Hertha BSC: Schwolow weg, wird Christensen jetzt die Nummer eins?

Berlin - Herthas Torwart-Karussell dreht sich weiter. Kaum gaben die Berliner die Verpflichtung von Torhüter-Juwel Tjark Ernst (19) bekannt, folgte nur wenige Stunden später der Abgang von Alexander Schwolow (30). Die einstige Nummer eins wechselt auf Leihbasis zum Ligarivalen FC Schalke 04.

Alexander Schwolow (30) verlässt Hertha nach zwei Jahren.
Alexander Schwolow (30) verlässt Hertha nach zwei Jahren.  © Andreas Gora/dpa,

Der Aufsteiger hatte sich schon 2020 intensiv um den 30-Jährigen bemüht. Weil sich die Knappen mit dem SC Freiburg aber nicht auf eine Ablöse verständigen konnten, grätschte Hertha BSC überraschend dazwischen. Die Alte Dame sicherte sich für etwa sieben Millionen Euro seine Dienste.

Wirklich glücklich wurde "Schwolli" in der Hauptstadt aber nie. In seinen zwei Jahren hat er gleich zweimal seinen Stammplatz verloren. Erst an Rune Jarstein (37), dann an Marcel Lotka (21), der bis dato eigentlichen Nummer fünf.

Lotka hatte sich schon vor wenigen Wochen Borussia Dortmund angeschlossen. Der 21-Jährige wird künftig für die Reserve im Kasten stehen. Damit haben gleich beide Stammkeeper der vergangenen Saison den Hauptstadtklub verlassen.

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Nun wird ein Nachfolger gesucht. Die naheliegendste Lösung: Oliver Christensen (23)!

Der Däne schloss sich erst vergangene Saison der Alten Dame an. Schon Tayfun Korkut (47) soll überlegt haben, einen Torwartwechsel vorzunehmen, damals bremste ihn erst Corona und dann eine Verletzung aus.

Hertha BSC will noch einen weiteren Keeper verpflichten

Oliver Christensen (23) erwies sich in der Relegation als echter Rückhalt.
Oliver Christensen (23) erwies sich in der Relegation als echter Rückhalt.  © AFP/Tobias Schwarz

So mussten gleich drei Keeper (Schwolow, Lotka, Jarstein) ausfallen, um ihm doch noch zum Debüt zu verhelfen. Ausgerechnet in der nervenaufreibenden Relegation wurde der 23-Jährige ins kalte Wasser geworfen. Kassierte der dänische U21-Nationalkeeper im Hinspiel noch "ein Eier-Tor" (Kempf), erwies er sich in Hamburg als echter Rückhalt.

Viel auf den Kasten bekam er zwar nicht, doch wenn der 23-Jährige gefordert wurde, war er da. Nahezu jede Flanke landete in seinen Armen, strahlte zudem Sicherheit aus. Mit seiner extrovertierten und positiv verrückten Art sowie spätestens nach seinem Tanz vor der Kurve in Hamburg stieg er ohnehin schnell zum Publikumsliebling auf.

Eine Chance hätte Christensen mehr als verdient und wird sie wohl auch bekommen. Der "Kicker" berichtete schon Anfang Mai, dass er in der neuen Saison die Möglichkeit erhalte, durchzustarten. Auch wenn sowohl der jüngst verpflichtete Ernst sowie Robert Kwasigroch (17) bei den Profis Erfahrungen sammeln sollen, sind beide aber zunächst für die U23 eingeplant.

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Konkurrenzlos wird der Däne aber nicht bleiben. Hertha plant dennoch, einen weiteren Keeper zu holen, zumal auch Rune Jarstein (37) seit seiner Corona-Erkrankung im April 2020 kein einziges Spiel mehr bestritten hat. Die wohl realistischsten von den gehandelten Namen dürften Timo Horn (29) und Stefan Ortega (29) sein. Ausgang offen.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa, AFP/Tobias Schwarz

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