Raus aus der Krise? Hertha setzt auf Rückkehrer

Berlin - Unangenehmer hätten die Voraussetzung für die Wiedergutmachung kaum sein können. Hertha BSC ist die Schießbude der Liga! Kein Team hat mehr Gegentore kassiert als die Berliner (18). Mit einem 0:6 in den Knochen erwartet die Alte Dame am heutigen Samstag (15.30 Uhr/Sky) den SC Freiburg.

Pal Dardai (45) kann gegen Freiburg vermutlich wieder mit Fünferkette spielen lassen.
Pal Dardai (45) kann gegen Freiburg vermutlich wieder mit Fünferkette spielen lassen.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Von der Erwartungshaltung und vom Papier her ist die Sache klar: Für Hertha zählt nur ein Sieg.

Ein Blick auf die Tabelle zeigt aber, dass die Favoritenrolle nicht unbedingt bei der Heimmannschaft liegt. Die Breisgauer sind stark in die Saison gestartet, stehen mit zwölf Punkten auf Platz fünf und sind neben Rekordmeister Bayern München der einzige noch ungeschlagene Verein. Der Hauptstadt-Klub hingegen hat vier von sechs Spielen verloren.

"Freiburg ist schon lange nicht mehr das kleine gallische Dorf irgendwo im Breisgau. Sie machen das Beste aus ihren Möglichkeiten", kennt auch Manager Fredi Bobic (49) die Qualitäten.

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"Mich überrascht das überhaupt nicht, dass sie noch kein Spiel verloren haben. Sie verdienen sich das über die Mentalität, die sie auf den Platz bringen. Wenn wir von Freiburg reden, reden wir von einer großen Konstante."

So einen Auftritt wie beim Leipzig-Debakel will der Manager nicht mehr sehen. "Ich erwarte, dass sie dagegenhalten kann und sich nicht durch einen Rückschlag ergibt. Die Körpersprache ist entscheidend."

Dedryck Boyata wohl wieder in der Startelf, Jokerrolle für Krzysztof Piatek

Pal Dardai kann wieder auf Stevan Jovetic (31/l.), Dedryck Boyata (30/M) und Krzysztof Piatek (r.) bauen.
Pal Dardai kann wieder auf Stevan Jovetic (31/l.), Dedryck Boyata (30/M) und Krzysztof Piatek (r.) bauen.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild POOL/dpa, Sebastian Räppold/Matthias Koch/dpa

Die Blau-Weißen haben mit Klatschen bereits Erfahrung gemacht. Ende August ging Hertha mit 0:5 in München unter. Es folgten zwei Siege. "Wir hätten nix dagegen, wenn es wieder so ist", so Bobic.

Im Training sah es schon mal gut aus. Entscheidend ist allerdings auf dem Platz, weiß auch Pal Dardai (45): "Wichtig ist, dass es auch im Spiel funktioniert."

Der Coach muss voraussichtlich doch nicht sein System umbauen. Sowohl Abwehrchef Dedryck Boyata (30), als auch Rechtsverteidiger Deyovaisio Zeefuik (23) konnten im Laufe der Woche wieder das Mannschaftstraining aufnehmen. Damit steht trotz des Engpasses in der Abwehr einer Dreier- bzw. Fünferkette nichts mehr im Weg.

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Vorn hat der Ungar durch die Rückkehrer Stevan Jovetic (31) und Krzysztof Piatek (26) zwei wichtige Optionen mehr - wenn auch noch nicht von Anfang an. Während Jovetic für zumindest eine Halbzeit bereit ist, hat Piatek Luft für "20 bis 30 Minuten".

Der Pole wurde sehnlichst erwartet. Er weiß, wo die Kiste steht und sucht sofort den Abschluss. Allein als Joker gelang Herthas Pistolero in seinen eineinhalb Jahren Berlin sechs Tore. Jetzt könnte der 26-Jährige wieder den Unterschied ausmachen. Dardai: "Natürlich wäre es schön, wenn er reinkommt und dann das Siegtor macht."

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild POOL/dpa, Sebastian Räppold/Matthias Koch/dpa

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