Hertha entgeht Blamage bei Preußen Münster: Joker retten die Alte Dame

Münster - Geschafft! Hertha BSC zittert sich eine Runde weiter. Die Berliner siegten beim Regionalligisten Preußen Münster mit 3:1 (1:1) und stehen damit im DFB-Pokal-Achtelfinale. Der Hauptstadt-Klub tat sich gegen zehn Münsteraner unheimlich schwer, konnte sich aber auf seine Joker verlassen.

Hertha jubelt über die frühe Führung durch Stevan Jovetic (2.v.l.).
Hertha jubelt über die frühe Führung durch Stevan Jovetic (2.v.l.).  © Bildmontage: Arne Dedert/dpa, Guido Kirchner/dpa

Stevan Jovetic hatte Hertha vor 11.037 Zuschauern im Preußenstadion schon früh in Führung gebracht (3. Minute). Thorben Deters erzielte für Preußen noch vor der Pause den Ausgleich zum 1:1 (40.). Ishak Belfodi erzielte das 2:1 (79.), ehe Marco Richter mit dem 3:1 für die Entscheidung sorgte (83.).

Zudem flog Nicolai Remberg mit Gelb-Rot vom Platz (45.+1).

Wenig überraschend schmiss Hertha-Coach Pal Dardai die Rotationsmaschine an. Der Ungar tauschte nach dem 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach die halbe Mannschaft (sieben Wechsel) aus. Unter anderem rückten Jurgen Ekkelenkamp, Stevan Jovetic, Dennis Jastrzembski und Pokal-Held Davie Selke in die erste Elf.

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Auf der anderen Seite vertraute Preußen-Trainer Sascha Hildmann nach dem 2:1 über den Bonner SC dem Motto: "Never change a winning team."

Hertha erwischte einen Traumstart. Die erste richtig gut gelungene Kombination führte gleich zum Erfolg.

Mit wenigen Pässen überbrückte die Alte Dame das komplette Mittelfeld. Selke bediente schließlich den mitgelaufenen Jastrzembski, der per Kopf auf Jovetic weiterleitete. Der Neuzugang nahm die Kugel volley - 1:0 (3. Minute). Die frühe Führung für den Favoriten.

Immer wieder schaffte es der Bundesligist das Pressing des Underdogs zu überspielen. Vor allem der schnelle Jastrzembski machte in der Anfangsphase auf der linken Seite eine Menge Betrieb.

Die Startelf von Hertha BSC

Die Anfangself von Preußen Münster

Preußen Münster gegen Hertha BSC in der 2. Halbzeit in Unterzahl

Pokalfight in Münster. Jurgen Ekkelenkamp (l.) im Zweikampf mit Preußens Marvin Thiel.
Pokalfight in Münster. Jurgen Ekkelenkamp (l.) im Zweikampf mit Preußens Marvin Thiel.  © Guido Kirchner/dpa

Nach einer Viertelstunde meldete sich aber auch der Regionalligist an. Gechter ließ sich an der Außenbahn den Ball abjagen, Henok Teklab legte klug in die Mitte ab, wo allerdings Julian Schauerte den Ball nicht richtig traf. Auf der anderen Seite verhinderte Maximilian Schulze Niehues per Fußabwehr den Doppelpack von Jovetic (21.).

Der Viertligist wurde nun mutiger und hatte per Freistoß die große Gelegenheit zum Ausgleich. Alexander Schwolow war aber zur Stelle (23.).

Die Berliner konnten das Spiel nun etwas beruhigen, verpassten es aber nachzulegen. So blieb der Außenseiter weiter im Spiel und schaffte tatsächlich den Ausgleich. Langlitz scheiterte zunächst noch am Pfosten, doch Deters stand goldrichtig und jagte den Abpraller in die lange Ecke - 1:1 (40.).

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Nur wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff erwies Remberg seiner Mannschaft allerdings einen Bärendienst. Wegen einer Schwalbe zückte Schiedsrichter Frank Willenborg Gelb-Rot. Die komplette zweite Halbzeit musste Münster nun in Unterzahl agieren.

Joker Belfodil und Richter erlösen Hertha BSC spät

Herthas Dennis Jastrzembski (r.) kann beim 1:1 von Thorben Deters nur noch zusehen.
Herthas Dennis Jastrzembski (r.) kann beim 1:1 von Thorben Deters nur noch zusehen.  © Guido Kirchner/dpa

Der krasse Außenseiter ließ sich von dem Platzverweis aber nicht aus dem Konzept bringen und spielte weiter munter nach vorne. Hertha agierte viel zu fahrig, schenkte die Bälle immer wieder her.

Es entwickelte sich ein typischer Pokalfight. Der Bundesligist hatte zwar mehr Spielanteile und durch die eingewechselten Marco Richter (57.) und Suat Serdar (65.) aus der Distanz die nächsten guten Gelegenheiten, die Preußen hielten aber mit Leidenschaft dagegen.

Von einer Überzahl war bei dem Bundesligisten nichts zu sehen. Sie taten sich schwer, Chancen zu erspielen, konnten sich dann aber endlich doch mal wieder vor das Tor kombinieren. Jovetic bediente im Fünfmeterraum Zeefuik, dessen Schuss Schulze Niehues per Fußabwehr rettete. Auch Richter konnte noch geblockt werden. Was für eine Gelegenheit (70.).

Erst spät schlug der Favorit doch noch zu. Nachdem Tousarts Distanzschuss noch pariert werden konnte, stand Belfodil goldrichtig. Der Joker staubte ab und musste nur noch einschieben - 2:1 (79.).

Die Erlösung. Die Hertha-Stars Lucas Tousart (l.-r.), Krzysztof Piatek, Torschütze Ishak Belfodil und Marco Richter bejubeln das Tor zum 1:2.
Die Erlösung. Die Hertha-Stars Lucas Tousart (l.-r.), Krzysztof Piatek, Torschütze Ishak Belfodil und Marco Richter bejubeln das Tor zum 1:2.  © Guido Kirchner/dpa

Vier Minuten später machte der Bundesligist den Deckel drauf. Serdar behielt im Strafraum die Übersicht und sah Richter. Frei vorm Münster-Keeper ließ er sich die Chance nicht nehmen - 3:1. Die Entscheidung! Damit hat der Favorit noch einmal den Kopf aus der Schlinge gezogen und steht im Achtelfinale des DFB-Pokals.

Für Hertha BSC steht bereits am Freitag das nächste Pflichtspiel auf dem Programm. Die Berliner müssen zur TSG 1899 Hoffenheim (20.30 Uhr/DAZN). Preußen Münster empfängt in der Regionalliga West nur kurz zuvor FC Schalke 04 II (19 Uhr).

Titelfoto: Guido Kirchner/dpa

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