Hertha-Party nach Abstiegskrimi gegen den VfB! Schläfriges Stuttgart am Abgrund

Stuttgart - Die Schwaben am Abgrund! Hertha BSC hat am 31. Spieltag der 1. Bundesliga einen schläfrigen VfB Stuttgart mit 2:0 (1:0) geschlagen. Damit stehen die Berliner kurz vor dem Klassenerhalt, während sich die Dunkelroten auf die Relegation einstellen müssen.

Hertha-Trainer Felix Magath (2.v.l.) saß gegen den VfB zum 500. Mal als Bundesligatrainer auf der Bank.
Hertha-Trainer Felix Magath (2.v.l.) saß gegen den VfB zum 500. Mal als Bundesligatrainer auf der Bank.  © John MACDOUGALL/AFP

Im Olympiastadion brachte Davie Selke die Hauptstädter mit 1:0 in Führung (4. Minute), bevor Ishak Belfodil mit dem 2:0 den Sack zumachte (90. +3).

Nach dem wichtigen 1:0-Erfolg beim FC Augsburg veränderte Hertha-Trainer Felix Magath seine Startelf auf nur einer Position. Anstelle des gelbgesperrten Marco Richter begann Vladimir Darida.

VfB-Coach Pellegrino Matarazzo tauschte im Vergleich zum 0:0 gegen den 1. FSV Mainz 05 ebenfalls einmal. So kehrte Kapitän Wataru Endo nach einer Corona-Infektion zurück und ersetzte den muskulär angeschlagenen Omar Marmoush.

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Angsthasenfußball? Erst mal abwarten im Abstiegskrimi? Nicht mit der Hertha: Die Magath-Schützlinge begannen mit viel Feuer und spielten die Stuttgarter teilweise schwindlig.

Dementsprechend wurde es sofort brandgefährlich. Marc Oliver Kempf köpfte das Leder nach einer Ecke nur knapp rechts vorbei und die Schwaben hatten in dieser Situation doppelt Glück, da am rechten Pfosten Selke lauerte. Aber der Stürmer kam mit seinem Schädel nicht mehr an den Ball (3.).

Die Aufstellung von Hertha BSC gegen den VfB Stuttgart

So ging der VfB Stuttgart bei Hertha BSC ins Rennen

Die Stuttgarter Fans stimmen sich mit einer Pyroshow aufs Spiel ein.
Die Stuttgarter Fans stimmen sich mit einer Pyroshow aufs Spiel ein.  © John MACDOUGALL/AFP

Davie Selke bringt Hertha BSC gegen den VfB Stuttgart in Führung

Was ein Start: Santiago Ascacibar (o.) und Dedryck Boyata (u.) bejubeln den Treffer zum 1:0 durch Davie Selke.
Was ein Start: Santiago Ascacibar (o.) und Dedryck Boyata (u.) bejubeln den Treffer zum 1:0 durch Davie Selke.  © Andreas Gora/dpa

In der nächsten Situation machten es die Berliner besser. Marvin Plattenhardt kam über links und servierte die Kugel mit viel Dampf halbhoch ins Zentrum. Dort stand erneut Selke, der die Murmel mit rechts im VfB-Gehäuse zum 1:0 versenkte (4.).

Schiedsrichter Felix Brych entschied erst auf Abseits, gab den Treffer allerdings nach VAR-Überprüfung.

Die Stuttgarter waren zu diesem Zeitpunkt komplett verunsichert und das änderte sich vorerst auch nicht. Rannte die Heimelf an, bekamen die Schwaben weiche Knie.

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Gut aus Stuttgarter Sicht war, dass die Alte Dame jetzt die Konsequenz vermissen ließ.

Der VfB fand dagegen in der Offensive zunächst kaum statt. Einzig Endo probierte es aus der Distanz, schoss den Ball jedoch zu zentral auf BSC-Keeper Marcel Lotka, der die Pille locker aufnahm (13.).

