Schon besser als Marcelinho? Er ist der neue Spielmacher von Hertha BSC!

Berlin - Kaum angekommen, schon ist er der gefeierte Held bei Hertha BSC: Kann Jurgen Ekkelenkamp (21) nach seinem Traumdebüt direkt in die Fußstapfen des legendären Marcelinho (46) treten?

Eingewechselt, geknipst und ab zum Jubeln: So stark ist Jurgen Ekkelenkamp (21, Mitte) bei Hertha BSC gestartet.
Eingewechselt, geknipst und ab zum Jubeln: So stark ist Jurgen Ekkelenkamp (21, Mitte) bei Hertha BSC gestartet.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

So einen echten Zehner vermissen die Blau-Weißen Hauptstädter seit langer Zeit.

Gesucht wird ein Spielmacher, der die Fans mit ansehnlichen Dirbblings, gefährlichen Lupfern und vielen Toren verwöhnt - eben ein fußballerisches Genie, wie es der Brasilianer Marcelinho war.

Nach dem gescheiterten Versuch mit Marcelinhos Landsmann Matheus Cunha (22), steht mit Ekkelenkamp nun der nächste Kandidat in den Startlöchern.

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Genau genommen hat der Niederländer die Startlöcher schon auf fulminante Art und Weise verlassen und einen explosiven Start hingelegt: Nach 87 Bundesliga-Sekunden im Hertha-Trikot knipste der 21-Jährige im Spiel gegen die SpVgg Greuther Fürth.

Selbst einige Tage nach der Bude kennt Ekkelenkamps Freude im Hertha-Interview kaum Grenzen: "Es war ein sehr schöner Moment für mich und ich war überglücklich."

So ein Blitzstart bei Hertha BSC gelang nicht mal Marcelinho

Der Brasilianer Marcelinho (46) wurde bei Hertha BSC lange Zeit schmerzlich vermisst. Jetzt freut sich die Alte Dame über Jurgen Ekkelenkamp (21).
Der Brasilianer Marcelinho (46) wurde bei Hertha BSC lange Zeit schmerzlich vermisst. Jetzt freut sich die Alte Dame über Jurgen Ekkelenkamp (21).  © picture alliance / Jörg Carstensen/dpa

Einen solchen Super-Start zu toppen, ist natürlich extrem schwer. Selbst die letzte, echte Nummer Zehn der Hertha schmiert im Quervergleich ab.

In seinen ersten beiden Bundesliga-Spielen für die Alte Dame gelang Marcelinho keine einzige Torbeteiligung. Zur Eröffnung der Saison 2001/02 blieb Hertha mit ihm zweimal ohne Tor (0:0 gegen FC St. Pauli und 0:2 gegen Borussia Dortmund).

Ganz anders läuft das 20 Jahre später mit Jurgen Ekkelenkamp. Mit seiner Einwechslung gegen Greuther Fürth kam die Wende. Den Ausgleich besorgte er selbst, das zweite Tor erzwang er im gegnerischen Sechszehner: Aus 0:1-Rückstand wurde ein 2:1-Sieg.

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Der Neuzugang von Ajax Amsterdam definiert sich genau über solche Momente: "Tore zu schießen und vorzubereiten, das ist wirklich eine meiner speziellen Stärken".

Die Effektivität passt also, auch wenn Jurgen Ekkelenkamp bislang noch nicht mit brasilianischem Zauber-Fußball glänzte.

Mit Köpfchen und ohne Eskapaden für Hertha BSC

Nach seinem Bundesliga-Debüt für Hertha BSC durfte Jurgen Ekkelenkamp (21) mit den Fans im Olympiastadion feiern.
Nach seinem Bundesliga-Debüt für Hertha BSC durfte Jurgen Ekkelenkamp (21) mit den Fans im Olympiastadion feiern.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Auch das Temperament eines Marcelinhos oder Cunhas hat der Niederländer bisher nicht an den Tag gelegt. Über Ausbleiben von Star-Allüren werden sich vor allem die Hertha-Verantwortlichen freuen.

In der Hauptstadt erinnert man sich wahrscheinlich nur zu gut an skandalöse Geschichten. Da fallen einem z. B. Marcelinhos Haarpracht als mediales Dauerthema oder Cunhas ewiges Gezeter auf dem Rasen ein.

Ekkelenkamp ist da anders. Wenn sein Köpfchen zum Thema wird, dann nicht wegen seiner Frisur, sondern weil er den Ball in das gegnerische Tor wuchtet.

Mit seinem Kopfball-Treffer gegen Fürth hat er Marcelinho schon auf halber Strecke eingeholt. Dem Brasilianer gelangen in 193 Spielen für Hertha BSC nämlich nur zwei Tore per Kopf.

In dieser Disziplin kann der 21-jährige Jurgen Ekkelenkamp dann schon am Samstag gleichziehen oder sogar in Führung gehen, wenn Hertha um 15.30 Uhr (Sky) bei RB Leipzig antritt.

Und wer weiß, vielleicht kann der junge Neuzugang auch mal einen Lupfer oder einen überragend getretenen Freistoß in sein Spiel einbauen, um ein Hauch von Marcelinho aufblitzen zu lassen.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa, picture alliance / Jörg Carstensen/dpa (Bildmontage)

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