Hertha in Abwehr-Not: Folgt auf Gechters Traum-Debüt die Startelf?

Berlin - Den ersten Saisonsieg hat sich Hertha BSC teuer erkauft. Mit Jordan Torunarigha (24) und Lukas Klünter (25) muss Pal Dardai (45) die nächsten Wochen auf zwei Abwehrspieler verzichten. Während Torunarigha mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel ausfällt, musste Klünter gar an der Schulter operiert werden.

Hertha-Nachwuchsspieler Linus Gechter feierte gegen den VfL Bochum mit 17 Jahren seine Bundesligapremiere.
Hertha-Nachwuchsspieler Linus Gechter feierte gegen den VfL Bochum mit 17 Jahren seine Bundesligapremiere.  © IMAGO / Matthias Koch

Der Rechtsverteidiger wird der Alte Dame für längere Zeit nicht zur Verfügung stehen. Das Duo verschärft damit die Sorgen in der Verteidigung. In Charlottenburg herrscht Abwehr-Not!

Neben Kapitän Dedryck Boyata (30) und Niklas Stark (26) hat Hertha mit Linus Gechter (17) nur noch einen nominellen Abwehrspieler. Ob Marton Dardai (19) bis Freitagabend noch rechtzeitig fit wird, ist ungewiss. Seit Wochen laboriert der 19-Jährige an einer Sprunggelenksverletzung.

"Wir haben keine Innenverteidiger mehr. Wenn Marton Dardai nicht zurückkommt, wird es eng", sagte der Chefcoach in einer Medienrunde am Montag vor dem nächsten wichtigen Duell gegen die SpVgg Greuther Fürth (Freitag, 20.30 Uhr/DAZN).

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Hertha BSC Darum tuckern Hertha-Verantwortliche mit einem Traktor durch die Gegend

Beim 3:1 in Bochum hatte der Ungar extra das System umgestellt. Er kehrte zur Dreier- bzw. Fünferkette zurück - mit Erfolg. Auch wenn das Spiel nach vorne noch ausbaufähig ist, ließen die Berliner hinten so gut wie nichts anbrennen.

"Die Mannschaft wird Lob für ihre Arbeit bekommen. Das ist in unserer Situation das Wichtigste: arbeiten. Ein Neuanfang innerhalb von eineinhalb Wochen", zitiert der "Kicker" die Hertha-Ikone.

Hertha BSC gehen die Innenverteidiger aus

Alexander Schwolow (29/2.v.r) klatscht nach einer Klärungsaktion mit Dennis Jastrzembski (21/r.) ab. Jordan Torunarigha (24/l.) wird Hertha BSC erneut fehlen.
Alexander Schwolow (29/2.v.r) klatscht nach einer Klärungsaktion mit Dennis Jastrzembski (21/r.) ab. Jordan Torunarigha (24/l.) wird Hertha BSC erneut fehlen.  © Fabian Strauch/dpa

Ausgerechnet nach dem ersten Saisonsieg droht die nächste Systemumstellung. Dem Ungar gehen die Abwehrspieler aus. Dass die Blau-Weißen nach zehn Gegentoren in drei Spielen aber wieder zur Viererkette zurückkehren, ist allerdings unwahrscheinlich.

Viel mehr ruhen die Hoffnungen auf einem 17-Jährigen. Neben Neuzugang Myziane Maolida (22) feierte auch Linus Gechter ein Traum-Debüt. Der U18-Nationalspieler kam zur Pause für den verletzten Torunarigha - und hinterließ einen mehr als ordentlichen Eindruck. "Er hat das richtig abgezockt gemacht. Er war schon in der Vorbereitung und im Trainingslager stark", so Dardai.

Der Ungar hat wieder einmal bewiesen, dass er keine Bauchschmerzen hat, einen unerfahrenen Nachwuchsspieler ins kalte Wasser zu werfen. Dass Gechter normalerweise für Herthas U19 spielt, war dem Verteidiger nicht anzumerken.

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"Linus kommt rein, scheißt sich nicht in die Hose, ist ein Mann. Wir haben Maxi Mittelstädt, Jordan Torunarigha, Marton Dardai, jetzt Linus: Wir können stolz sein auf unsere Arbeit, das ist die Zukunft für Hertha BSC."

Mit seinem Einsatz löste er zudem auch noch Luca Netz (18) als zweitjüngsten Hertha-Profi aller Zeiten ab. Nur Lennart Hartmann war damals mit 17 Jahren und 136 Tagen noch jünger als Gechter (17 Jahre und 197 Tage). Nun winkt dem Eigengewächs nach der Feuertaufe gar die Startelf. Womöglich könnte aber auch Lucas Tousart (24) den Innenverteidiger geben. Viel mehr Optionen hat Dardai auch nicht mehr.

Titelfoto: IMAGO / Matthias Koch

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