Trainer-Beben bei Holstein Kiel: Ole Werner schmeißt hin!

Kiel - Nach dem Shpilevski-Rauswurf beim FC Erzgebirge Aue nun das zweite Trainer-Aus der noch jungen Zweitliga-Saison! Holstein Kiel braucht einen neuen Coach. Ole Werner (33) zieht nach einem Fehlstart und lediglich fünf Punkten aus sieben Partien selbst die Reißleine.

Fünf Punkte aus sieben Spielen waren für Ole Werner (33) zu wenig. Er trat von seinem Posten als Chefcoach des KSV zurück.
Fünf Punkte aus sieben Spielen waren für Ole Werner (33) zu wenig. Er trat von seinem Posten als Chefcoach des KSV zurück.  © Frank Molter/dpa

Nach ziemlich genau zwei Jahren an der Seitenlinie der Kieler trat der 33-Jährige am Montag von seinem Amt als Chefcoach zurück.

Er habe "nach reiflichen Überlegungen für mich entschieden, nicht mehr Cheftrainer der KSV Holstein zu sein", so Werner.

"Mir fällt dieser Schritt nach über 15 Jahren im Verein sehr schwer und ich halte ihn, nach reiflichen Überlegungen, dennoch für den Richtigen und für den Verein Notwendigen", erklärte der scheidende Übungsleiter weiter.

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Am 16. September 2019 übernahm er zunächst vier Partien lang als Interimscoach die Geschicke beim KSV, ehe er dann einige Wochen später fest als Nachfolger von André Schubert (50) installiert wurde.

Seit 2013 war Werner beim KSV in verschiedenen Positionen im Einsatz, übernahm die Truppe bereits 2016 als Interimslösung für zwei Begegnungen. Auch als Spieler war er für Holstein Kiel aktiv.

Gerade die vergangene "turbulente und anspruchsvolle letzten Saison" bliebe in Erinnerung, doch die "vereinbarten neuen Reize, haben leider bis zum heutigen Tag nicht den erhofften, nachhaltigen Effekt gehabt", so der 33-Jährige.

In der vergangenen Spielzeit erreichte er mit den Kielern einen starken dritten Platz in der 2. Bundesliga. Dabei sah es lange Zeit sogar danach aus, als würde der KSV direkt ins Oberhaus gehen.

Erst der Aufstiegs-K.O., dann der Liga-Fehlstart: Holstein Kiels Negativtrend begann noch in der Vorsaison

KSV-Geschäftsführer Uwe Stöver (54) versuchte seinen Trainer zu halten. Doch leider ohne Erfolg.
KSV-Geschäftsführer Uwe Stöver (54) versuchte seinen Trainer zu halten. Doch leider ohne Erfolg.  © Martin Meissner/AP POOL/dpa

Doch zwei 2:3-Niederlagen in den letzten beiden Spieltagen gegen den Karlsruher SC und den SV Darmstadt 98 bedeuteten für die Mannen von Ole Werner zunächst die Relegation.

Diese ging dann bekanntermaßen nach einem 1:0-Hinspielerfolg doch noch verloren. 1:5 musste man sich zu Hause gegen den 1. FC Köln geschlagen geben.

Nach einer furiosen und für den Klub im Normalfall mehr als erfolgreichen Saison dann doch ein harter Schlag in die Magengrube. Die Negativ-Serie setzte sich dann in der neuen Spielzeit fort.

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Auch im DFB-Pokal sorgten die Kieler unter Werner in der Saison 2020/21 zunächst für Furore. Nachdem man im Achtelfinale gleichermaßen überraschend wie grandios den großen FC Bayern München im Elfmeterschießen (8:7) aus dem Wettbewerb kegelte, ging es über ein 3:0 gegen Rot-Weiss Essen bis ins Halbfinale. Dort scheiterte man dann recht klar gegen den späteren Pokalsieger Borussia Dortmund mit 0:5.

Wenige Monate danach ist für Ole Werner nun also Schluss in Kiel.

Dass die Entscheidung nicht von Vereinsseite gekommen sei, versicherte indes Geschäftsführer Uwe Stöver (54): "In den vergangenen zwei Tagen haben wir, meine Person und das gesamte Präsidium, dennoch in persönlichen Gesprächen versucht, ihn vom Gegenteil zu überzeugen und davon, den gemeinsam eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Leider konnten wir ihn nicht umstimmen."

Wer auf Ole Werner folgt, ist noch unklar.

Update, 21. September, 13.15 Uhr: Konkreter Werner-Nachfolger bislang noch nicht in Sicht

"Wir haben uns keine Deadline gesetzt", erklärte Uwe Stöver am Dienstag auf die Frage, bis wann man den Nachfolger von Ole Werner in Kiel vorstellen wolle. Noch hat kein Gespräch mit einem konkreten Übungsleiter stattgefunden, so der 54-Jährige weiter.

Gegen den SC Paderborn 07 wird am Samstag aller Voraussicht nach der bisherige Werner-Co Dirk Bremser an der Seitenlinie des KSV stehen. Ein langfristiges Engagement Bremsers ist aufgrund fehlender Trainer-Lizenzen vorerst nicht möglich.

Titelfoto: Frank Molter/dpa

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