Herthas "Muss-Spiel" gegen Augsburg: Wende oder Ende?

Berlin - Jetzt müssen endlich drei Punkte her! Hertha BSC steht nach neun sieglosen Spielen gegen den FC Augsburg gewaltig unter Druck. Ein Abstiegsplatz rückt angesichts von mageren 18 Punkten immer näher. Nur aufgrund des besseren Torverhältnisses steht die Alte Dame noch vor Arminia Bielefeld und dem 1. FSV Mainz 05.

Pal Dardai (44) wartet noch auf seinen ersten Sieg.
Pal Dardai (44) wartet noch auf seinen ersten Sieg.  © Swen Pförtner/dpa

Ein Sieg gegen den FCA ist Pflicht, weiß auch Pal Dardai (44). "Wir wissen, es muss sein", erklärte der Ungar. "Das allerwichtigste ist die Geduld und keine Hektik."

Die Statistik spricht durchaus für die Berliner. Noch nie ging der 44-Jährige in seinen neun Duellen mit den Fuggerstädtern als Verlierer vom Platz. Damit das auch am Samstag (15.30 Uhr/Sky) so bleibt, setzt Dardai auf die Doppelspitze Krzysztof Piatek (25) und Jhon Cordoba (27).

"Die erste Idee ist immer die beste. Wenn beide gesund sind, lassen wir sie stürmen", so Herthas alter und neuer Trainer. "Jhon kann den Ball halten und klatschen lassen. Dann kommt die Flanke und Piatek kann im Sechzehner lauern. Er ist ein Knipser."

Dardai hat in den wenigen Wochen der Mannschaft eine Handschrift verpasst, auch wenn die Punkteausbeute (ein Zähler aus fünf Spielen) noch ausbaufähig ist. Gegen die Top-Vier der Bundesliga VfL Wolfsburg (0:2), RB Leipzig (0:3), FC Bayern München (0:1) und Eintracht Frankfurt (1:3) war Hertha keinesfalls die schlechtere Mannschaft. Was fehlt, sind aber die Punkte.

Gegen Augsburg gilt es die positiven Ansätze mitzunehmen und sich endlich zu belohnen. "Wir können die Tabelle lesen. Wir sind im Abstiegskampf und haben das ganz klare Ziel, das Spiel zu gewinnen", gibt Sportdirektor Arne Friedrich (41) die Richtung vor.

Hertha BSC ist seit neun Spielen sieglos

Krzysztof Piatek (25) traf bereits im Hinspiel. Der Pole wird in der Startelf stehen.
Krzysztof Piatek (25) traf bereits im Hinspiel. Der Pole wird in der Startelf stehen.  © Stefan Puchner/dpa-Pool/dpa

Schon unter Vorgänger Bruno Labbadia (54) war der Hauptstadt-Klub gegen die Top-Teams meist auf Augenhöhe, um sich dann gegen die vermeintlich Kleinen besonders schwer zu tun. Der Druck ist gewaltig.

Eine erneute Enttäuschung könnte die Unsicherheit im Team wieder wachsen lassen, auch wenn Hertha den Klassenerhalt weiter in der eigenen Hand hat. "Egal wie das Spiel ausgeht, danach ist die Liga noch nicht entschieden", betont Friedrich.

Hoffnung macht auch ein Blick in die Vergangenheit. Vor sechs Jahren durfte Dardai mit einem 1:0 über den FC Augsburg seinen ersten Heimsieg als Hertha-Coach bejubeln. Danach blieb seine Elf sechs Spiele lang ungeschlagen.

"Ich habe bestimmt 80 Minuten lang die Arschbacken zusammengekniffen. Salomon Kalou hat dann das Tor gemacht. Wir hatten in dem Spiel eigentlich nichts verdient gehabt. Ich glaube, Augsburg war sogar besser", erinnert sich Herthas Übungsleiter.

Gegen eine Wiederholung hätte in Berlin niemand etwas einzuwenden, zumal die Alte Dame in letzter Zeit das Spielglück nicht gerade auf ihrer Seite hatte.

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

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