Hertha BSC und die Länderspielpausen: Comeback für Sami Khedira?

Berlin - Kommt die Länderspielpause wieder zum falschen Zeitpunkt? Hertha BSC ist mit einem hoch verdienten und souveränen 3:0-Sieg gegen angeschlagene Leverkusener offenbar der langersehnte Befreiungsschlag im Abstiegskampf geglückt. Doch die Berliner sollten darauf hoffen, dass Geschichte sich nicht wiederholt.

Hertha-Stürmer Krzysztof Piatek (25) musste sich nach der Länderspielpause im September in Quarantäne begeben und konnte seiner Mannschaft beim Aus im DFB-Pokal nicht helfen.
Hertha-Stürmer Krzysztof Piatek (25) musste sich nach der Länderspielpause im September in Quarantäne begeben und konnte seiner Mannschaft beim Aus im DFB-Pokal nicht helfen.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/POOL/dpa

Mit einem 3:0-Sieg in die Länderspielpause, das kommt einem doch bekannt vor?

Richtig, auch vor der Unterbrechung im November fuhr die Alte Dame einen 3:0-Sieg beim FC Augsburg ein. Bei Wiederaufnahme der Bundesliga kassierte die Hertha dann im Olympiastadion eine 2:5-Packung gegen Borussia Dortmund.

Generell sind die Länderspielpausen den Berlinern in der aktuellen Saison nicht gut bekommen. Es begann bereits im September, als es nach dem Break das bittere 4:5-Erstrunden-Aus gegen Eintracht Braunschweig im DFB-Pokal setzte.

Hertha BSC: Das sind die Gewinner der Vorbereitung
Hertha BSC Hertha BSC: Das sind die Gewinner der Vorbereitung

Der damalige Coach Bruno Labbadia (55) musste in dem Spiel auf Krzysztof Piatek (25) verzichten. Der polnische Nationalstürmer musste sich nach der Länderspielreise in Corona-Quarantäne begeben.

Und auch im vergangenen Oktober verloren die Blau-Weißen im Anschluss an die Abstellung ihrer Spieler zu den diversen Nationalmannschaften mit 0:2 gegen den VfB Stuttgart.

Hertha BSC informiert bei Twitter über die Abstellung der Nationalspieler

Belgische Nationalmannschaft fordert lange verletzten Dedryck Boyata an

Dedryck Boyata (30) hockt im November nach dem 1:1 gegen den VfL Wolfsburg auf dem Rasen des Berliner Olympiastadions. Der Hertha-Abwehrchef wurde trotz seiner langen Verletzungspause für die belgische Nationalmannschaft angefordert.
Dedryck Boyata (30) hockt im November nach dem 1:1 gegen den VfL Wolfsburg auf dem Rasen des Berliner Olympiastadions. Der Hertha-Abwehrchef wurde trotz seiner langen Verletzungspause für die belgische Nationalmannschaft angefordert.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Dieses Mal muss Hertha neun Profis zu Länderspielen abstellen. Allerdings wurde den Spielern der Einsatz in Virus-Varianten-Gebieten untersagt, da dies eine 14-tägige Quarantäne nach sich ziehen würde.

Deyovaisio Zeefuik (23), Javairo Dilrosun (22) und Matteo Guendouzi (21) nehmen an der U21-Europameisterschaft in Slowenien und Ungarn teil.

Währenddessen sind der zurzeit Rot-gesperrte Vladimir Darida (30), Peter Pekarik (34), Nemanja Radonjic (25), Rune Jarstein (36) und Piatek in der WM-Qualifikation aktiv.

Rückkehr ins DFB-Team: Serdar will sich mit Leistung bei Hertha BSC anbieten
Hertha BSC Rückkehr ins DFB-Team: Serdar will sich mit Leistung bei Hertha BSC anbieten

Selbst Abwehrchef Dedryck Boyata (30) wurde trotz seiner langen Verletzungspause von den Belgiern angefordert, was die Hertha-Verantwortlichen zähneknirschend hinnehmen mussten.

Immerhin muss Offensiv-Ass Matheus Cunha (21) nicht die weite Reise nach Brasilien antreten, da die WM-Quali in Südamerika aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochen wurde.

Sami Khedira arbeitet mit Hochdruck an seinem Comeback für Hertha BSC

Sami Khedira wichtig im Abstiegskampf, doch Hertha-Coach Pal Dardai warnt vor zu viel Ehrgeiz

Sami Khedira (33) will schnellstmöglich wieder den Ton im Mittelfeld von Hertha BSC angeben, doch sein Coach Pal Dardai warnt vor einem übereilten Comeback.
Sami Khedira (33) will schnellstmöglich wieder den Ton im Mittelfeld von Hertha BSC angeben, doch sein Coach Pal Dardai warnt vor einem übereilten Comeback.  © Annegret Hilse/Pool via REUTERS/dpa

Und noch einen Vorteil könnte die Pause diesmal mit sich bringen: Hoffnungsträger Sami Khedira (33) kann sich in Ruhe auf ein mögliches Comeback vorbereiten.

Der Führungsspieler wird im Abstiegskampf händeringend gebraucht, insbesondere wenn es in die "Kampf-Spiele" gegen die direkte Konkurrenz geht.

Coach Pal Dardai (55) hat allerdings vor zu viel Ehrgeiz gewarnt: "Er soll fit sein. Und wenn er so weit ist und so trainiert, werden wir es melden, dann können wir über Sami reden, über seinen Status. Aber jetzt ist er für mich ein verletzter Spieler", sagte der Ungar in einem digitalen Mediengespräch am Montag und betonte: "Am Muskel verletzte Spieler - da kommt bei mir keiner zu früh."

Bleibt für die Alte Dame zu hoffen, dass alle Spieler gesund von ihren Nationalmannschaften zurückkehren und niemand in Quarantäne muss, damit der Re-Start dieses Mal nicht wieder verpatzt wird.

Dabei steht am Ostersonntag (18 Uhr/Sky) ausgerechnet das prestigeträchtige Lokalderby gegen den 1. FC Union Berlin auf dem Programm. An Motivation dürfte es beim Spiel im Stadion An der Alten Försterei also nicht mangeln.

Titelfoto: Annegret Hilse/Pool via REUTERS/dpa

Mehr zum Thema Hertha BSC: