Hertha tritt nach XXL-Rotation auf der Stelle: "Jeder Punkt ist wichtig"

Berlin - Den Befreiungsschlag hat Hertha BSC verpasst. Im von Trainer Pal Dardai (45) ausgerufenen Endspiel quälten sich die Berliner zu einer mühsamen Nullnummer. Arminia Bielefeld machte dem Hauptstadt-Klub vor allem im ersten Durchgang das Leben schwer.

Lucas Tousart (23/l.) kümmert sich um den Verletzten Matheus Cunha (21). Sein Einsatz gegen Schalke ist fraglich.
Lucas Tousart (23/l.) kümmert sich um den Verletzten Matheus Cunha (21). Sein Einsatz gegen Schalke ist fraglich.  © Soeren Stache/dpa-Pool/dpa

Erst kam Joakin Nilsson (27) nach einem Eckball frei zum Kopfball (10. Minute), dann musste Alexander Schwolow (28) die Distanzschüsse von Andreas Voglsammer (29) und Manuel Prietl (29) parieren (26./28.).

Und Hertha? Von der Leichtigkeit, die noch beim überzeugenden 3:0 gegen den SC Freiburg zu sehen war, blieb nicht mehr viel übrig. Den Berlinern war trotz erneuter XXL-Rotation (Dardai nahm acht Wechsel vor) die Belastung von zuletzt drei Spielen in sieben Tagen anzumerken.

Den Blau-Weißen fehlte es an Schwung und Durchschlagskraft. Jhon Cordoba (27) vergab die beste Gelegenheit, als er erst Amos Pieper an der Seitenlinie vernaschte, in den Strafraum drang, dort aber aus dem Tritt kam und den Ball noch im Fallen an den Pfosten setzte.

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Viel mehr kam auch im zweiten Durchgang nicht mehr zustande. Auch die taktische Umstellung vom 3-5-2 zum 4-4-2 und später noch zum 4-2-3-1 hatte keine großen Auswirkungen. Lediglich der eingewechselte Javairo Dilrosun (22) versuchte es zweimal aus der Distanz (70./88.).

Dennoch war Dardai mit dem Punkt nicht unzufrieden. "Das Minimalziel war der Punkt und die Null musste stehen, damit einen Schritt machen in der defensiven Ordnung. In solcher Situation ist jeder Punkt wichtig, gerade gegen die direkte Konkurrenz", sagte der Coach am Sky-Mikrofon. "Ich bin mit fünf Punkten aus der Quarantäne voll zufrieden. Viele haben vorher schon gesagt: 'Das war's mit Hertha!'"

Hertha BSC verpasst Befreiungsschlag im Abstiegskampf

Aufmunternde Worte von Pal Dardai (45) und Arne Friedrich (41). Im Mannschaftskreis richteten Trainer und Sportdirektor noch ein paar Worte an die Spieler.
Aufmunternde Worte von Pal Dardai (45) und Arne Friedrich (41). Im Mannschaftskreis richteten Trainer und Sportdirektor noch ein paar Worte an die Spieler.  © John Macdougall/AFP-Pool/dpa

Hertha steht nach dem Remis weiter überm Strich, hat es aber verpasst sich endgültig abzusetzen. Somit bleibt es weiter spannend im Tabellenkeller.

Die Berliner trennen als 14. mit 31 Zählern nur zwei Punkte vom Tabellenvorletzten 1. FC Köln, haben aber noch ein Spiel in der Hinterhand. "Unser Bonus-Spiel. Wenn du den Joker ziehst, sieht alles gut aus."

Noch auf dem Spielfeld munterte der Ungar seine müde Elf im Mannschaftskreis wieder auf. Die zähe Nullnummer soll keine negativen Spuren hinterlassen - zumal seine Mannschaft mittlerweile seit sechs Spielen ungeschlagen ist. "Die Spieler sind traurig. Ich habe gesagt: "Kopf hoch. Ich möchte, dass ihr zufrieden seid."

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Viel Zeit zum Ärgern bleibt ohnehin nicht. Schon am Mittwoch geht das Hammerprogramm weiter. Die Alte Dame muss dann zum FC Schalke 04 (18 Uhr/Sky). Beim Absteiger haben sie die Chance die ohnehin schon gute Ausgangslage vor dem Saisonfinale noch zu verbessern, ehe am Samstag gegen Köln das nächste direkte Keller-Duell ansteht.

"Wir müssen jetzt schnell regenerieren, dann werden wir die Analyse zum nächsten Spiel machen und auf Schalke schon wieder Vollgas geben, damit wir da die drei Punkte auf jeden Fall mitnehmen", sagte Niklas Stark (26).

Ob Dardai dann aber wieder auf genug frische Kräfte setzen kann, wird sich zeigen. Maximilian Mittelstädt (23) musste mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung runter. Auch Matheus Cunha (21) musste angeschlagen ausgewechselt werden. Im Vorfeld fiel bereits Sami Khedira (34) aus. Zudem wird Matteo Guendouzi (22) mit einem Mittelfußbruch im Saisonendspurt nicht mehr zur Verfügung stehen.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Pool/dpa

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