Derby zwischen dem HSV und St. Pauli: Darum ist das Spiel für beide Vereine richtungsweisend

Hamburg - Für beide Mannschaften steht viel auf dem Spiel! Am Freitagabend (18.30 Uhr) treffen der Hamburger SV und der FC St. Pauli im Stadt-Derby aufeinander - eine Begegnung, die richtungsweisend für den weiteren Verlauf der Saison sein wird.

Die Laune beim Hamburger SV war nach den zurückliegenden Derbys im Keller.
Die Laune beim Hamburger SV war nach den zurückliegenden Derbys im Keller.  © Christian Charisius/dpa

Die Ausgangslage vor der Partie ist eindeutig. Die Kiezkicker grüßen als Tabellenführer vom Platz an der Sonne und können eigentlich befreit aufspielen. Der HSV hingegen will im vierten Anlauf endlich den Aufstieg in die Bundesliga schaffen und darf den Anschluss an die vorderen Plätze nicht verlieren.

Viel wichtiger ist Derby aber für die Fans der Rothosen. Seit fünf Spielen wartet der einstige Bundesliga-Dino auf einen Sieg gegen den Stadt-Nachbarn. Ein unerträgliches Gefühl für die Anhänger, die bereits vor der Saison klarmachten, dass die Stadtmeisterschaft fast schon über dem Aufstieg stehe.

Daher steht die Mannschaft von Trainer Tim Walter (46) wesentlich mehr unter Druck.

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Denn die Tabellensituation ergibt ihr Übriges. Zwar beträgt der Rückstand auf den Dritten 1. FC Heidenheim nur zwei Zähler, doch das Feld rund um den HSV ist so eng, dass die Konkurrenten nur auf einen Patzer warten.

Und die Vorjahre sollten für die Rothosen eine Vorwarnung sein. Mit schöner Regelmäßigkeit brach der HSV ein und verspielte zum Teil einen komfortablen Vorsprung, um am Ende der Saison auf dem vierten Rang zu landen.

FC St. Pauli sieht sich weiterhin in der Rolle des Underdogs

Bleibt Hamburg braun-weiß? Ein Sieg würde für St. Pauli einen Riesenschritt bedeuten.
Bleibt Hamburg braun-weiß? Ein Sieg würde für St. Pauli einen Riesenschritt bedeuten.  © Christian Charisius/dpa

Auf der anderen Seite spüren die Verantwortlichen des FC St. Pauli überhaupt keinen Druck. Trainer Timo Schultz (44) betont immer wieder, dass der Verein und die Mannschaft nichts zu verlieren habe.

In der Rolle des Underdogs fühlte man sich bislang am Millerntor wohl, doch die ersten beiden Spiele der Rückrunde haben bereits gezeigt: Die Gegner haben sich auf das Spiel der Kiezkicker eingestellt und ihnen das Leben verdammt schwer gemacht.

So wartet der aktuelle Stadtmeister seit drei Ligaspielen auf einen Sieg. Ein Dreier gegen den ungeliebten Nachbarn aus dem Volkspark würde da gerade zur rechten Zeit kommen. Denn sollten die Braun-Weißen nicht gewinnen, könnten sie erstmals seit dem neunten Spieltag die Tabellenführung verlieren.

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Zudem soll vermieden werden, dass man erneut mit einem negativen Gefühl in die anstehende "Länderspielpause" geht. Bereits in die Winterpause verabschiedete sich St. Pauli mit einer 0:3-Pleite bei Holstein Kiel, die dem einen oder anderen doch zu knabbern gab.

Fest steht auch, dass beide Mannschaften den Schwung aus ihren DFB-Pokal-Siegen mit in das Derby nehmen wollen und die Erfolglos-Serie in der Liga beenden wollen. Denn da steht sowohl für den HSV als für St. Pauli doch so einiges auf dem Spiel.

Titelfoto: Fotomontage: Christian Charisius/dpa

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