So erlebt Herthas Ibisevic die Quarantäne: "Plötzlich sind wir alle gleich"

Berlin - Kapitän Vedad Ibisevic von Fußball-Bundesligist Hertha BSC versucht, positive Lehren aus der Corona-Krise zu ziehen.

Herthas Vedad Ibisevic befindet sich wie seine Mitspieler in Quarantäne.
Herthas Vedad Ibisevic befindet sich wie seine Mitspieler in Quarantäne.  ©  Tom Weller/dpa, Andreas Gora/dpa

"Plötzlich sind wir alle gleich. Vielleicht nehmen wir das für die Zukunft mit", sagte der 35-Jährige in einem Interview auf der Vereinshomepage am Freitag. Niemand könne sich vor dem Virus verstecken. "Dieser Virus kennt keine Nationalität, keine Religion und keine Hautfarbe."

Der 35-Jährige befindet sich wie der Rest der Mannschaft aufgrund eines positiven Befunds bei einem Profi auf das Coronavirus in häuslicher Quarantäne. Zeit genug, um sich Dingen zu widmen, die sonst zu kurz kommen - wie die Familie. 

"Durch den Fußball kann ich sonst nicht immer so viel Zeit mit ihnen verbringen. Natürlich genieße ich das jetzt sehr intensiv", sagte der Stürmer.

Mit seinem Sohn Ismail spiele der dreifache Familienvater meistens Fußball im Garten. "Auf jeden Fall ist er mit acht Jahren schon besser, als ich es damals war", berichtet der ehemalige Nationalspieler Bosniens-Herzegowinas, der die Langeweile in den eigenen vier Wänden auch mit Gartenarbeit bekämpft.

Sorgen mache sich Ibisevic in der schwierigen Zeit vor allem um ältere Menschen wie seine Eltern. "Wir müssen jetzt die Älteren und die Menschen mit einer Vorerkrankung schützen – und wenn das bedeutet, dass wir dafür einfach nicht das Haus verlassen, dann bleiben wir eben zu Hause", mahnte der Familienvater.

Um das Fitnesslevel trotz Spielpause hoch zu halten, haben die Hertha-Profis einen individuellen Trainingsplan bekommen. "Meistens trainiere ich am Vormittag, manchmal unterstützt mich meine Frau und macht mit, wenn die Kinder zusammen spielen", sagte der Stürmer. Auch Spinning-Räder, Hanteln oder Faszienrollen hat der Verein für die Spieler bereitgestellt.

Wegen der Coronavirus-Pandemie hatte das Präsidium der Deutschen Fußball Liga am vergangenen Dienstag empfohlen, die Spielpause bis mindestens zum 30. April zu verlängern.

Titelfoto: Tom Weller/dpa, Andreas Gora/dpa

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