Aufwärtstrend oder Absturz? Hertha BSC vor schwerer Aufgabe bei RB Leipzig

Berlin - Verpatzter Saisonstart und jetzt wartet ausgerechnet der Tabellenführer! Gelingt es Hertha BSC im Spiel am Samstag (15.30 Uhr, Sky) bei RB Leipzig den Schalter umzulegen oder setzt sich der Absturz des Fünfzehnten fort?

Hertha-Coach Bruno Labbadia (54) unter Druck: Ausgerechnet gegen RB Leipzig muss seine Mannschaft am Samstag den Abwärtstrend stoppen.
Hertha-Coach Bruno Labbadia (54) unter Druck: Ausgerechnet gegen RB Leipzig muss seine Mannschaft am Samstag den Abwärtstrend stoppen.  © Swen Pförtner/dpa

Der Fünfzehnte beim Top-Klub lautet es also am Samstag. Das scheint eine klare Angelegenheit. 

Doch Hertha will sich gegen einen weiteren Absturz wehren und endlich konstanter auftreten. Die Hürde bei den Roten Bullen ist hoch. Trainer Bruno Labbadia (54) setzt auf seine Erfahrung.

Die Alte Dame ist gefordert. 

Nach einem Saison-Fehlstart wird das Gastspiel des Berliner Fußball-Bundesligisten auch die Stimmung bei der entsprechenden Mitgliederversammlung einen Tag später entscheidend bestimmen.

"Wir wissen alle, dass wir konstanter auftreten müssen", sagte Trainer Bruno Labbadia angesichts der großen Schwankungen in den ersten fünf Pflicht-Partien der neuen Spielzeit.

Nach drei Niederlagen und nur einem Sieg steht der Club, der eigentlich um den Anschluss an die internationalen Plätze mitspielen will, in der Liga im unteren Drittel und mit dem Rücken zur Wand.

"Ich weiß, wie man mit solchen Situationen umgeht", betonte der erfahrene Labbadia und will jede Hektik vermeiden: "Das ist etwas, was einem noch mehr fordert."

Kann Matheus Cunha für Hertha BSC den Unterschied bei seinem Ex-Klub RB Leipzig machen?

Hertha BSC wird beim Spiel gegen RB Leipzig besonders auf Matheus Cunha (21) angewiesen sein.
Hertha BSC wird beim Spiel gegen RB Leipzig besonders auf Matheus Cunha (21) angewiesen sein.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Von bisher acht Spielen, gegen die Sachsen, hat Hertha nur eins gewonnen: Im Dezember 2017 siegten die Berliner in Leipzig mit 3:2. Mut macht Trainer Labbadia das jüngste Remis.

"Das war ein sehr guter Auftritt im Mai, die Mannschaft war sehr konzentriert und kompakt", erinnerte sich Manager Michael Preetz (53) an das 2:2. Auch bei einigen Auswärtsauftritten in dieser Saison wie beim 4:1 in Bremen oder beim 3:4 bei den Bayern spielte Hertha stark. "Daran müssen wir anknüpfen", forderte Labbadia.

Der stolze Brasilianer Matheus Cunha (21) war erstmals bei der Nationalmannschaft dabei - dann ging ein wenig die Bodenhaftung verloren. Von Hertha-Trainer Bruno Labbadia gab's klare Worte nach Cunhas jüngstem schwachen Auftritt gegen Stuttgart (0:2). Jetzt soll die Rückkehr zu seinem Ex-Club RB Leipzig für neue Motivation sorgen.

"Gerade Cunha ist so ein Beispiel, warum der Schritt richtig ist", sagte Preetz. 

Beim Spitzenclub RB bekam der 21-Jährige nur wenig Spielzeit, bei Hertha ist er ein Unterschiedsspieler. "Nach dieser Entwicklung, die er in Berlin genommen hat, wird er am Samstag voll fokussiert sein", so Preetz.

Hertha BSC kündigt bei Twitter an, dass die Mitgliederversammlung am Sonntag im Freien stattfindet

Am Sonntag stehen bei Hertha BSC die Mitgliederversammlung und die Neuwahl des Präsidiums an

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer (70) bei einer Pressekonferenz. Am Sonntag stellt er sich bei der Mitgliederversammlung der Blau-Weißen zur Neuwahl.
Hertha-Präsident Werner Gegenbauer (70) bei einer Pressekonferenz. Am Sonntag stellt er sich bei der Mitgliederversammlung der Blau-Weißen zur Neuwahl.  © Andreas Gora/dpa

Definitiv nicht dabei sind der positiv auf Corona getestete französische Neuzugang Matteo Guendouzi (21) sowie Santiago Ascacibar (23) und Jordan Torunarigha (23), die nach Verletzungen noch in der Rehabilitation stecken.

Auch das Mitwirken von Jhon Cordoba (27), Peter Pekarik (33), Deyovaisio Zeefuik (22) und Mathew Leckie (29) ist ungewiss. Alle vier haben wegen Blessuren bis Freitag nicht mit dem Team trainiert.

Am Sonntag bittet Hertha seine Mitglieder unter freiem Himmel zur Mitgliederversammlung und Neuwahl des Präsidiums. Wegen der Corona-Pandemie zieht der Clubs ins Olympiastadion, da in Berlin noch Freiluft-Veranstaltungen mit bis zu 5000 Besuchern erlaubt sind.

"Gerade nach der virtuellen Versammlung im Mai ist es wichtig, den persönlichen Austausch mit den Mitgliedern zu haben", erklärte Preetz.

Die Chefs einschließlich Präsident Werner Gegenbauer (70), der sich als einziger Kandidat zur Neuwahl stellt, müssen sich auf einige kritische Fragen gefasst machen.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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