Herthas Fab Five: Die jungen Wilden greifen an!

Berlin - Hertha BSC wollte hoch hinaus und wäre beinah in die Zweitklassigkeit abgestürzt. Dank Geldgeber Lars Windhorst gingen die Berliner auf große Shoppingtour. Auch im Sommer investierten die Berliner noch einmal kräftig in die Mannschaft.

Luca Netz erzielte gegen den VfB Stuttgart sein erstes Bundesligator.
Luca Netz erzielte gegen den VfB Stuttgart sein erstes Bundesligator.  © Tom Weller/dpa

Trotz namhafter Stars wie Matheus Cunha (22), Krzysztof Piatek (25) oder Jhon Cordoba (28) haben die Berliner den Blick auf die eigenen Talente nicht verloren.

Gleich fünf Youngster gaben in der vergangenen Saison ihr Bundesliga-Debüt. Nur der FC Schalke 04 hatte noch mehr Profi-Debütanten zu verzeichnen. Bezeichnend, dass auch nicht einer der teuren Neuzugänge, sondern ein Eigengewächs den Klassenerhalt sichern konnte.

Jessic Ngankam (23) gelang auf Schalke mit dem 2:1 Siegtreffer das wohl wichtigste Tor der Saison. Seit seinem fünften Lebensjahr spielt der Nachwuchsstürmer nun schon bei der Hertha. In Zukunft sollen nicht nur bei ihm noch weitere entscheidende Momente folgen. TAG24 stellt die jungen Wilden vor:

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Luca Netz

Bei Luca Netz (18) sieht man gleich, dass aus dem 18-Jährigen ein ganz Großer werden kann. Der Youngster bringt trotz seines jungen Alters schon jetzt vieles mit, ist robust, lernwillig, dynamisch, sucht den Weg nach vorne und hat für einen Linksverteidiger einen überraschend starken rechten Fuß.

Luca Netz und Marton Dardai mit Aussichten auf einen Stammplatz bei Hertha BSC

Herthas Marton Dardai im Zweikampf mit Bielefelds Sven Schipplock (r). Der junge Verteidiger erkämpfte sich einen Stammplatz.
Herthas Marton Dardai im Zweikampf mit Bielefelds Sven Schipplock (r). Der junge Verteidiger erkämpfte sich einen Stammplatz.  © Soeren Stache/dpa-Pool/dpa

Gegen den VfB Stuttgart (1:1) gelang dem 18-Jährigen sein erstes Bundesligator. Als jüngster Torschütze in Herthas Ligageschichte löste Netz keinen geringeren als Kevin-Prince Boateng (34) ab. "Er ist ein Riesen-Rohdiamant", lobte Pal Dardai (45) seinen Schützling.

Derzeit schuftet Herthas Top-Talent fürs Comeback. Ein Mittelfußbruch setzte ihn für den Rest der Saison außer Gefecht.

Hätte sich Netz nicht schon im Mai vergangenen Jahres ebenfalls einen Mittelfußbruch zugezogen hätte er vermutlich noch einen Rekord geknackt. So aber bleibt er hinter Lennart Hartmann (30) "nur" Herthas zweitjüngster Profi-Debütant.

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Marton Dardai

Der nächste Dardai erobert die Bundesliga! Noch unter Bruno Labbadia (55) debütierte Marton Dardai (19) im November erstmals in der Bundesliga, unter seinem berühmten Vater folgte die Startelf-Premiere. Inzwischen ist der 19-Jährige kaum aus der ersten Elf wegzudenken. Die Bilanz: 12 Spiele, davon neun von Anfang an.

Vor allem der Spielaufbau ist die große Stärke des Abwehrspielers. Im modernen Fußball ein wichtiger Faktor. Schon in der Jugend hatten die Gegner seinen Sohn zugestellt, verriet Papa Pal Dardai.

Jonas Michelbrink überzeugt im Mittelfeld

Jonas Michelbrink (r.) bei seinem zweiten Bundesligaeinsatz gegen Ex-Herthaner Marius Wolf.
Jonas Michelbrink (r.) bei seinem zweiten Bundesligaeinsatz gegen Ex-Herthaner Marius Wolf.  © Annegret Hilse/Reuters-Pool/dpa

Kurios: Normalerweise rücken die Innenverteidiger aufgrund ihrer Kopfballstärke bei Eckbällen oder Freistößen mit nach vorne. Dardai jedoch hat die ein oder andere Standardsituation selbst ausgeführt - mit Erfolg. Seine Hereingabe beim Abstiegskracher in Mainz (1:1) verwertete Lucas Tousart zur zwischenzeitlichen Führung.

Jonas Michelbrink

Bei seinem Debüt hinterließ Jonas Michelbrink (19) gleich einen bleibenden Eindruck. Statt auf den erfahrenen Eduard Löwen (24) zu setzen, vertraute Dardai im so wichtigen Nachholspiel auf Schalke auf den eigenen Nachwuchs aus der Akademie. Der ballsichere 19-Jährige zahlte das Vertrauen zurück, traute sich viel zu, verteilte klug die Bälle und half in den letzten 15 Minuten entschieden mit, den Sieg über die Ziellinie zu bringen.

In der Saison 2019/2020 noch in der U19 aktiv, kam Michelbrink, der im offensiven Mittelfeld zu Hause ist, in dieser Spielzeit meist für die U23 in der Regionalliga Nordost zum Einsatz. Die Bilanz: elf Spiele, ein Tor und drei Vorlagen.

Jonas Dirkner ist der 80. Debütant aus der Hertha-Akademie

Sami Khedira (l.) verlässt nach 15 Jahren die große Fußballbühne. Die Teamkollegen Niklas Stark (r.), Lukas Klünter (2.v.r.) und Deyovaisio Zeefuik (2.v.l.) nehmen Abschied.
Sami Khedira (l.) verlässt nach 15 Jahren die große Fußballbühne. Die Teamkollegen Niklas Stark (r.), Lukas Klünter (2.v.r.) und Deyovaisio Zeefuik (2.v.l.) nehmen Abschied.  © Uli Deck/dpa

Marten Winkler

Wie Michelbrink feierte auch Marten Winkler (18) ein doppeltes Debüt. Der schnelle Nachwuchsstürmer, der vor dem Corona-Abbruch zwischen A-Junioren-Bundesliga und Regionalliga Nord pendelte, feierte nicht nur bei der U23, sondern auch bei den Profis Premiere. In der Schlussminute durfte der 18-Jährige gegen den 1. FC Köln noch ein wenig Bundesligaluft schnuppern.

Darüber dürfte man sich vor allem in Köpenick ärgern. Von 2014 bis 2015 spielte er noch in der Jugend des 1. FC Union Berlin, ehe er sich der Akademie von Hertha BSC anschloss.

Jonas Dirkner

Seine Einwechslung am letzten Spieltag bei der TSG 1899 Hoffenheim wäre beinah untergegangen. Die Augen waren vielmehr auf denjenigen gerichtet, der vom Feld genommen worden war. Es war das letzte Spiel von Sami Khedira (34). Der Weltmeister von 2014 beendete damit seine Karriere.

Der 16 Jahre jüngere Jonas Dirkner (18) hingegen war bis dato nur den wenigsten Hertha-Fans bekannt. Der deutsche U19-Nationalspieler spielt wie Khedira im zentralen Mittelfeld und sorgte mit seinem Einsatz für die nächste Schlagzeile. Er ist damit schon der 80. Debütant aus der Hertha-Akademie!

Titelfoto: Tom Weller/dpa, Soeren Stache/dpa-Pool/dpa, Annegret Hilse/Reuters-Pool/dpa

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