Joker Ngankam entscheidet Abstiegskrimi: Hertha schlägt Schalke und verliert Piatek

Gelsenkirchen/Berlin - Aufatmen in Berlin! Hertha BSC hat das Nachholspiel gegen den FC Schalke 04 mit 2:1 (1:1) gewonnen und kann sich im nervenaufreibenden Abstiegskampf über drei ganz wichtige Punkte freuen. Nun schon sieben Spiele lang ist Berlin ungeschlagen. Der Klassenerhalt rückt näher.

Herthas Marvin Plattenhardt (l.) im Zweikampf mit Timo Becker. Für den Linksverteidger ist es das erste Spiel nach seiner Corona-Infektion.
Herthas Marvin Plattenhardt (l.) im Zweikampf mit Timo Becker. Für den Linksverteidger ist es das erste Spiel nach seiner Corona-Infektion.  © Martin Meissner/AP-Pool/dpa

Amine Harit hatte Schalke schon früh in Führung gebracht (6. Minute). Dedryck Boyata erzielte den 1:1-Ausgleich (18.), ehe Joker Jessic Ngankam das Spiel mit dem 2:1 entscheiden konnte (74.). Zudem sah Dodi Lukebakio noch die Gelb-Rote-Karte (89.).

Hertha-Trainer Pal Dardai schmiss nach der Nullnummer gegen Arminia Bielefeld erwartungsgemäß erneut die Rotationsmaschine an (acht Änderungen!). Unter anderem kehrten Marvin Plattenhardt und Mathew Leckie in die Startelf zurück.

Lediglich Alexander Schwolow, Lucas Tousart und Krzysztof Piatek gehörten auch schon am Sonntag zur ersten Elf.

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Auch Dimitrios Grammozis musste coronabedingt einiges ändern. Aufgrund drei positiver Corona-Fälle standen gleich sieben Spieler nicht zur Verfügung.

Im Vergleich zur 2:4-Pleite bei der TSG 1899 Hoffenheim tauschte der Schalke-Trainer auf drei Positionen. Salif Sané, Matthew Hoppe und Blendi Idrizi (Bundesliga-Debüt) ersetzen Suat Serdar (nicht im Kader), Alessandro Schöpf (Bank) und Mark Uth (5. Gelbe).

So hatte sich Hertha den Start sicher nicht vorgestellt. Bereits nach drei Minuten hatte die Alte Dame die erste gute Gelegenheit. Über Umwege landete der Ball bei Javairo Dilrosun, dessen Schuss aus kurzer Distanz strich jedoch knapp über den Kasten.

Die Startelf von Hertha BSC

Die Anfangself des FC Schalke 04

Dedryck Boyata gibt die Antwort auf Schalkes Führungstor

Herthas Kapitän Dedryck Boyata bejubelt sein Tor zum 1:1.
Herthas Kapitän Dedryck Boyata bejubelt sein Tor zum 1:1.  © Martin Meissner/AP-Pool/dpa

Das Tor erzielten aber die Schalker. Harit dribbelte in den Strafraum und jagte den Ball überlegt in die lange Ecke - 0:1 (6.). Der frühe Rückstand.

Die Gäste hatten am Gegentreffer erstmal zu knabbern. Im Spiel nach vorne haperte es zunächst. So musste für den Ausgleich eine Standardsituation her.

Dedryck Boyata war nach der Freistoß-Hereingabe von Plattenhardt mit dem Kopf zur Stelle - 1:1 (18.).

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Beinah hätten die Gäste das Spiel nach einer missglückten Kopfballabwehr von Ralf Fährmann innerhalb von sieben Minuten gedreht. Piatek stand aber klar im Abseits. Der Treffer zählte zu Recht nicht.

Hertha hatte zwar mehr vom Spiel, doch der Absteiger hielt gut dagegen, setzte immer wieder Nadelstiche, auch wenn die Abschlüsse ausblieben.

Wenn die Berliner mal gefährlich wurden, dann meist über die linke Seite. Immer wieder wurde der pfeilschnelle Nemanja Radonjic gesucht.

Joker Jessic Ngankam dreht die Partie

Der nächste Verletzte bei Hertha BSC: Angreifer Krzysztof Piatek wird vom Platz geführt und vergrößert damit die Stürmer-Probleme bei den Berlinern.
Der nächste Verletzte bei Hertha BSC: Angreifer Krzysztof Piatek wird vom Platz geführt und vergrößert damit die Stürmer-Probleme bei den Berlinern.  © Martin Meissner/AP-Pool/dpa

Kurz vor der Pause wurde es dann aber noch einmal im Gäste-Strafraum brenzlig. Erst traf Hoppe den Ball nicht richtig, dann jagte Klaas-Jan Huntelaar die Kugel übers Tor (37.). Glück für den Hauptstadt-Klub. Auf der Gegenseite vergab Dilrosun die letzten beiden guten Gelegenheiten.

Auch nach dem Seitenwechsel hatte die Alte Dame die erste gute Gelegenheit. Radonjic versuchte es von der Strafraumkante, traf aber nur das Außennetz (52.). Wenig später entschärfte Fährmann den Kopfball von Piatek (55.).

Es war die letzte Aktion des Polen. Für den Goalgetter ging es nicht mehr weiter. Er humpelte vom Feld und vergrößerte damit die ohnehin schon lange Verletztenliste der Berliner.

Die Gäste wollten jetzt den Dreier und waren vor allem bei den Standardsituationen gefährlich. Wieder war es Boyata, der diesmal aber am Pfosten scheiterte.

Im Laufe des zweiten Durchgangs schienen dann aber die Kräfte nachzulassen. Die Dardai-Elf leistete sich nun häufiger leichtfertige Ballverluste und lud die Gastgeber zum Kontern ein.

Hertha BSC mit Dusel in der Schlussphase

Hertha Joker Jessic Ngankam (r.) bejubelt mit Dedryck Boyata seinen entscheidenden Siegtreffer.
Hertha Joker Jessic Ngankam (r.) bejubelt mit Dedryck Boyata seinen entscheidenden Siegtreffer.  © Martin Meissner/AP-Pool/dpa

Die Berliner taten sich schwer, die Schalker Abwehr aus dem Spiel heraus in Verlegenheit zu bringen, dann ging es aber mal schnell nach vorne. Der eingewechselte Dodi Lukebakio schickte Radonjic auf die Reise. Im Strafraum behielt der Serbe die Übersicht und fand in der Mitte den ebenfalls eingewechselten Jessic Ngankam. In Bedrängnis ließ sich das Eigengewächs die Chance nicht nehmen - 2:1 (74.). Spiel gedreht!

Schalke warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne. Hertha hingegen lauerte auf den entscheidenden Konter. Radonjic ließ die Mega-Chance liegen, als er nicht den mitgelaufenen Lukebakio bediente, sondern es alleine versuchte. Sein Lupfer war aber kein Problem für Fährmann. Was für eine Gelegenheit!

Auf der Gegenseite scheiterten die Schalker in der Nachspielzeit gleich zweimal am Pfosten. Was für ein Dusel für die Herthaner! Einen Wermutstropfen hatten die Berliner allerdings doch zu verzeichnen. Lukebakio sah in den letzten Minuten noch Gelb-Rot. Der Belgier wird genauso wie Darida (5. Gelbe) im Abstiegskampf fehlen.

Für Hertha BSC geht es am Samstag (15.30 Uhr/Sky) mit dem nächsten Abstiegskracher weiter. Der 1. FC Köln kommt ins Olympiastadion. Schalke empfängt zeitgleich Eintracht Frankfurt.

Titelfoto: Martin Meissner/AP-Pool/dpa

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