Maolida vor Comeback: Wie der Bayern-Besieger-Fluch jetzt Hertha helfen soll

Berlin - Dass Pal Dardai (45) am Samstag gegen Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr/Sky) sein 175. Spiel als Trainer von Hertha BSC bestreiten wird, war dem Ungar gar nicht bewusst. "Beim Fußball zählt immer nur der nächste Pass", stellt die Klubikone klar. Das Jubiläum ist für den 45-Jährigen nur eine kleine Randnotiz. In Charlottenburg wissen sie auch so, wie wichtig das kommende Spiel wird.

Kevin-Prince Boateng (34) kehrt nach dem Gewinn des DFB-Pokals erstmals nach Frankfurt zurück.
Kevin-Prince Boateng (34) kehrt nach dem Gewinn des DFB-Pokals erstmals nach Frankfurt zurück.  © Sebastian Räppold/Foto Koch/dpa

Die Alte Dame steckt schon wieder in der Krise. Mit fünf Niederlagen aus sieben Spielen kratzt der Tabellen-14. erneut an der Abstiegszone und ist mit 20 Gegentoren die Schießbude der Liga.

Die Eintracht hingegen scheint sich unter Oliver Glasner gefunden zu haben. Zuletzt siegten die Hessen überraschend mit 2:1 beim FC Bayern München. Das schafft Selbstvertrauen. Etwas, dass die Blau-Weißen angesichts des Saisonverlaufs nicht gerade haben.

So blöd es klingt: Ausgerechnet der Sieg über die übermächtigen Bayern könnte Herthas Vorteil sein.

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Der Rekordmeister ist in letzter Zeit nicht das erste Mal über die Frankfurter gestolpert. In den letzten fünf Liga-Spielen musste sich der FCB dreimal geschlagen geben.

Doch nach dem Rausch folgt der Kater. Allein in der vergangenen Sieg blieb die Frankfurter Eintracht - ebenfalls nach einem 2:1 - drei Partien sieglos. Die TSG 1899 Hoffenheim musste nach der 4:1-Gala gar sieben Spiele auf einen Sieg warten.

"Ich wusste das gar nicht, dass die Eintracht nach großen Siegen gegen die Bayern danach erst mal ein bisschen Probleme hat", erklärte Fredi Bobic (49), der die letzten Bayern-Festspiele noch hautnah miterlebt hat. "Ich hätte nichts dagegen, wenn es wieder so ist, aber es liegt ja auch an uns."

Kevin-Prince Boateng kehrt zu Eintracht Frankfurt zurück: Myziane Maolida wieder eine Option

Myziane Maolida (22) traf direkt bei seinem Debüt, verletzte sich aber anschließend. Nun ist der Franzose wieder im Mannschaftstraining.
Myziane Maolida (22) traf direkt bei seinem Debüt, verletzte sich aber anschließend. Nun ist der Franzose wieder im Mannschaftstraining.  © Fabian Strauch/dpa

Für den Manager, sowie für Kevin-Prince Boateng (34) ist es ohnehin eine besondere Partie. Gemeinsam holten sie 2018 den DFB-Pokal. Nun kehren sie erstmals an die alte Wirkungsstätte zurück.

Ob der Prince aber auch in der Startelf steht, wie zuletzt maximal 60 Minuten spielen wird, von der Bank kommt oder gar nicht zum Einsatz kommt, ließ Dardai offen: "Wir werden das noch entscheiden. Egal was er macht, er hilft uns."

Die Berliner reisen nach wie vor mit erheblichen Verletzungsproblemen in der Abwehr an. Marton Dardai (19), Linus Gechter (17), Lukas Klünter (25), Jordan Torunarigha (24), sowie Deyovaisio Zeefuik (23) stehen dem Hertha-Coach nicht zur Verfügung. Alle fünf sind Verteidiger.

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Anders sieht es bei Myziane Maolida (22) aus. Der Franzose legte einen Raketen-Start hin, traf gleich in seinem ersten Spiel, verletzte sich dann aber beim Startelf-Debüt. Mittlerweile ist der Flügelflitzer wieder ins Training eingestiegen. "Wenn er sich wirklich 100-prozentig wohlfühlt, dann lohnt es sich ihn mitzunehmen", verweist Dardai auf seine ersten Spiele. "Ihr lacht darüber manchmal, aber er ist wirklich ein Fantasie-Spieler!"

Seine Schnelligkeit, die Dribblings und Torgefahr kann der Hauptstadt-Klub gut gebrauchen. Vom Trainer gab es aber auch so ein großes Lob. "Was er in der Reha gezeigt hat, war sehr professionell und nicht selbstverständlich. Ich bin sehr zufrieden mit ihm."

Titelfoto: Fabian Strauch/dpa, Sebastian Räppold/Foto Koch/dpa

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