Hertha gibt in letzter Sekunde Sieg aus der Hand: Nur ein Punkt in Mainz

Mainz/Berlin - Späte Bestrafung! Hertha BSC hat bei der Rückkehr von Sandro Schwarz an die alte Wirkungsstätte in allerletzter Minute noch den Sieg aus der Hand gegeben. Beim 1. FSV Mainz 05 reichte es in einem schwachen Spiel so nur zu einem 1:1 (0:0).

Keine schöne erste Hölfte. Maxim Leitsch und Herthas Dodi Lukebakio waren vor allem in Zweikämpfen gefordert.
Keine schöne erste Hölfte. Maxim Leitsch und Herthas Dodi Lukebakio waren vor allem in Zweikämpfen gefordert.  © Thomas Frey/dpa

Lucas Tousart schoss Hertha in der Mewa Arena in Führung (30. Minute). Anthony Caci erzielte tief in der Nachspielzeit noch den 1:1-Endstand (90.+4.).

Mainz-Coach Bo Svensson nahm nach der deutlichen 1:4-Pleite bei der TSG 1899 Hoffenheim nur zwei Veränderungen vor. Anstelle des verletzten Jonathan Burkardt bzw. rotgesperrten Alexander Hack spielten Edimilson Fernandes und Jae-sung Lee.

Rückkehrer Sandro Schwarz tauschte seine Elf nach dem 2:2 gegen Bayer 04 Leverkusen erwartungsgemäß nur auf einer Position aus. Für Suat Serdar (krank) durfte der Ex-Mainzer Jean-Paul Boëtius von Beginn an ran.

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Die Alte Dame versuchte auch in Mainz die Spielkontrolle zu übernehmen. Viel lief in den ersten 20 Minuten allerdings nicht zusammen - weder aufseiten der Berliner, noch aufseiten der Gastgeber. Ansätze waren da, aber meistens schon durch Ungenauigkeiten früh im Keim erstickt.

Die Berliner schafften es nicht ihr gefährliches Angriffstrio um Dodi Lukebakio, Wilfried Kanga und Chidera Ejuke in Szene zu setzen. Erst nach 28 Minuten versuchte es Ejuke aus der Distanz. Sein strammer Schuss ging aber klar am Kasten vorbei.

Die Startelf des 1. FSV Mainz 05

So spielte Hertha BSC

Herthas Lucas Tousart schlägt mit dem Kopf zu

Mit dem Kopf zur Führung. Lucas Tousart (l.) bjeubelt mit Dodi Lukebakio (M.) und Chidera Ejuke (r.) das 1:0.
Mit dem Kopf zur Führung. Lucas Tousart (l.) bjeubelt mit Dodi Lukebakio (M.) und Chidera Ejuke (r.) das 1:0.  © Thomas Frey/dpa

Nur zwei Minuten später schlugen die Berliner dann aber eiskalt zu. Die Hereingabe von Marvin Plattenhardt konnte Leitsch nur ungenügend klären. Ejuke nahm es mit gleich zwei Gegenspielern auf, verzögerte geschickt und löffelte den Ball direkt in die Mitte auf den Kopf von Tousart - 1:0 (30.). Die erste gute Gelegenheit war sofort drin!

Der Hauptstadtklub hatte mit den Mainzer Angriffsbemühungen keine große Mühe. Beinah bauten die Gäste die Führung noch vor der Pause gar aus. Erneut war es Ejuke, der diesmal von Kanga in Szene gesetzt worden.

Halblinks nahm der Nigerianer die lange Ecke ins Visier. Robin Zentner war aber zur Stelle und verhinderte mit einer starken Parade den Einschlag (41.).

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Kaum hatte Schiedsrichter Frank Willenborg zur zweiten Hälfte geladen, meldete sich auch schon der Videobeweis. Plattenhardt versprang zunächst die Kugel, setzte dann nochmal nach und traf sowohl das Spielgerät, als auch Fernandes mit der offenen Sohle am Sprunggelenk (48.).

Der Unparteiische schaute sich die Szene noch einmal an, blieb aber bei seiner Entscheidung: Gelbe Karte (50.).

Mainz 05 fällt gegen die passive Alte Dame nichts ein und schlägt ganz spät zu

Der nächste Rückkehrer: Herthas Jean-Paul Boëtius (l.) trug vergangene Saison noch das Mainzer Trikot.
Der nächste Rückkehrer: Herthas Jean-Paul Boëtius (l.) trug vergangene Saison noch das Mainzer Trikot.  © Thomas Frey/dpa

Die 05er hatten sich für den zweiten Durchgang viel vorgenommen, schafften es aber weiter nicht, die Berliner Defensive in Bedrängnis zu bringen. Die Gäste standen sicher und suchten mit langen Bällen immer wieder Sturmtank Kanga.

Es entwickelte sich ein typisches Kampfspiel mit vielen kleinen Fouls. Ein Spielfluss kam nur noch selten zustande, denn auch Hertha fand offensiv nicht mehr statt.

Hitzig wurde es erst als Marton Dardai auf Höhe der Mittellinie gegen Danny da Costa zu spät kam. Der Schiedsrichter hatte die Situation aber anders wahrgenommen und ließ die Gelbe Karte stecken. Glück für den zur Pause gekommenen Innenverteidiger, der schon verwarnt worden war.

Die Gäste wollten das Ergebnis nun nur noch über die Ziellinie bringen. Spielerisch lief bei der Schwarz-Elf nichts mehr zusammen.

Mainz wollte, fand aber weiterhin gegen viel zu passive Gäste kein Mittel. Dann aber schlugen die Hausherren in allerletzter Minute doch noch zurück. Hertha bekam in einer unübersichtlichen Situation die Kugel nicht aus dem Strafraum geklärt, sodass die Murmel über Onisiwo direkt vor die Füße von Anthony Caci landete. Der Joker fackelte nicht lange und legte den Ball überlegt in die lange Ecke - 1:1 (90.+4.).

Für Hertha BSC geht es nach der Länderspielpause erst am Sonntag weiter. Die Berliner empfangen am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) Hoffenheim. Mainz ist 24 Stunden zuvor beim SC Freiburg (15.30 Uhr/Sky) gefordert.

Titelfoto: Thomas Frey/dpa

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