Eiskalter HSV! Doppelter Glatzel bestraft starke, aber nachlässige Braunschweiger

Braunschweig - Dusel-Sieg zum Auftakt! Der Hamburger SV tat sich gegen ein starkes Eintracht Braunschweig lange Zeit schwer und hatte über weite Strecken mehr Glück als Verstand. Dennoch triumphierten die Rothosen letztlich mit 2:0 (0:0).

Die Hintermannschaft des HSV um Rechtsverteidiger Moritz Heyer (l.) hatte mit der Eintracht-Offensive um Lion Lauberbach alle Hände voll zu tun.
Die Hintermannschaft des HSV um Rechtsverteidiger Moritz Heyer (l.) hatte mit der Eintracht-Offensive um Lion Lauberbach alle Hände voll zu tun.  © Swen Pförtner/dpa

Die Tore vor 25.000 Zuschauern im Eintracht-Stadion erzielte Robert Glatzel per Doppelpack (67. Minute/76.).

Löwen-Trainer Michael Schiele brachte gleich vier Neuzugänge in der Startelf: Neben Saulo Decarli, Immanuel Pherai und Rückkehrer Fabio Kaufmann startete auch Torwart Ron-Thorben Hoffmann. Stammkeeper und Kapitän Jasmin Fejzic fehlte wegen einer Corona-Erkrankung.

HSV-Coach Tim Walter setzte hingegen - wie erwartet - auf zwei Neue in seiner Anfangsformation: Laszlo Benes und Ransford-Yeboah Königsdörffer feierten ihr Pflichtspieldebüt für die Hanseaten.

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Nach dreiminütiger Pyro-Verzögerung pfiff Referee Timo Gerach eine Partie an, die nicht lange brauchte, um in die Gänge zu kommen: Bereits in der dritten Minute konterten die Hausherren und Kaufmann verfehlte den Kasten mit einem strammen Schuss nur knapp.

Anschließend ergab sich das von vielen erwartete Bild: Die Hamburger hatten deutlich mehr Ballbesitz und optisches Übergewicht, während der BTSV immer wieder auf schnelle Umschaltsituationen setzte - und damit für ordentlich Gefahr sorgte!

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HSV-Knipser Robert Glatzel (M.) hatte gegen den BTSV lange einen extrem schweren Stand. Am Ende war er jedoch mit seinem Doppelpack der Matchwinner.
HSV-Knipser Robert Glatzel (M.) hatte gegen den BTSV lange einen extrem schweren Stand. Am Ende war er jedoch mit seinem Doppelpack der Matchwinner.  © Swen Pförtner/dpa

In der elften Minute strich ein Abschluss von Jan-Hendrik Marx nur knapp am linken Pfosten vorbei, drei Zeigerumdrehungen später setzte Lion Lauberbach die Kugel lediglich wenige Millimeter daneben (14.) - Glück für die Walter-Elf.

Richtig turbulent wurde es in der 20. Minute: Erst scheiterte erneut Lauberbach nach einem blitzschnellen Konter am stark parierenden HSV-Schlussmann Daniel Heuer Fernandes, nur Sekunden später vergab Sonny Kittel auf der Gegenseite die bis dato beste Gäste-Chance.

Das hätte durchaus die Führung für die Hanseaten sein können, die allerdings alles andere als verdient gewesen wäre. Auch in der Folge war es nahezu ausschließlich die Eintracht, die für Gefahr sorgte. Marx (30.) und Kaufmann (32.) vergaben weitere gute Gelegenheiten.

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Auch in der Schlussphase der ersten Halbzeit änderte sich nichts am Geschehen: Die Rothosen hatten überwiegend den Ball, wussten mit dem Spielgerät aber rein gar nichts anzufangen. Anders die Gastgeber: Philipp Strompf ließ per Kopf die Riesenchance auf das 1:0 liegen (45.), ehe es kurz darauf in die Pause ging.

Der zweite Abschnitt begann, wie der erste geendet hatte - mit einer Möglichkeit für die Löwen: Heuer Fernandes parierte einen Aufsetzer von Pherai stark (46.). Zwei Minuten später trat HSV-Knipser Glatzel (22 Buden in der vergangenen Saison) erstmals in Erscheinung, verfehlte das Tor jedoch klar (48.).

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Pure Freude: Glatzel (M.) jubelt nach seinem ersten Treffer gegen die Eintracht vor den mitgereisten HSV-Fans.
Pure Freude: Glatzel (M.) jubelt nach seinem ersten Treffer gegen die Eintracht vor den mitgereisten HSV-Fans.  © Swen Pförtner/dpa

Auch anschließend blieb es dabei: Richtig gefährlich wurde es ausschließlich im Hamburger Strafraum. In der 57. Minute lag es erneut nur an Heuer Fernandes, dass Pherai nicht die inzwischen überfällige Führung für den BTSV erzielen konnte.

Drei Zeigerumdrehungen später sorgte Mario Vuskovic allerdings für eine Ausnahme: Ein Freistoß des kroatischen U21-Nationalspielers schnupperte am Aluminium (60.) - das war so etwas wie der Wachmacher für die Walter-Elf.

In den darauffolgenden Minuten wurden die Hanseaten stärker und bauten plötzlich immer mehr Druck auf. In der 67. Minute schlugen sie schließlich eiskalt zu! Einen Schuss von Ludovit Reis ließ Hoffmann nach vorn prallen, wo Vuskovic per Kopf auf Glatzel ablegte, der das Leder mit dem Außenrist zum 1:0 über die Linie drückte.

Was für eine gnadenlose Effizienz des Aufstiegsfavoriten, der neun Zeigerumdrehungen später sogar das 2:0 folgen ließ: Der eingewechselte Xavier Amaechi setzte sich auf der rechten Seite klasse durch und löffelte die Kugel ins Zentrum, wo Glatzel hochstieg und ohne Probleme einnickte (76.).

Nun war das Duell so gut wie entschieden, doch die Eintracht stemmte sich noch einmal gegen die drohende Niederlage: Pherai lupfte das Spielgerät in der 85. Minute über Heuer Fernandes hinweg, traf aber nur die Latte - der BTSV hatte am heutigen Tage einfach kein Glück. So blieb es letztlich beim glücklichen 2:0-Auswärtssieg für den HSV.

Für den Aufsteiger geht es am kommenden Samstag (13 Uhr) mit dem Gastspiel beim 1. FC Heidenheim weiter, die Rothosen empfangen am Sonntag (13.30 Uhr) den FC Hansa Rostock.

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

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