Hertha BSC wartet nach Pleite in Freiburg weiter auf ersten Rückrundensieg!

Freiburg/Berlin - Schwächstes Team der Rückrunde: Hertha BSC hat am 24. Bundesliga-Spieltag mit 0:3 (0:1) beim SC Freiburg verloren und wartet weiter auf den ersten Sieg im Jahr 2022. Die Blau-Weißen stecken weiter im tiefsten Abstiegssumpf - es bleibt vorerst bei einem Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz. Währenddessen untermauerten die Breisgauer ihre Europapokal-Ambitionen mit dem nächsten Dreier.

Vor dem Anpfiff versammelten sich beide Mannschaften am Mittelkreis, um mit einer Schweigeminute ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine zu setzen.
Vor dem Anpfiff versammelten sich beide Mannschaften am Mittelkreis, um mit einer Schweigeminute ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine zu setzen.

Vincenzo Grifo brachte den SCF vor 21.000 Zuschauern im Europa-Park Stadion früh vom Punkt in Führung (12. Minute). Kevin Schade und Lucas Höler stellten mit einem Doppelschlag (83./86.) den 3:0-Endstand her.

Freiburgs Trainer Christian Streich nahm nach dem knappen 2:1-Erfolg beim FC Augsburg nur eine Änderung an seiner Startformation vor. Für Jonathan Schmid (Bank) rückte Lukas Kübler in die Viererkette.

Gäste-Coach Tayfun Korkut änderte seine Anfangself nach der bitteren 1:6-Heimpackung gegen RB Leipzig auf drei Positionen. Im Kasten feierte Marcel Lotka sein Bundesligadebüt für Alexander Schwolow (Corona). Kapitän Dedryck Boyata kehrte in die Innenverteidigung zurück und ersetzte den rot-gesperrten Marc-Oliver Kempf. Auch Suat Serdar feierte sein Comeback nach Corona-Quarantäne und verdrängte Santiago Ascacibar auf die Reservebank.

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Hertha BSC Herthas ewiger Pekarik in die Heimat? Verliert die Alte Dame gleich zwei Rechtsverteidiger?

Die Hausherren versuchten die Berliner gleich von Beginn an unter Druck zu setzen und waren das spielbestimmende Team. In der sechsten Minute kamen sie folgerichtig zu einer gefährlichen Standardsituation. Grifo zirkelte das Spielgerät aus 25 Metern über die Mauer, doch Ersatzkeeper Lotka feierte einen Einstand nach Maß und kratze den Ball gekonnt aus dem rechten Dreiangel (6.).

Fünf Zeigerumdrehungen später zeigte Schiedsrichter Sven Jablonski dann auch schon auf den Punkt. Roland Sallai kam nach herrlichem Steckpass von Jeong Woo-yeong in der Box ans Leder und wurde von Linus Gechter zu Fall gebracht.

Startformation des SC Freiburg für das Bundesliga-Heimspiel gegen Hertha BSC

Anfangself von Hertha BSC für das Bundesliga-Spiel beim SC Freiburg am 24. Spieltag

Vincenzo Grifo bringt SC Freiburg vom Punkt in Führung, Hertha BSC lässt Ausgleichschance liegen

Vincenzo Grifo (5.v.r.) donnert die Kugel zur Freiburger Führung vom Elfmeterpunkt in die Maschen und lässt Hertha-Keeper Lotka (vorne) keine Chance.
Vincenzo Grifo (5.v.r.) donnert die Kugel zur Freiburger Führung vom Elfmeterpunkt in die Maschen und lässt Hertha-Keeper Lotka (vorne) keine Chance.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Den fälligen Strafstoß, den auch VAR Robert Kampka nicht einkassierte, verwandelte Grifo bombensicher mit seiner rechten Klebe in den linken Winkel - 1:0 (12.)! Keine Chance für Lotka, der die Ecke erahnte.

