Frust beim HSV nach schwachem Dresden-Auftritt: "Es war kollektiv zu wenig"

Hamburg - Da war noch viel Luft nach oben: Im ersten Spiel nach der Winterpause legte der Hamburger SV einen der schwächsten Saison-Auftritte hin. Entsprechend kritisch fiel das Urteil von Chefcoach Tim Walter (46) nach dem 1:1 bei der SG Dynamo Dresden aus.

Wie hier Kapitän Sebastian Schonlau (27, r.) kamen die Rothosen im Spiel gegen Dynamo Dresden gerade defensiv oft einen Schritt zu spät.
Wie hier Kapitän Sebastian Schonlau (27, r.) kamen die Rothosen im Spiel gegen Dynamo Dresden gerade defensiv oft einen Schritt zu spät.  © Lutz Hentschel

"Es war kollektiv zu wenig. Wir haben uns viel vorgenommen, aber es nicht auf den Platz bekommen", resümierte der 46-Jährige auf der anschließenden Pressekonferenz. Insbesondere die Anfangsphase missfiel dem Übungsleiter.

So gab Walter zu Protokoll, sein Team sei "nicht gut ins Spiel gekommen" und bezog sich damit auf die ersten Minuten, in denen seine Mannschaft sich kaum vom Druck der mutigen Dynamos befreien konnte.

Während die Hausherren auf hohes Pressing setzten, wollten die Hanseaten den Ball laufen lassen, leisteten sich aber viel zu viele Unkonzentriertheiten. Folgerichtig wurden bis zur 37. Minute ausschließlich die Schwarz-Gelben gefährlich.

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"Das Spiel ist nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben", erklärte auch Kapitän Sebastian Schonlau (27), der der besten Defensive der Liga nicht wie gewohnt die nötige Stabilität verleihen konnte.

Dass die Rothosen dennoch mit einer Führung in die Pause gehen konnten, war vorrangig drei Spielern zu verdanken: Keeper Daniel Heuer Fernandes (29), Assist-König Sonny Kittel (29) und Goalgetter Robert Glatzel (28).

HSV hat nach Remis in Dresden nicht viel Zeit zur Fehleranalyse

Nach dem enttäuschenden 1:1 war der Frust beim HSV groß. Viel Zeit zur Fehleranalyse bleibt den Hanseaten allerdings nicht.
Nach dem enttäuschenden 1:1 war der Frust beim HSV groß. Viel Zeit zur Fehleranalyse bleibt den Hanseaten allerdings nicht.  © IMAGO/Eibner/Bert Harzer

Heuer Fernandes zeigte bei seinem Comeback nach hartnäckiger Knieverletzung mehrere starke Paraden und verhinderte so, dass die schwache Vorstellung seiner Vorderleute schon vor der Pause mit einem Gegentor bestraft wurde.

Die anderen beiden sorgten auf der Gegenseite für das Highlight des Hamburger Spiels: Kittel bereitete in der 37. Minute mit seiner zwölften Torvorlage (Liga-Bestwert) den sehenswerten Treffer von Glatzel stark vor, der wiederum knipste zum zehnten Mal.

Da Christoph Daferner (24) aber im zweiten Abschnitt für die Dresdner ausglich, änderte das am Frust über die gezeigte Leistung nichts: "Wir sind enttäuscht über das Ergebnis und die Art und Weise, wie wir heute gespielt haben", erläuterte Heuer Fernandes.

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Sein Trainer ging indes gleich in die Analyse des zehnten Saison-Remis: "Wenn wir keine 100 Prozent auf den Platz bringen, tun wir uns schwer, das hat man heute gesehen", verdeutlichte Walter. Viel Zeit für die Nachbereitung bleibt dem HSV allerdings nicht.

"In vier Tagen steht das nächste Spiel an. Dann müssen wir bereit sein", forderte Schlussmann Heuer Fernandes mit Blick auf das DFB-Pokal-Achtelfinale beim 1. FC Köln (Dienstag/18.30 Uhr). Zumindest ein Unentschieden wird es da schon mal nicht geben...

Titelfoto: IMAGO/Eibner/Bert Harzer

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