Remis-König Hertha BSC zu brav? "Wir müssen ekliger sein"

Berlin - Hertha BSC holt gegen den Tabellenzweiten SC Freiburg (2:2) einen Punkt, bleibt seit nun fünf Spielen ungeschlagen, so wirklich freuen konnte sich bei den Berliner aber keiner. Wieder hat es nicht zu einem Heimsieg gereicht. Dabei waren sie nah dran.

Hertha-Coach Sandro Schwarz (43) pusht sein Team. Die Berliner hatten Freiburg am Rande einer Niederlage.
Hertha-Coach Sandro Schwarz (43) pusht sein Team. Die Berliner hatten Freiburg am Rande einer Niederlage.  © Andreas Gora/dpa

Bis zur 78. Minute hatten die Blau-Weißen geführt, ehe Keeper Oliver Christensen (23) den Ball fallen ließ. So musste sich der Hauptstadtklub erneut mit einem Remis zufriedengeben - dem nun schon vierten in Serie.

"Es ist nach so einer Leistung ärgerlich. Ein Sieg gegen eine sehr gute Freiburger Mannschaft wäre verdient gewesen", sagte Sandro Schwarz (43), der vor allem mit der zweiten Hälfte zufrieden war. "Wir waren immer wieder griffig, sehr fleißig in der Arbeit gegen den Ball."

Daniel-Kofi Kyereh (26/22. Minute) hatte die Gäste zunächst in Führung gebracht, ein verwandelter Handelfmeter von Dodi Lukebakio (25/34.), sowie Suat Serdar (25/61.) drehten die Partie, ehe der eingewechselte Kevin Schade (20/78.) nach Christensens Patzer den Schlusspunkt setzte.

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Somit stand nach 90 Minuten ein 2:2 auf der Anzeigetafel. Kein schlechtes Ergebnis gegen den zwischenzeitlichen Tabellenführer - und doch war man in Westend nicht vollends zufrieden. Was fehlt, ist ein Dreier.

"Wir haben in den letzten Wochen einen enormen Aufwand getrieben und haben uns zu selten belohnt. Heute wäre eine sehr gute Chance gewesen mal wieder drei Punkte zu sammeln", fasste Marc Oliver Kempf (27) bei DAZN zusammen. "Natürlich sind wir stolz, dass wir fünf Spiele nicht verloren haben. Dennoch ist der ein oder andere Punkt zu wenig auf dem Konto."

Freiburg Ritsu Doan stellte Herthas Marvin Plattenhardt (30) gerade in der ersten Hälfte immer wieder vor Probleme.
Freiburg Ritsu Doan stellte Herthas Marvin Plattenhardt (30) gerade in der ersten Hälfte immer wieder vor Probleme.  © Andreas Gora/dpa

Hertha BSC zuletzt anfällig für Gegentore in der Schlussphase

Der Treffer von Suat Serdar (25, r.) hat nicht gereicht.
Der Treffer von Suat Serdar (25, r.) hat nicht gereicht.  © Andreas Gora/dpa

Auffällig: Erneut haben sich die Berliner in den letzten Minuten die Butter vom Brot nehmen lassen. In drei der letzten vier Begegnungen fing sich die Schwarz-Elf in der Schlussviertelstunde noch ein Gegentor. Gegen Bayer 04 Leverkusen (2:2) war es Patrick Schick (79.), beim 1. FSV Mainz (1:1) Anthony Caci (90.+4) in allerletzter Minute und nun Schade.

"Da müssen wir eventuell in den letzten Minuten ein bisschen ekliger sein. Auch mal liegen bleiben, ein Foul ziehen, ein bisschen Zeit von der Uhr nehmen oder den Gegner ein bisschen zu provozieren. Wir müssen es einfach schlauer zu Ende spielen."

Positiv ist aber: Hertha lässt sich von Rückschlägen nicht mehr umhauen. Sie machen einfach weiter und haben erneut gezeigt, dass sie auch mit einem Europa-League-Teilnehmer mithalten können. Dass es letztendlich nicht zum ersten Heimsieg gereicht hat, lag an einem individuellen Fehler.

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Böse ist dem jungen Dänen aber niemand. Er wurde nach Schlusspfiff vor der Kurve gefeiert. "Lieber mutig sein. Das Problem ist nicht, dass er rausgeht - er hätte den Ball lieber wegfausten sollen", nahm auch Schwarz bei DAZN seinen Schlussmann in Schutz. "Ich finde es gut, welche Entwicklung Christensen genommen hat. Und, was herausragend ist: Die Fans in der Ostkurve, wie sie ihn gefeiert haben nach dem Spiel - genau das brauchen wir."

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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