Blitzstart reicht nicht: Hertha BSC punktet bei irrem Chancen-Festival gegen Eintracht Frankfurt

Berlin - Ein Fest der vergebenen Chancen! Hertha BSC hat bei der Heimpremiere von Sandro Schwarz die passende Reaktion auf die Derby-Schmach gezeigt. Gegen Eintracht Frankfurt erkämpfte die Alte Dame nach einem Blitzstart ein 1:1 (1:0).

Torschütze Suat Serdar (l.) bejubelt seinen Kopfballtreffer mit Neuzugang Chidera Ejuke.
Torschütze Suat Serdar (l.) bejubelt seinen Kopfballtreffer mit Neuzugang Chidera Ejuke.  © Christophe Gateau/dpa

Suat Serdar brachte Hertha im stimmungsvollen Olympiastadion (44.494 Zuschauer) schon früh in Führung (4. Minute). Daichi Kamada glich kurz nach der Pause zum 1:1 aus (48.).

Neu-Trainer Sandro Schwarz nahm nach der erneuten Derbyniederlage beim 1. FC Union (1:3) gleich vier Veränderungen vor. Chidera Ejuke, Wilfried Kanga, Lucas Tousart und Maximilian Mittelstädt erhielten den Vorzug vor Davie Selke, Kevin-Prince Boateng, Myziane Maolida und Marvin Plattenhardt (beide muskuläre Probleme).

Sein Gegenüber, Gäste-Coach Oliver Glasner, tauschte seine Elf im Vergleich zum Supercup gegen Real Madrid (0:2) auf drei Positionen. Mario Götze durfte wieder von Beginn an ran, ebenso wie Randal Kolo Muani und Lucas Alario.

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Das erste Highlight gab es bereits vorm Anpfiff. Passend zum 130. Geburtstag verwandelten die Hertha-Fans das Olympiastadion in ein blau-weißes Fahnenmeer. Und die Stimmung sollte noch besser werden! Der erste Angriff führte prompt zum Erfolg.

Die Berliner setzten Daichi Kamada unter Druck, eroberten schon in Frankfurts Hälfte die Kugel und schalteten sofort in den Angriffsmodus. Von Ejuke bedient hatte Dodi Lukebakio auf der rechten Außenbahn Platz. Der Belgier fand mit seiner maßgeschneiderten Flanke den Kopf von Suat Serdar, der sich klasse durchsetzte - 1:0 (4.). Der Traumstart war perfekt!

Aufstellung von Hertha BSC

Anfangself von Eintracht Frankfurt

Stürmische Hertha bereitet Frankfurt Probleme

Frankfurts Christopher Lenz (l.) hat gegen den agilen Dodi Lukebakio viel zu tun.
Frankfurts Christopher Lenz (l.) hat gegen den agilen Dodi Lukebakio viel zu tun.  © Christophe Gateau/dpa

Die Gäste ließen sich von der stürmischen Hertha aber nicht beeindrucken und suchten die schnelle Antwort. Denn auch die Hessen können schnell spielen. Knauff steckte rechts auf Kamada durch. Der Japaner hatte freie Schussbahn, legte aber noch einmal quer, sodass Alario nur noch einschieben musste. Der Argentinier erwischte die Pille aber nicht richtig (7.).

Es war ein munterer Beginn. Beide Mannschaften drückten aufs Gaspedal. Erst klärte Jonjoe Kenny in höchster Not vor gleich mehreren einschussbereiten Gästen, dann vergab Kanga die Riesen-Gelegenheit zum 2:0. Mittelstädt bediente den neuen Stürmer mit einer präzisen Hereingabe in den Fünfmeterraum. Aus kürzester Distanz jagte Kanga den Ball aber über den Kasten (23.). Das hätte ein Tor sein müssen!

Mit der Trinkpause beruhigte sich das Geschehen ein wenig. Die Hessen hatten sich nun besser auf die griffigen Berliner eingestellt, ohne selbst gefährlich zu werden.

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Das änderte sich mit Beginn des zweiten Durchgangs. Filip Uremovic verlor in der eigenen Hälfte den Ball, dann ging es schnell. Kolo Muani hatte die Wiese vor sich, wartete am Strafraumrand geschickt auf den mitgelaufenen Kamada. Seinen Querpass musste der Japaner nur noch einschieben - 1:1 - (48.).

Kamada bestraft Patzer von Herthas Uremovic

Umkämpfte Partie im Olympiastadion. Randal Kolo Muani (l) und Herthas Maximilian Mittelstädt mit vollem Einsatz.
Umkämpfte Partie im Olympiastadion. Randal Kolo Muani (l) und Herthas Maximilian Mittelstädt mit vollem Einsatz.  © Christophe Gateau/dpa

Die Adlerträger hatten jetzt Lunte gerochen und schoben weiter an. Ein Ballverlust am Strafraum von Serdar wäre beinah bitterböse bestraft worden. Kolo Muanis Versuch streifte nur knapp am Kasten vorbei (55.).

Auf der anderen Seite spielte auch Hertha gegen den Europa-League-Sieger weiter munter mit. Lukebakio scheiterte innerhalb weniger Minuten zweimal an Kevin Trapp (53./62.).

Wie schon zu Beginn des Spiels ging es hin und her. Erst jagte Kamada aus aussichtsreichster Position die Kugel über den Kasten, dann vergab der eingewechselte Stevan Jovetic den nächsten Riesen. Allein vor Trapp traf auch der Angreifer die Kugel nicht richtig, sodass das Spielgerät am Gehäuse vorbei kullerte (72.).

Doch auch die Gäste wollten mehr. Vor allem der pfeilschnelle Faride Alidou bereitete der Berliner Hintermannschaft erheblich Probleme. Der Ex-Hamburger tanzte Mittelstädt aus und versuchte es mit einem Mix aus Hereingabe und Schuss selbst, der nur Zentimeter am Tor vorbeiging.

Nur wenige Zeigerumdrehungen später waren wieder die Hausherren am Zug. Über Lukebakio und Kenny kombinierte sich der Hauptstadtklub bis zur Grundlinie. Die Fans hatten den Torschrei schon auf den Lippen, doch Serdar jagte die Hereingabe am Kasten vorbei. Irre, was für Chancen beide Mannschaften liegenließen.

Das sollte es aber noch nicht gewesen sein. Nach einem Steckpass umkurvte der eingewechselte Borré Oliver Christensen, wurde dabei aber noch minimal von Oliver Christensensen am Fuß berührt. Schiedsrichter Frank Willenborg war sich seiner Sache sicher und zeigte trotz großer Proteste auf den Punkt.

Allerdings meldete sich der Köllner Keller. Der Unparteiische schaute sich die Szene noch einmal ganz genau an. Erst nach einer gefühlten halben Ewigkeit traf er eine Entscheidung: kein Elfmeter! Damit blieb es beim letztendlich gerechten 1:1.

Für Hertha BSC bleibt das Auftaktprogramm anspruchsvoll. Am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) sind die Blau-Weißen bei Borussia Mönchengladbach gefordert. Eintracht Frankfurt empfängt am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) den 1. FC Köln.

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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