Saisonfinale für Hertha BSC: Jetzt geht es um alles!

Berlin - Die Anspannung ist gigantisch. Mit ausgedünnter Personaldecke, aber einem neuen Hoffnungsträger in der Offensive geht es für Hertha BSC zum Saisonfinale zu Borussia Dortmund.

Felix Magath (68, r.) kann beim Endspiel gegen Borussia Dortmund seinen Leader Kevin-Prince Boateng (35) gut gebrauchen.
Felix Magath (68, r.) kann beim Endspiel gegen Borussia Dortmund seinen Leader Kevin-Prince Boateng (35) gut gebrauchen.  © Andreas Gora/dpa, Soeren Stache/dpa

Die Ausgangslage ist klar: Holt die Alte Dame mindestens einen Punkt, hält Hertha definitiv die Klasse. Verlieren sie beim BVB, geht der bange Blick zum VfB Stuttgart. Holen die Schwaben Zuhause gegen Köln drei Punkte, droht die Relegation.

Auf Schützenhilfe können und wollen sich die Blau-Weißen nicht verlassen. Zwei Matchbälle haben sie bereits liegengelassen - auch weil der VfB dem Hauptstadtklub gleich zweimal einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.

In Bielefeld hatte Hertha den Klassenerhalt bereits sicher, als zuerst Stuttgart traf und sich die Berliner in der Nachspielzeit doch noch einen einfingen. Auch der FC Bayern München war am Sonntag keine große Hilfe. Der deutsche Meister kam gegen den Tabellen-16. nur zu einem 2:2.

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Nun müssen alle, die es mit dem Hauptstadtklub halten, wieder kräftig zittern. Der Druck ist groß. Das muss aber nicht unbedingt etwas Schlechtes sein. Noch vor dem Spiel gegen Mainz wies Magath darauf hin, dass das gesamte Berliner Umfeld wohl etwas zu relaxt gewesen sei. Dem könnten sich Spieler dann mitunter schwer entziehen.

"Die Anspannung ist jetzt wieder groß, aber das ist auch eine Anspannung, die wir brauchen. Deswegen glaube ich, dass wir mit guten Gefühlen nach Dortmund fahren und bereit sind alles zu geben", so Magath.

Hertha BSC fährt mit Personalproblemen zu Borussia Dortmund

Sein Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 gegen Mainz reichte nicht. Davie Selke (27) ist für das Saisonfinale bereit.
Sein Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 gegen Mainz reichte nicht. Davie Selke (27) ist für das Saisonfinale bereit.  © Soeren Stache/dpa

Generell richtet der erfahrene Übungsleiter, der schon so manchen Bundesligisten vor dem Abstieg gerettet hat, den Blick nach vorn. Sein Team habe seit seiner Ankunft in den vergangenen Wochen Fortschritte gemacht und die Kurve gekriegt.

"Als ich hier herkam vor ein paar Wochen, da war im Grunde alles voll Resignation und Hoffnungslosigkeit und wenige haben einen Pfifferling auf uns gegeben", sagte der 68-Jährige.

"Wir haben das Minimalziel, nämlich nicht direkt abzusteigen, letzte Woche erreicht und jetzt wollen wir natürlich das Maximalziel, den Klassenerhalt zu schaffen, an diesem Wochenende angehen und erreichen".

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Unter der Woche bekam dann aber auch Magath Sorgenfalten. Mit Linus Gechter (18), Niklas Stark (27), Marton Dardai (20) und Dedryck Boyata (31) fehlten gleich vier Innenverteidiger. Immerhin meldete sich der Kapitän zurück. "Er hat signalisiert, dass er sich besser fühlt und will unbedingt am Samstag mit dabei sein."

Zudem kann Magath bei der Mission Klassenerhalt wohl wieder auf Standard-Waffe Marvin Plattenhardt (30) und Top-Scorer Stevan Jovetic (32) zurückgreifen.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa, Soeren Stache/dpa

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