Nach 20 Minuten stabilisierten sich die Stuttgarter immerhin langsam und bemühten sich, ihr Angriffsspiel aufzuziehen. Dabei scheiterten sie am Berliner Bollwerk.

Konstantinos Mavropanos mit guter Chance für den VfB Stuttgart, Hertha BSC lauert auf Konter

Jubelschrei aus vollem Herzen: Davie Selke feiert sein Tor zum 1:0 für Hertha BSC.
Jubelschrei aus vollem Herzen: Davie Selke feiert sein Tor zum 1:0 für Hertha BSC.  © John MACDOUGALL/AFP

Chancen des VfB blieben somit Mangelware. Chris Führich schoss nochmal aus der Distanz aufs Hertha-Tor, aber die Kugel landete zu unplatziert in den Armen von Schlussmann Lotka (38.).

Derweil kam von der Hertha, die längst nur noch auf Konter lauerte, so gut wie nichts mehr.

Zu Beginn der zweiten Hälfte schien Berlin Stuttgart weiter im Griff zu haben. Die Matarazzo-Mannen taten sich schwer und waren dem Gegner im Mittelfeld unterlegen.

Dann nahm sich Konstantinos Mavropanos ein Herz. Der griechische Nationalspieler tankte sich in Lucio-Manier durchs gesamte Zentrum, drosch den Ball jedoch vom linken Strafraumrand übers Tor (52.).

Nur durch solche Einzelaktionen kam der VfB vors Gehäuse der Hauptstädter. Als Nächstes war es erneut Führich, der von rechts nach innen zog und abschloss - jedoch wieder unplatziert in die Arme von Keeper Lotka (56.).

Die Schwaben hatten jetzt mehr Möglichkeiten, blieben aber weiter ungefährlich.

Hertha gelang ein wichtiger Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Dementsprechend groß war die Freude.
Hertha gelang ein wichtiger Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Dementsprechend groß war die Freude.  © John MACDOUGALL/AFP

Ishak Belfodil erzielt das 2:0 für Hertha BSC gegen den VfB Stuttgart

Ishak Belfodil sorgte für die endgültige Entscheidung.
Ishak Belfodil sorgte für die endgültige Entscheidung.  © John MACDOUGALL/AFP

Wie Tiago Tomas, der aus der Distanz zu mittig abschloss. Auch diesmal hatte BSC-Torwart Lotka keine Probleme, das Leder unter sich zu begraben (65.).

Im Anschluss ließen sich die Hausherren nach langer Zeit mal wieder vor dem VfB-Gehäuse blicken: Peter Pekariks Schuss aus dem rechten Halbfeld zischte aber flach links am Tor vorbei (68.).

In der Schlussphase plätscherte das Spiel lange Zeit etwas vor sich hin. Den Matarazzo-Schützlingen fiel einfach nichts mehr ein, um wenigstens noch einen Zähler mitzunehmen.

Stattdessen machte Belfodil den Deckel drauf. Der Angreifer kam nach einem verunglückten Abschluss am rechten Pfosten an den Ball und tanzte anschließend die gesamte VfB-Abwehr aus, ehe er die Kugel unwiderstehlich zum 2:0 verwandelte (90.+3).

Für die Hertha bedeutete der Sieg einen wahren Befreiungsschlag, während sich Stuttgart jetzt auf die Relegation einstellen muss.

Weiter geht es für den VfB am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den VfL Wolfsburg. Hertha gastiert zur selben Zeit bei Arminia Bielefeld.

Ishak Belfodil (2.v.l.) schoss in der Nachspielzeit überlegt zum 2:0 für Hertha BSC ein.
Ishak Belfodil (2.v.l.) schoss in der Nachspielzeit überlegt zum 2:0 für Hertha BSC ein.  © John MACDOUGALL/AFP

Titelfoto: John MACDOUGALL/AFP

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