Die Heimfans skandieren kurz darauf "Zweite Liga, Hertha ist dabei" und den Spree-Athenern war eine Verunsicherung nach dem frühen Rückschlag deutlich anzumerken. Das hätten die Schwarzwälder in der 26. Minute auch beinahe zum nächsten Treffer ausgenutzt, doch Grifo scheiterte nach Flanke von Sallai am langen Pfosten aus fünf Metern am Aluminium.

Kurz darauf meldete sich dann auch die Hertha erstmals im Spiel an. Ishak Belfodil wühlte sich an der rechten Grundlinie im Strafraum durch und legte die Kugel zurück auf Stevan Jovetic, dessen Rechtsschuss von Kübler zur Ecke abgelenkt wurde (28.).

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Es ging jetzt hin und her. Zunächst hatte Maximilian Eggestein das 2:0 auf dem Fuß, doch sein Linksschuss aus zentraler Postion wurde von Lotka gerade noch um den rechten Pfosten gelenkt (34.). Dann hatte die Korkut-Truppe die Riesenchance zum Ausgleich. Jovetic spielte Peter Pekarik mit einem herrlichen Diagonalpass auf halbrechts im Strafraum frei, doch der Abwehrspieler scheiterte mit seinem Flachschuss aus sieben Metern am Fuß von Mark Flekken (38.).

Bis zur Pause beruhigte sich das Spielgeschehen ein wenig und so ging es mit einem 1:0 für die Hausherren in die Kabine.

Die Breisgauer feiern die 1:0-Führung an der eigenen Reservebank. Trainer Streich (l.) beobachtet die Szenerie.
Die Breisgauer feiern die 1:0-Führung an der eigenen Reservebank. Trainer Streich (l.) beobachtet die Szenerie.  © Philipp von Ditfurth/dpa

SCF-Coach Christian Streich wechselt den Sieg ein: Freiburg entscheidet Spiel mit Doppelschlag

Der eingewechselte Kevin Schade (M.) bugsiert das Leder zum 2:0 für die Schwarzwälder über die Linie.
Der eingewechselte Kevin Schade (M.) bugsiert das Leder zum 2:0 für die Schwarzwälder über die Linie.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Nach der Pause übernahm erneut die Streich-Truppe die Initiative und drängte auf den zweiten Treffer. Gefährliche Torchancen sprangen bei den Angriffsbemühungen zunächst jedoch nicht heraus.

Die Gäste versuchten in Halbzeit zwei früher dagegenzuhalten und sich mehr Spielanteile zu sichern. Allerdings kamen auch die Mannen von Korkut nicht über Halbchancen hinaus.

Dann war es Marco Richter, der Torsteher Flekken zu einer weiteren Glanztat zwang. Nach einer sehenswerten Kombination kam er auf halbrechts im Strafraum zum Abschluss, doch sein Schuss aus zehn Metern fand nicht den Weg am Niederländer vorbei (63.).

Die Korkut-Truppe blieb in der Folge spielbestimmend bis der SCF gnadenlos zuschlug und mit einem Doppelschlag den Sack zumachte. Zuerst drückte der eingewechselte Schade die Pille nach Flanke des ebenfalls eingewechselten Noah Weißhaupt über die Linie - 2:0 (83.).

Drei Zeigerumdrehungen später flankte erneut Weißhaupt in den Sechzehner der Gäste. Mit Höler stocherte ein weiterer Ersatzspieler das Spielgerät ins Gehäuse und ließ dabei seinen Gegenspieler Fredrik Bjorkan nicht gut aussehen - 3:0 (86.). Damit ergab der Hauptstadtklub sich in sein Schicksal.

Für die Freiburger geht es am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr/Sky) schon wieder weiter, wenn sie im DFB-Pokal-Viertelfinale beim VfL Bochum antreten müssen. Die Berliner haben bis zum nächsten Samstag (15.30 Uhr/Sky) Zeit, um ihre Wunden zu lecken. Dann steht das nächste wichtige Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt im Olympiastadion an.

Titelfoto: Philipp von Ditfurth/dpa

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