HSV freut sich über Comeback-Qualitäten: "Haben gewisse Mentalität"

Hamburg - Herbstmeister! Beim turbulenten 4:2 (1:2)-Sieg bei Eintracht Braunschweig stellte der Hamburger SV seine Comeback-Qualitäten unter Beweis, profitierte dabei jedoch auch von dicken Abwehrschnitzern der Gastgeber.

Mittelfeldmotor David Kinsombi (r.) hatte mit zwei Toren entscheidenden Anteil am 4:2-Sieg des HSV gegen Eintracht Braunschweig.
Mittelfeldmotor David Kinsombi (r.) hatte mit zwei Toren entscheidenden Anteil am 4:2-Sieg des HSV gegen Eintracht Braunschweig.  © Swen Pförtner/dpa

Zunächst sah es im Eintracht-Stadion danach aus, dass der HSV nach zuletzt 16 Punkten aus sechs Spielen zum Hinrundenabschluss einen Rückschlag hinnehmen muss.

Erst traf Felix Kroos (29) nach zu passivem Abwehrverhalten der Rothosen zum frühen 0:1 (9.), dann leistete sich Innenverteidiger Toni Leistner (30) auch noch einen richtig dicken Bock, köpfte viel zu kurz zu Schlussmann Sven Ulreich (32) zurück und bereitete damit das 0:2 durch Marcel Bär (28) vor (42.).

"Wir haben uns in der ersten halben Stunde des Spiels extrem schwergetan, hatten ein sehr fahriges Spiel im Ballbesitz mit vielen Abspielfehlern. Dabei kriegen wir zwei dämliche Gegentore, die wir nicht gut verteidigt haben", resümierte Kapitän Tim Leibold (27).

Tatsächlich lief im Offensivspiel der Hanseaten nicht viel zusammen, doch eine Einzelaktionen von Edeltechniker Sonny Kittel (28) brachte die Wende. Erst ließ der Zehner Gegenspieler Kroos mit einem Tunnel im Strafraum aussteigen, dann hatte er das Auge für den mitgelaufenen David Kinsombi (25), der aus kurzer Distanz zum 1:2-Anschlusstreffer einschob (45.+2).

Kurz zuvor hatte Coach Daniel Thioune (46) taktisch umgestellt, wodurch der Tabellenführer im Mittelfeld ein Übergewicht bekam und mehr Kontrolle über das Spielgeschehen gewann. "Für uns war der Schlüssel, dass wir nach 35 Minuten auf einen Dreieraufbau umgestellt und fortan das Zentrum überladen haben", wusste der 46-Jährige.

Der HSV profitierte von eklatanten Abwehrfehlern der Braunschweiger

HSV-Coach Daniel Thioune freute sich über die Comeback-Qualitäten seiner Mannschaft.
HSV-Coach Daniel Thioune freute sich über die Comeback-Qualitäten seiner Mannschaft.  © Swen Pförtner/dpa

Mit dem psychologisch wichtigen Tor kurz vor der Pause im Rücken, hatte der HSV das Spiel im zweiten Abschnitt dann viel besser im Griff. Zudem nutzten die Hamburger gleich drei eklatante Abwehrfehler der Hausherren aus.

Erst klärte Brian Behrendt (29) einen Steilpass genau vor die Füße von Torjäger Simon Terodde (32), der ins leere Tor einschieben konnte (51.). Dann ließ Braunschweig-Keeper Jasmin Fejzic (34) einen eher harmlosen Schuss vom eingewechselten Aaron Hunt (34) durch die Hosenträger rutschen (59.) und nur wenig später verlor Rechtsverteidiger Lasse Schlüter (28) den Ball an Moritz Heyer (25), der das 4:2 von Kinsombi auflegte (65.).

"Es geht nicht immer darum, die 90 Minuten schön herunterzuspielen, sondern Punkte einzufahren. Wir haben eine Mannschaft, die unbedingt gewinnen will. Das hat man heute wieder gesehen", so Leibold.

Auch Leistner hob den Willen und die Moral der Mannschaft hervor: "Die Konkurrenz hat vielleicht schon gedacht, dass wir heute Punkte liegen lassen, aber auch ein 0:2-Rückstand kann uns nicht das Genick brechen. Wir haben eine gewisse Mentalität in der Mannschaft, sodass ich immer guter Dinge bin, dass wir solche Spiele drehen können", erklärte der Abwehrspieler.

Dass sein Team auch nach Rückschlägen zurückkommen kann, war auch für Trainer Thioune eine wichtige Erkenntnis für den weiteren Saisonverlauf: "Wir haben heute unsere Comeback-Qualitäten unter Beweis gestellt. Denn ein Sieg nach einem 0:2 ist nicht so leicht, zumal hier schon viele Top-Mannschaften gestolpert sind", so der Coach abschließend.

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

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