Wird Dardai wieder zum Wahrsager? "Das sind unsere drei Punkte, sorry"

Berlin - Gegen den 1. FSV Mainz 05 (1:1) hatte Pal Dardai (45) das erste Bundesligator von Lucas Tousart (24) vorhergesagt und auch beim überzeugenden 3:0 gegen den SC Freiburg sollte der Ungar mit seiner Ahnung richtig liegen - zumindest teilweise.

Pal Dardai fordert aus den verbleibenden vier Spielen noch mindestens zwei Siege. Sechs bis acht Punkte sollten seiner Meinung nach für den Klassenerhalt reichen.
Pal Dardai fordert aus den verbleibenden vier Spielen noch mindestens zwei Siege. Sechs bis acht Punkte sollten seiner Meinung nach für den Klassenerhalt reichen.  © Michael Sohn/AP pool/dpa

Nach seiner vergebenen Mega-Chance musste der Trainer bei Krzyzstof Piatek (25) zunächst noch Aufbauarbeit leisten. Doch schon nach dem Schlusspfiff kündigte er an: Die nächste Chance nutzt er!

Gegen Freiburg bewies der Pole schließlich, was er für ein Näschen hat, als er den Abpraller nach Jordan Torunarighas (23) Versuch aus der Distanz zur Führung verwerten konnte. "Er hat sehr gut gespielt, sehr diszipliniert und auch nur eine Stunde. Er dürfte nicht zu müde sein", war Dardai mit der Leistung seines Torjägers zufrieden.

Daher denkt er für das Endspiel gegen Arminia Bielefeld (18 Uhr/Sky) über eine Doppelspitze Jhon Cordoba (27) und Piatek nach. Das hat allerdings auch noch einen anderen Grund.

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"Ich habe immer die Erfahrung, wenn ein Stürmer lange nicht trifft, dann macht er gleich zwei Tore oder eins und im nächsten Spiel wieder eins", erklärte Dardai. "Wenn Krzysztof spielt, dann muss er nach meinem Motto (eins und eins) Tore machen. Jedes Tor hilft uns weiter."

Die endgültige Entscheidung wird vermutlich erst am Spieltag und nach einem längeren Austausch mit seinen Co-Trainern fallen. "Das berühmte Frühstück kommt auch noch", kündigte ein grinsender Übungsleiter an. Dort entscheidet er oft aus dem Bauch heraus über die Anfangself.

Wechselt Dardai wieder komplett durch?

Herthas Stürmer Krzysztof Piatek (25/M.) schießt gegen Freiburgs Torwart Florian Müller (23/l.) und Freiburgs Abwehrspieler Christian Günter (28/r.) das Tor zum 1:0. Nach Dardais Rechnung müsst Herthas Pistolero auch gegen Bielefeld treffen.
Herthas Stürmer Krzysztof Piatek (25/M.) schießt gegen Freiburgs Torwart Florian Müller (23/l.) und Freiburgs Abwehrspieler Christian Günter (28/r.) das Tor zum 1:0. Nach Dardais Rechnung müsst Herthas Pistolero auch gegen Bielefeld treffen.  © Michael Sohn/AP pool/dpa

Wie schon beim Nachholspiel gegen die Freiburger wird der Ungar wohl wieder ordentlich rotieren. Ob diese aber so groß ausfallen wird, wie noch am Donnerstag, als Dardai mit neun Wechseln fast die komplette Mannschaft ausgetauscht hatte, wird sich zeigen.

"Die Spieler, die gegen Freiburg gespielt haben, haben jetzt das Gefühl, das die anderen nach dem Mainz-Spiel hatten. Da dürfen wir kein Risiko eingehen", warnt der 45-Jährige vor zu großer Belastung.

Mit nun vier Punkten aus bislang zwei Nachholspielen ist Hertha BSC stark aus der Corona-Quarantäne gekommen. Gegen den direkten Konkurrenten Bielefeld haben die Berliner nun die Chance sich weiter vom Abstiegsstrudel zu entfernen. Die Marschrichtung ist daher klar: "Das ist ein Endspiel, das müssen wir gewinnen."

Die punktgleichen Arminen kommen mit einer 0:5-Klatsche im Gepäck nach Berlin. Hertha hingegen ist mittlerweile seit fünf Spielen ungeschlagen. Auch wenn die Blau-Weißen den Gegner keineswegs unterschätzen, soll der positive Lauf fortgesetzt werden. "Das ist unser Heimspiel, das ist unser Stadion, das sind unsere drei Punkte, sorry."

Titelfoto: Michael Sohn/AP pool/dpa

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