland (20) eine Woche zuvor noch chancenlos, zeigte sich die Mannschaft von Bruno Labbadia (54) beim 0:0 bei Bayer Leverkusen vor allem in der Rückwärtsbewegung extrem verbessert.

Gegen die noch ungeschlagene Werkself ließen Dedryck Boyata (30), Omar Alderete (23) und Co. fast nichts zu. Zuvor hatten sich die Herthaner durch Patzer oder Unkonzentriertheiten oftmals selbst das Leben schwer gemacht. 18 Gegentore nach acht Spielen sprechen für sich.

Der 1. FC Union hingegen stellt mit elf Gegentore die fünftbeste Abwehr der Liga. Trotz der spielerischen Fortschritte setzten sie auf das, was sie stark macht und sind weiterhin eklig.

Der Star:

Eine Gala-Vorstellung jagt die nächste. Mit nun schon zehn Scorerpunkten aus den letzten fünf Spielen befindet sich Neuzugang Max Kruse (32) in Top-Form. Beim jüngsten 3:3 gegen Eintracht Frankfurt wurde der Ex-Bremer erneut zum Matchwinner, als der 32-Jährige mit einem Traumtor das Remis sichern konnte.

Doch auch Hertha hat einen Spieler in ihren Reihen, der den Unterschied ausmachen kann: Matheus Cunha (21) - der Brasilianer hat bereits sechs Tore auf seinem Konto. "Ich glaube, dass er für uns immer entscheidend sein kann. Das hat er in den letzten Spielen schon gezeigt", lobte Labbadia die Entwicklung seines Schützlings.

Zudem fällt Matteo Guendouzi (21) nicht nur wegen seiner Lockenpracht besonders auf. Die Arsenal-Leihgabe kommt nach seiner Corona-Infektion immer besser in Tritt und hat auch in Drucksituationen immer eine spielerische Lösung parat.

Ausgeglichene Bilanz zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin

Sebastian Polter (29) entschied das Derby in der Alten Försterei durch einen Elfmeter.
Sebastian Polter (29) entschied das Derby in der Alten Försterei durch einen Elfmeter.  © Britta Pedersen/ZB/dpa

Die Bilanz:

Bis auf das 4:0 beim letzten Aufeinandertreffen waren die Stadtderbys immer eine knappe Angelegenheit. Bislang stehen sowohl für Hertha, als auch für Union ein Heimsieg, sowie ein Auswärtssieg zu Buche. Dem 1:1 beim ersten Pflichtspiel 2010 der beiden Hauptstadt-Vereine, folgte ein 2:1-Auswärtssieg der Eisernen.

Zwei Jahre später konnte sich Hertha in der Alten Försterei ebenfalls mit einem 2:1 revanchieren. Das Rückspiel endete 2:2, ehe Union das erste Duell in der Bundesliga mit 1:0 gewinnen konnte.

Mutmacher:

Wie schon voriges Jahr kommt es am 10. Spieltag zum Stadtderby. Damals mit dem besseren Ausgang für Union. Ein spät verwandelter Elfmeter von Sebastian Polter (29) entschied die Partie.

Auch heute lassen sich wieder erstaunliche Parallelen erkennen. Hertha ist im Olympiastadion noch ohne Sieg. Bereits beim letzten Duell im Mai gelang der Alten Dame ausgerechnet gegen Union der erste Heimsieg der Rückrunde. Generell konnte jeweils die Heimmannschaft und diejenigen, die in der Tabelle weiter unten platziert waren, gewinnen.

Das wäre in diesem Fall der Hauptstadt-Klub aus Charlottenburg!

Titelfoto: Fassbender/AFP Pool/dpa, Maja Hitij/Getty Images Europe/Pool/dpa

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