Ist seine Zeit bei Hertha BSC abgelaufen? Das sagt Pal Dardai nach der 0:6-Pleite gegen Leipzig

Berlin - Große Uneinigkeit: Investor Lars Windhorst (44) ist enttäuscht, Geschäftsführer Sport Fredi Bobic (49) ist sauer und Trainer Pal Dardai (45) nimmt seine Spieler nach einer 0:6-Packung in Schutz. Wie passt das alles überhaupt noch zusammen bei Hertha BSC?

Beim desaströsen 0:6 in Leipzig wirkten die Trainer von Hertha BSC ziemlich ratlos.
Beim desaströsen 0:6 in Leipzig wirkten die Trainer von Hertha BSC ziemlich ratlos.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Für Trainer Pal Dardai ist nach dem 0:6 von Hertha BSC bei RB Leipzig ein Rücktritt keine Option.

"Wer mich kennt, weiß, Pal kommt jeden Tag mit vollem Akku und motiviert zum Training und versucht, die Spieler wie eigene Söhne zu behandeln, jeden Spieler zu verbessern", sagte der 45-Jährige am Sonntagmorgen. "Auch heute bin ich mit guter Laune gekommen", sagte Dardai.

Vor vier Wochen hatte der Ungar nach dem 0:5 in der Fußball-Bundesliga beim FC Bayern München noch seinen Posten quasi zur Verfügung gestellt und nach seiner generellen Nörgelei an der Situation der Berliner einen Rüffel von Geschäftsführer Fredi Bobic kassiert.

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Im Nachhinein fühlt sich Dardai falsch verstanden. Der Boulevard habe "seine Aussagen verdreht".

Auch nach dem nächsten Debakel am Samstag in Leipzig bewerteten Bobic und Dardai die Lage unterschiedlich. Während der Manager die Profis harsch kritisierte, stellte sich der Trainer schützend vor sein Team.

"Wir haben vor ein paar Wochen eine neue Mannschaft bekommen", meinte Dardai zu den vielen neuen Akteuren, man müsse sich erst finden.

Pal Dardai findet die Uneinigkeit bei Hertha BSC normal

Harmonie wie man sie sich zwischen zwei Herthaner vorstellen würde, gibt es zwischen Fredi Bobic (49, l.) und Pal Dardai (45) zurzeit nicht.
Harmonie wie man sie sich zwischen zwei Herthaner vorstellen würde, gibt es zwischen Fredi Bobic (49, l.) und Pal Dardai (45) zurzeit nicht.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Den Dissens mit Bobic findet der Coach aber nicht schlimm: "Man kann nicht immer die gleiche Meinung haben. Wenn man seiner Frau jeden Tag erzählt, alles ist gut, bekommst du irgendwann kalte Suppe."

Hertha-Investor Lars Windhorst hatte sein Entsetzen über die nächste deutliche Niederlage am Vorabend auf seinen Social-Media-Kanälen kundgetan. "Wow! Bin etwas geschockt grad und brauche gleich einen Drink", schrieb Windhorst.

Trotz der Klatschen in München und Leipzig sieht Dardai seine Mannschaft mit sechs Zählern aus sechs Spielen aber sogar fast im Soll.

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"Grob" sei man "einen Punkt im Minus". Die hohen Niederlagen hätten weh getan und seien ein "Weckruf".

Aber: "Wir haben unsere Qualität, da hab ich ein Riesenvertrauen und Fantasie. Wir arbeiten eng zusammen", sagte Dardai.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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