Bobby Wood nach HSV-Abschied überzeugt: "Habe keine ehrliche Chance gekriegt"

Hamburg - Am 2. April wurde bekannt, dass US-Stürmer Bobby Wood (28) den Hamburger SV im Sommer verlassen wird. Am 13. April einigten sich beide Seiten sogar auf eine vorzeitige Vertragsauflösung, der 28-Jährige kehrte dem Verein mit sofortiger Wirkung den Rücken.

Am 13. April wurde der Vertrag von Bobby Wood (28) beim Hamburger SV vorzeitig aufgelöst, ab der kommenden Saison spielt er für Real Salt Lake City. (Archivfoto)
Am 13. April wurde der Vertrag von Bobby Wood (28) beim Hamburger SV vorzeitig aufgelöst, ab der kommenden Saison spielt er für Real Salt Lake City. (Archivfoto)  © Federico Gambarini/dpa

Im Interview mit Transfermarkt.de hat der US-Amerikaner nun auf seine Zeit bei den Rothosen zurückgeblickt und auch über die Gründe für seinen Abschied gesprochen.

"Ich glaube, nach den vergangenen Jahren war es schon ein bisschen klar, dass ich den Verein verlassen werde. Trotzdem liebe ich den Klub und die Stadt – auch aufgrund der gemeinsamen harten Zeiten. Der Verein hat mein Herz erobert", erklärte Wood.

Sein Bauch und sein Kopf hätten ihm aber einfach gesagt, dass er eine Veränderung brauche. Schon im November habe er sich dann für einen Wechsel zu Real Salt Lake City entschieden, auch um mit seiner Familie wieder in seiner Heimat zu leben.

Über seine am Ende sportlich enttäuschende Zeit in Hamburg (80 Spiele und 13 Tore seit seinem Wechsel vom 1. FC Union Berlin im Jahr 2016) sagte der Stürmer: "Ich finde, wenn etwas nicht funktioniert, liegt es an beiden Seiten. Der HSV ist ein sehr großer Verein. Als ich damals gekommen bin, war das etwas Neues für mich. Ich habe mich vielleicht ein bisschen zu sehr unter Druck gesetzt. Das hat sicherlich nicht geholfen."

Zum vermeintlich zu großen Druck beim HSV und im Vereinsumfeld erklärte er: "Der HSV strahlt schon eine große Macht aus. Eigentlich gehört der Verein in die Bundesliga. Ich denke, dass viele Spieler, die zum HSV kommen, überrascht sind vom vielen Drumherum. Da muss man im Kopf sehr robust sein."

Auseinandersetzung mit Ex-Coach Daniel Thioune hatte nichts mit Woods Abschied zu tun

Für den 28-Jährigen lief es beim HSV sportlich enttäuschend. Trotzdem blickt er gerne auf seine Zeit in Hamburg zurück. (Archivfoto)
Für den 28-Jährigen lief es beim HSV sportlich enttäuschend. Trotzdem blickt er gerne auf seine Zeit in Hamburg zurück. (Archivfoto)  © Axel Heimken/dpa

Gerüchten, sein vorzeitiger Abschied habe seinen Lauf genommen, nachdem er im Anschluss an eine Partie mit Ex-Coach Daniel Thioune (46) in der Kabine aneinandergeraten war, erteilte Wood eine Absage.

"Es ist nichts vorgefallen, was nicht normal gewesen wäre. Gegen Darmstadt (1:2 am 9. April, Anm. d. Red) haben wir eine verdammt bittere Niederlage kassiert. Nach dem Spiel sind viele Spieler in der Kabine laut geworden. Diese Situation war nicht der Grund für meine vorzeitige Vertragsauflösung. Und ich kann über Daniel nichts Schlechtes sagen."

Dennoch habe er seiner Meinung nach keine ehrliche Chance vom Trainer bekommen. Trotzdem habe er immer gut schlafen können, weil die Mannschaft im Fall der Fälle auf ihn hätte zählen können. Doch warum die Hanseaten in der Rückrunde wahrscheinlich zum wiederholten Male den Aufstieg verspielen, konnte auch der Angreifer nicht wirklich erklären.

"Schwer zu sagen. Die Mannschaft hat auf jeden Fall genügend Qualität. In so einer Phase kommt es vielmehr auf den Charakter an. Es geht darum, Eier zu zeigen und dreckig zu sein. Leider ist das nicht immer passiert. Aber mit dem Druck im Nacken ist es manchmal nicht so einfach."

Auch wenn es eine oftmals frustrierende Zeit für ihn war, sei der Wechsel nach Hamburg der schönste Moment seiner Karriere gewesen: "Ich bereue kein bisschen von dem, was in den vergangenen Jahren passiert ist, weil ich so viel gelernt habe. Der Verein ist mir ans Herz gewachsen, ich habe mich beim HSV und in der Mannschaft sehr wohl gefühlt."

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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