Hertha zeigt Moral: "Riesenkompliment" dank Jovetic

Berlin - Am Ende war sogar noch der Sieg drin. Dank einer Aufholjagd kann sich Hertha BSC über einen verdienten Punktgewinn beim VfB Stuttgart (2:2) freuen. Das Debüt von Tayfun Korkut (47) ist damit geglückt - dank Stevan Jovetic (32). Mit seinem Doppelpack bewahrte der 32-Jährige die Berliner vor dem nächsten Rückschlag.

Der Matchwinner: Stevan Jovetic (32) jubelt über seinen Doppelpack.
Der Matchwinner: Stevan Jovetic (32) jubelt über seinen Doppelpack.  © Tom Weller/dpa

Dabei verlief der Start denkbar ungünstig. Hertha war weit aufgerückt und ließ sich prompt auskontern. Der Ägypter Omar Marmoush (22) startete aus der eigenen Hälfte, rannte allein auf Alexander Schwolow (29) zu und ließ dem Schlussmann keine Chance (15. Minute).

Auch beim 0:2 (19.) ließ das Abwehrverhalten der Gäste zu wünschen übrig. Philipp Förster (26) konnte unbedrängt rund 60 Meter durch das Mittelfeld spazieren und jagte die Kugel anschließend in die Maschen.

"Wir haben sehr gut angefangen und bekommen dann zwei einfache Tore", stellte Korkut am DAZN-Mikrofon fest. Anders als noch beim Stadtderby beim 1. FC Union Berlin (0:2) oder bei der TSG 1899 Hoffenheim (0:2) gab sich der Hauptstadt-Klub nach jeweils gutem Beginn nach den ersten Nackenschlägen nicht geschlagen. Auch, weil der VfB selbst nicht in der besten Phase ist. Das nutzten die Berliner eiskalt aus.

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"Wir haben trotzdem nicht nachgelassen. Das war für mich das Wichtigste. Vor allem nicht nur mit Kampf und Mentalität, sondern auch fußballerisch", lobte der neue Cheftrainer, der seiner Mannschaft "ein Riesenkompliment" aussprach. "Nach einem 0:2 so weiterzuspielen, um dann letztendlich hier hochverdient einen Punkt mitzunehmen."

Stevan Jovetic rettet Hertha BSC einen Punkt

Geglücktes Trainerdebüt: Tayfun Korkut (47) kann sich nach einem 0:2-Rückstand noch über ein 2:2 freuen.
Geglücktes Trainerdebüt: Tayfun Korkut (47) kann sich nach einem 0:2-Rückstand noch über ein 2:2 freuen.  © Tom Weller/dpa

Nachdem Ishak Belfodils (29) Anschlusstreffer wegen einer Abseitsstellung von Vladimir Darida (30) vom VAR wieder einkassiert wurde, machten die Gäste dennoch einfach weiter. Jovetic brachte Hertha kurz vor der Pause mit einem sehenswerten Schlenzer in den Knick zurück ins Spiel (40.).

In der Schlussphase war der 32-Jährige erneut zur Stelle, als er eine tolle Ablage von Sturmpartner Belfodil nur noch über die Linie drücken musste (76.).

"Natürlich wollten wir gewinnen, wenn du aber 0:2 zurückliegst, dann musst du auch mit einem Punkt zufrieden sein", konnte der Matchwinner bei DAZN mit dem Punktgewinn leben.

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Wirklich verbessert hat sich die Situation von Hertha allerdings nicht - zumindest tabellarisch. Der Abstand zum Relegationsrang beträgt nur zwei Punkte. Zudem kassieren die Berliner weiterhin viel zu einfache Tore. Auch mit dem neuen Coach bekommen sie den Laden hinten nicht dicht. Nur Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth (46) hat noch mehr Gegentore kassiert als die Blau-Weißen (29).

Die Marschrichtung ist klar: Beim nächsten Kellerduell am Samstag gegen Arminia Bielefeld muss ein Sieg her. Seit nun schon fünf Spielen warten die Hauptstädter auf einen Dreier. "Jetzt geht es darum, dass wir die nächsten Schritte machen", gibt auch Korkut die Richtung vor.

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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