Nach Pokal-Blamage: Verkauft Hertha jetzt Stark oder Rekik?

Berlin - Denkt Bruno Labbadia (54) jetzt noch einmal um? Robin Koch (24) hatte verraten, dass er sich vor seinem Wechsel zu Leeds United auch mit Herthas Chefcoach getroffen habe. Zu einem Transfer nach Berlin kam es bekannterweise nicht.

Niklas Stark erwischte gegen Eintracht Braunschweig keinen glücklichen Tag.
Niklas Stark erwischte gegen Eintracht Braunschweig keinen glücklichen Tag.  © Andreas Gora/dpa

Auch die Nachfrage eines Journalisten, ob Hertha BSC noch einen neuen Verteidiger suche, verneinte der 54-Jährige. Womöglich wird er nach der Pokal-Blamage (4:5) bei Eintracht Braunschweig zum Umdenken gezwungen.

Beim Zweitliga-Aufsteiger lieferte die Abwehr um Niklas Stark (25) und Karim Rekik (25), der erstmal unter Labbadia gespielt hatte, ein katastrophales Bild ab. Das Abwehr-Duo war an jeden der fünf Gegentore beteiligt. 

Durch ein unnötiges Foulspiel hatte Rekik den Freistoß zur frühen Führung des Zweitliga-Aufsteigers verursacht. Bei Kobylanskis drittem Treffer zum 4:3 stand der Holländer zu weit weg. 

Zuvor hatte er gemeinsam mit Mathew Leckie (29) Yassin Ben Balla (24) am Strafraumrand von den Beinen geholt. Damit hat der 25-Jährige in seinen drei Jahren bei Hertha nun schon sieben Elfmeter verursacht - Rekord!

"Die vielen individuellen Fehler, die wir heute gemacht haben, konnten wir nicht kompensieren", bemängelte Labbadia nach dem Spiel.

Auch Stark, der als Kapitän auflief, erwischte einen rabenschwarzen Tag. Bei Mittelstädts kuriosem Eigentor hatte der Nationalspieler zuvor das entscheidende Kopfballduell verloren. Bezeichnend war allerdings das Tor von Union-Leihgabe Suleiman Abdullahi (23). Trotz Vorsprung, schaffte es der Verteidiger nicht den Ball abzuschirmen und fiel stattdessen hin.

Der Vertrag von Hertha-Verteidiger Karim Rekik läuft 2021 aus

Karim Rekik (r) im Zweikampf mit Freiburgs Roland Sallai.
Karim Rekik (r) im Zweikampf mit Freiburgs Roland Sallai.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Auf dem Papier sind die Berliner in der Innenverteidigung mit Boyata (29), Torunarigha (23), Stark und Rekik eigentlich qualitativ herausragend besetzt. In dieser Verfassung wird es jedoch auch in der Bundesliga schwierig.

Stark hatte schon in der vergangenen Saison mit sich selbst zu kämpfen. Unter Jürgen Klinsmann (56) hatte er seinen Stammplatz verloren und auch bei Labbadia saß er meist auf der Bank. Ein Verkauf dürfte aber dennoch unwahrscheinlich sein. Schließlich kann der ehemalige Nürnberger auch eine Position weiter vorne im zentralen Mittelfeld spielen.

Anders sieht die Situation bei Karim Rekik (Marktwert circa neun Millionen) aus. Sein Vertrag endet im nächsten Jahr. Will der Hauptstadt-Klub noch eine Ablösesumme bekommen, müssten sie ihn noch in dieser Transferperiode abgeben. Das Problem: der Transfermarkt will durch die Corona-Pandemie weiterhin nicht an Fahrt aufnehmen.

Auch Hertha will noch nachlegen - in der Offensive. Kölns Stürmer Jhon Cordoba (27) soll bereits vor einem Wechsel an die Spree stehen. Gesucht wird dann noch ein Flügelspieler und einer für die Zentrale. Kommt nun auch noch ein Verteidiger hinzu?

Große Namen dürften die Hertha-Fans allerdings nicht erwarten, wie Labbadia im Interview mit der Welt am Sonntag erklärte. "Der Verein muss sehr clever mit seinen Mitteln haushalten. So blöd das klingen mag: Diese aktuellen Mittel reichen unter Umständen beim heutigen Transfermarkt gerade für ein oder zwei neue Spieler, wenn man sich nur an den oberen Regalen orientieren würde."

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa, Andreas Gora/dpa

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