Hertha eiskalt gegen Bochum: Maolida feiert Traum-Debüt!

Berlin - Neustart geglückt! Hertha BSC kann doch noch punkten. Mit einer neuen Mannschaft zitterten sich die Berliner zu einem 3:1 (2:0) beim VfL Bochum. Ein ganz wichtiger Sieg für die bis dato noch punktlose Alte Dame.

Herthas Dennis Jastrzembski (r.) stand überraschend erstmals in der Startelf.
Herthas Dennis Jastrzembski (r.) stand überraschend erstmals in der Startelf.  © Fabian Sommer/dpa / Fabian Strauch/dpa Montage

Suat Serdar hatte Hertha vor rund 14.000 Zuschauern im Vonovia Ruhrstadion per Doppelpack (37./43. Minute) in Führung gebracht. Simon Zoller konnte für den VfL auf 1:2 verkürzen (59). Myziane Maolida erhöhte bei seinem Debüt auf 3:1 (78.).

Von der Mannschaft, die vor zwei Wochen noch mit 0:5 beim FC Bayern München baden ging, hatte die Aufstellung nicht mehr viel zu tun. Hertha-Coach Pal Dardai tauschte seine Elf gleich auf sechs Positionen aus. Für die größte Überraschung sorgte Dennis Jastrzembski, der den Vorzug vor Maximilian Mittelstädt erhielt.

Die offensiven Neuzugänge Myziane Maolida und Jurgen Ekkelenkamp saßen zunächst nur auf der Bank. Stattdessen stürmte Marco Richter erstmals in die erste Elf.

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Aufstiegstrainer Thomas Reis nahm nach dem 1:2 beim 1. FC Köln nur zwei Veränderungen vor. Konstantinos Stafylidis und Hertha-Leihgabe Eduard Löwen ersetzten Herbert Bockhorn und Miloš Pantovic.

Hertha begann nervös. Die drei Niederlagen zum Auftakt haben ihre Spuren hinterlassen. Ganz anders der Aufsteiger: Mit breiter Brust gingen die Hausherren früh drauf und setzten die Alte Dame unter Druck.

Die Gäste wussten sich oft nur mit einem Foul zu helfen, überstanden die erste Druckphase aber ohne Folgen. Erstmals richtig brenzlig wurde es dann nach 19 Minuten, als Simon Zoller mit einem Flugkopfball die Kugel nicht richtig erwischte.

Die Aufstellung von Hertha BSC

Die Anfangself des VfL Bochum

Suat Serdar sorgt mit Doppelpack für die Pausenführung

Suat Serdar (3.v.l) erzielt nach einer starken Einzelaktion das 1:0.
Suat Serdar (3.v.l) erzielt nach einer starken Einzelaktion das 1:0.  © Fabian Strauch/dpa

Und Hertha? Die Berliner waren darauf bedacht hinten sicher zu stehen. Erst nach 22 Minuten näherte sich auch der Tabellenletzte dem Bochumer Tor, als es Richter mit einem harmlosen Versuch aus der Distanz versuchte.

Der Aufsteiger war hier klar die tonangebende Mannschaft, auch wenn Chancen bislang ausblieben.

Die Gäste hingegen benötigten eine Einzelaktion. Nach einem Ballgewinn von Niklas Stark im Mittelfeld zog Suat Serdar in den Strafraum, ließ sich von drei Verteidigern nicht aufhalten und legte den Ball präzise in die lange Ecke - 1:0 (37.).

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Die erste richtig gute Gelegenheit konnte der Hauptstadt-Klub gleich nutzen und legte prompt nach. Aus einem Einwurf heraus setzte Ishak Belfodil im Strafraum Bochums Bella Kotchap unter Druck. Serdar stand goldrichtig und jagte die Kugel in die Maschen - 2:0 (43.). Was für ein Geschenk!

Einziger Wermutstropfen: Mit Lukas Klünter und Jordan Torunarigha muss Dardai die nächsten zwei Verletzten beklagen. Für Torunarigha kam der 17-jährige Linus Gechter zu seinem Bundesliga-Debüt.

Simon Zoller verkürzt für den VfL Bochum, Myziane Maolida sorgt für die Entscheidung

Suat Serdar brachte Hertha mit einem Doppelpack auf die Siegerstraße
Suat Serdar brachte Hertha mit einem Doppelpack auf die Siegerstraße  © Fabian Strauch/dpa

Der VfL hatte sich viel vorgenommen und kam druckvoll aus der Kabine. Wie schon im ersten Durchgang verursachte die Dardai-Elf einen Freistoß nach dem anderen. Stafylidis Versuch war für Alexander Schwolow aber kein Problem (55.).

Der Aufsteiger wurde aber immer stärker und belohnte sich. Gerrit Holtmann ließ Dedryck Boyata und Deyovaisio Zeefuik bei seinem Dribbling ganz alt aussehen, scheiterte zunächst noch an Schwolow, doch Zoller drückte den Ball über die Linie - nur noch 1:2 aus Sicht der Bochumer (59.).

Die Spree-Athener hatten dem Druck der Gastgeber nichts entgegenzusetzen. Sie kamen kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus.

Das drückte sich auch in Zahlen aus. Nach 75 Minuten hatte Bochum 10:0 Torschüsse. Das Tor machten aber abermals die Gäste.

Der eingewechselte Maolida hatte nach einem Konter viel Platz, trieb den Ball klug nach vorne und suchte selbst den Abschluss. Kurz vor dem Strafraum setzte er das Spielgerät präzise in die lange Ecke - 3:1 (78.). Der erste Torschuss in der zweiten Halbzeit war gleich drin.

In der Folge versuchten die Hausherren noch einmal alles, stellte Schwolow aber vor keine allzu großen Probleme. Der Treffer hatte Wirkung gezeigt, sodass sich Hertha nach drei Niederlagen zum Auftakt über die ersten drei Punkte freuen kann.

Für Hertha BSC geht es bereits am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) gegen den nächsten Aufsteiger weiter. Die Berliner empfangen im Olympiastadion die SpVgg Greuther Fürth. Der VfL Bochum muss am Samstag (15.30 Uhr/Sky) zum Rekordmeister FC Bayern München.

Titelfoto: Fabian Strauch/dpa

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