Hertha in der Krise: Jetzt kommt auch noch das Hammer-Programm

Berlin - Fünf Niederlagen aus sieben Spielen, die Schießbude der Liga, fast keine Abwehr mehr, dazu die eklatante Schwäche bei den Standards - Hertha BSC droht erneut der Abstiegskampf.

Maximilian Mittelstädt (24) kann es nicht fassen. Hertha BSC rutscht nach dem 1:2 gegen den SC Freiburg wieder in die Krise.
Maximilian Mittelstädt (24) kann es nicht fassen. Hertha BSC rutscht nach dem 1:2 gegen den SC Freiburg wieder in die Krise.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Pal Dardai (45) bekam zwar noch direkt nach Schlusspfiff und am Tag nach der 1:2-Niederlage gegen den SC Freiburg das Vertrauen ausgesprochen, der Ungar weiß aber auch: Jetzt müssen schleunigst Punkte her. Andernfalls könnte es in Berlin noch ungemütlicher werden.

Große Hoffnungen auf die Wende haben die Hertha-Fans allein beim Blick auf den Spielplan aber wohl nicht. Die nächsten Gegner heißen Eintracht Frankfurt (16.10), Borussia Mönchengladbach (22.10), TSG 1899 Hoffenheim (29.10), Bayer 04 Leverkusen (7.11) und 1. FC Union Berlin (20.11). Hinzu kommt noch das Pokal-Spiel bei Preußen Münster (26.10).

Frankfurt kann nicht nur auf die Unterstützung von rund 40.000 Fans hoffen, sondern kommt nach Startschwierigkeiten unter Oliver Glasner (47) immer besser in Tritt. Zuletzt siegten die Hessen erstmals seit 21 Jahren überraschend beim FC Bayern München (2:1).

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Bei den Gladbachern sieht es ähnlich aus. Die von Verletzungen gebeutelte Fohlen-Elf hat sich unter Ex-Frankfurt-Coach Adi Hütter (51) gefunden, schlug mit Borussia Dortmund (1:0) und den VfL Wolfsburg (3:1) gleich zwei Top-Klubs nacheinander.

Hertha BSC hat nur eins der letzten elf Spiele gegen Hoffenheim gewinnen können

Pal Dardai (45) feierte im Januar bei Eintracht Frankfurt sein Comeback auf der Trainerbank. Das Spiel bei den Hessen könnte richtungsweisend werden.
Pal Dardai (45) feierte im Januar bei Eintracht Frankfurt sein Comeback auf der Trainerbank. Das Spiel bei den Hessen könnte richtungsweisend werden.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Vom Papier her ist Hoffenheim wohl der machbarste Gegner. Die Kraichgauer blieben mit acht Punkten aus sieben Spielen ebenfalls hinter den Erwartungen, allerdings war in der Vergangenheit gegen die TSG zuletzt kaum etwas zu holen. In den letzten elf Duellen konnte Hertha nur ein einziges Mal als Sieger vom Platz gehen.

Vergangene Saison schoss der Hauptstadt-Klub Bayer Leverkusen noch mit 3:0 aus dem Stadion, doch damals war die Werkself noch ein anderes Leverkusen. Unter Gerardo Seoane (42) begeistert Bayer die Liga und ist als Tabellenzweiter - punktgleich mit dem Rekordmeister - derzeit der stärkste Bayern-Verfolger.

Das wohl wichtigste Spiel ist dann zwei Wochen später: Hertha muss zum Stadtderby nach Köpenick. Auch wenn Bobic vor der Saison die Erwartungen gedämpft hat und angekündigt hatte, man wolle zunächst die Stadt zurückholen, geht die Wachablösung in Berlin weiter. Union hat die Dreifachbelastung bislang erstaunlich gut weggesteckt und hat mit 12 Punkten derzeit doppelt so viele Zähler auf dem Konto wie die Blau-Weißen.

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Aber: Der Stadtmeister kommt aus Charlottenburg. Diesen Titel will Hertha verteidigen, bis dahin wartet jedoch ein knackiges Programm.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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