Hertha-Training eskaliert: Kevin-Prince Boateng blafft Pal Dardai an

Berlin - Nach fünf Pleiten in sieben Spielen ist bei Hertha BSC das Zoff-O-Meter voll auf Spannung gepolt. Die Stimmung ist im Tabellenkeller, nun kracht es zudem auf den hinteren Plätzen. Die Akteure des wütenden Schauspiels: Pal Dardai (45) und Kevin-Prince Boateng (34)!

Pal Dardai (45, l.) und Kevin-Prince Boateng (34) beim Spiel gegen den VfL Wolfsburg. Am Dienstag kriegten sich der Chef-Trainer und der Kabinen-Kapitän in die Wolle.
Pal Dardai (45, l.) und Kevin-Prince Boateng (34) beim Spiel gegen den VfL Wolfsburg. Am Dienstag kriegten sich der Chef-Trainer und der Kabinen-Kapitän in die Wolle.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Worum geht's genau? Der Hertha-Coach und der Kabinen-Kapitän sollen sich nach "Bild"-Informationen am Dienstag auf dem Trainingsplatz gestritten haben.

Folgende Szene: Die Zeiger stehen auf 16 Uhr, der Regen strömt, Nationalspieler fehlen. Keine guten Voraussetzungen für eine gelungene Trainingseinheit.

Als Dardai als Unparteiischer dann noch ein Tor Boatengs wegen Abseits zurückpfeift, kippt die Stimmung noch mehr ins Negative. Der ehemalige Nationalspieler von Ghana ist nicht zu bremsen, herrscht Dardai an. Um die Gemüter zu kühlen, pfeift der 45-Jährige zur Trinkpause.

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Doch Boateng ist das egal. Davie Selke (26) will schlichten – vergeblich! Für den vor Wut schäumenden Mittelfeldspieler war es eine klare Fehlentscheidung des 45-Jährigen, er will den Fall klären.

"Ich bin Schiedsrichter. Warum diskutierst du mit mir?", will Dardai wissen.

Boateng, der nach sieben Spieltagen nur viermal in der Startelf stand und ebenso viermal ausgewechselt wurde, faucht ihn daraufhin an: "Danach pfeifen sie für uns!" Dardai entgegnet entschieden: "Ich pfeife nicht für euch."

Kevin-Prince Boateng bockt: "Ist nicht so einfach"

Hertha BSC ist mit Pal Dardai (45) zurück im Krisenmodus.
Hertha BSC ist mit Pal Dardai (45) zurück im Krisenmodus.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Boateng lässt nicht locker und pflaumt weiter: "Ja, doch. Wenn wir immer leise sind, pfeifen sie nicht für uns." Dardai: "Ja, aber beim zweiten Mal Abseits kann ich nicht pfeifen. So einfach ist das!" Der Spieler bleibt uneinsichtig und bockt: "Ist nicht so einfach."

Der Trainer bügelt daraufhin nur einsilbig die Kritik ab: "Doch!" Boateng lässt weiter Dampf ab und feuert aus allen Rohren: "Wenn wir immer ruhig sind, ist klar, dass sie immer gegen uns pfeifen." Mit einem "Bruder" will er noch seinen Team-Kollegen Selke ins Boot holen.

Nach dem Wortgefecht konnte die Einheit dann friedlicher weitergehen.

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Lustige Randnotiz: Am Mittwochnachmittag schien schon wieder eitel Sonnenschein zu herrschen. In den sozialen Netzwerken teilte die Alte Dame ein Foto, das die Hitzköpfe Boateng und Dardai Arm in Arm zeigt. "Die Fahne auf der Brust und im Herzen. Mehr blau-weiß geht nicht. Ein Team", schrieb der Klub dazu.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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