Keine Sieger beim Krisen-Duell: VfL Wolfsburg stoppt Negativ-Lauf gegen Hertha BSC

Wolfsburg - Dieser Punkt hilft keinem wirklich weiter! Hertha BSC kam im Krisen-Duell beim VfL Wolfsburg nicht über ein 0:0 hinaus. Die Wölfe konnten damit den Negativlauf von acht Pflichtspiel-Niederlagen in Folge stoppen, beide Mannschaften bleiben aber weiter im Tabellenkeller stecken.

Schmerzhaftes Duell für Wolfsburgs Yannick Gerhardt (r.) und Herthas Lukas Klünter (l.).
Schmerzhaftes Duell für Wolfsburgs Yannick Gerhardt (r.) und Herthas Lukas Klünter (l.).  © Swen Pförtner/dpa

Wölfe-Coach Florian Kohfeldt nahm nach den verpatzten Start in die Rückrunde (0:1 beim VfL Bochum) nur eine Veränderung vor. Renato Steffen ersetzte Maximilian Philipp. Hertha-Leihgabe Dodi Lukebakio saß zunächst nur auf der Bank.

Gäste-Trainer Tayfun Korkut musste nach dem 1:3 gegen den 1. FC Köln die Startelf auf gleich drei Positionen verändern. Statt Suat Serdar (fünfte Gelbe), Davie Selke (Bank) und Peter Pekarik (Corona) spielten Lukas Klünter, Jurgen Ekkelenkamp und Ishak Belfodil.

Die Gastgeber begannen durchaus couragiert, störten die Berliner schon früh in deren Hälfte. Von der angekündigten mutigen, offensiven Spielweise war in der Anfangsphase nichts zu sehen. Die Alte Dame setzte auf Kompaktheit und ließ die Niedersachsen kommen.

"Das ist lächerlich": Hertha-Frust nach aberkanntem Tor
Hertha BSC "Das ist lächerlich": Hertha-Frust nach aberkanntem Tor

Nach 15 Minuten hatten die Hausherren dann auch schon den Torschrei auf den Lippen. Myziane Maolida ließ sich viel zu leicht den Ball abjagen, Jérôme Roussillon machte über die linke Seite Dampf, legte in die Mitte ab, wo Luca Waldschmidt die Kugel aus kurzer Distanz über den Kasten jagte. Das hätte die Führung sein müssen!

Die Gäste waren viel zu passiv. Es spielte nur der VfL. Wieder ging es über den linken Flügel, wieder fand Roussillon in der Mitte einen Abnehmer. Diesmal war es Wout Weghorst, der die nächste gute Gelegenheit liegen ließ (18.).

Die Startelf von Hertha BSC

Die Anfangself des VfL Wolfsburg

Führungstreffer von Niklas Stark zählt nicht

Ishak Belfodil (l.) feierte nach seiner Corona-Infektion sein Comeback, blieb aber gegen Sebastiaan Bornauw (r.) meist blass.
Ishak Belfodil (l.) feierte nach seiner Corona-Infektion sein Comeback, blieb aber gegen Sebastiaan Bornauw (r.) meist blass.  © Swen Pförtner/dpa

Erst Mitte der ersten Hälfte kamen auch die Gäste langsam etwas besser in die Partie, die aktivere und gefährlichere Mannschaft blieb aber Wolfsburg. Schwolow rettete stark im Eins-gegen-eins gegen Yannick Gerhardt. Der 27-Jährige stand aber wohl im Abseits.

Kurz vor dem Pausenpfiff zappelte die Kugel dann aber plötzlich im Netz der Wölfe. Niklas Stark hatte nach einer Ecke mit dem Hinterkopf getroffen, doch Schiedsrichter Robert Hartmann wollte unmittelbar zuvor ein Foulspiel (Ekkelenkamp hatte leicht geschoben) erkannt haben. Der Treffer zählte nicht (44.). Eine harte Entscheidung.

Anders als noch im ersten Durchgang erwischte der Hauptstadt-Klub diesmal den besseren Start. Ein klasse Chipball von Vladimir Darida hinter die Abwehrkette ermöglichte Marco Richter die erste gute Gelegenheit. Der Ex-Augsburger verzog aber aus spitzem Winkel (50.).

Hertha im Derby ohne Jovetic, aber selbstbewusst: "Ich würde auf uns setzen"
Hertha BSC Hertha im Derby ohne Jovetic, aber selbstbewusst: "Ich würde auf uns setzen"

Hertha hatte immer wieder vielversprechende Kontersituationen, schafften es aber nicht, den letzten oder vorletzten Pass an den Mann zu bringen.

Hertha BSC holt einen Punkt beim kriselnden VfL Wolfsburg

Umkämpfte Partie in Wolfsburg. Renato Steffen (l.) und Jordan Torunarigha schenken sich nichts.
Umkämpfte Partie in Wolfsburg. Renato Steffen (l.) und Jordan Torunarigha schenken sich nichts.  © Swen Pförtner/dpa

Auf der anderen Seite fehlte dem VfL vorne die Durchschlagskraft. So blieb es ein Nervenspiel. Für beide Mannschaften galt weiterhin: Verlieren verboten!

Die Berliner übernahmen in Hälfte zwei nach und nach die Initiative, ohne wirklich zwingend zu sein. Torchancen blieben weiter Mangelware.

Nachdem zunächst Richter an Casteels gescheitert war, waren wieder die Hausherren am Zug. Ex-Herthaner John Anthony Brooks bediente im Strafraum per Kopf Bornauw, der aber an Schwolow scheiterte (75.).

In der Schlussphase suchten die Wölfe die Entscheidung, die Korkut-Elf blieb diesmal aber in der Defensive hellwach, sodass sie letztendlich einen Punkt mitnehmen konnten.

Für Hertha BSC geht es bereits am Mittwoch im DFB-Pokal mit dem Stadtderby gegen den 1. FC Union Berlin (20.45 Uhr/ARD) weiter. Wolfsburg hat sich nach dem Wechselfehler aus dem Wettbewerb bereits verabschiedet. Sie müssen am Sonntag zu RB Leipzig (15.30 Uhr/DAZN).

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

Mehr zum Thema Hertha BSC: