Bundesliga-Aufstieg in Gefahr: Das sagt HSV-Trainer Hecking dazu

Hamburg - Der einstige Offenspielspieler Dieter Hecking gab den Verbal-Verteidiger.

Dieter Hecking steht gegen Wiesbaden am Spielfeldrand.
Dieter Hecking steht gegen Wiesbaden am Spielfeldrand.  © Stuart Franklin/Getty Images Europe/Pool/dpa

Der Trainer des Hamburger SV stellte sich nach dem müden 3:2 gegen den SV Wehen Wiesbaden in der 2. Fußball-Bundesliga vor seine Mannschaft und versuchte, jede Kritik an seinen Spieler abzuwehren. 

Denn gegen den Abstiegskandidaten aus Hessen waren die Nachwirkungen des Last-Minute-2:3 beim Aufstiegs-Mitkonkurrenten VfB Stuttgart vom Donnerstag noch deutlich spürbar.

"Wir haben beim VfB eine der bittersten Niederlagen seit geraumer Zeit, auch für mich als Trainer, erleben dürfen", sagte Hecking am Sonntag. 

"Und dass unsere Mannschaft nur drei Tage später wieder über den Willen gehen muss und einen widerstandsfähigen Gegner zu bearbeiten hat, zeigt, was für eine tolle Mannschaft der HSV hat, mit welchem Charakter diese Spieler ausgestattet sind." 

Es sei ihm total klar gewesen, dass es gegen Wiesbaden "eine schwere Geburt wird. Aber wir haben dem Druck standgehalten."

Die Norddeutschen blieben durch den glücklichen Sieg mit 49 Punkten auf dem Aufstiegsrelegationsplatz drei, zwei Zähler hinter den Stuttgartern und einen Punkt vor dem 1. FC Heidenheim. 

Dass Tabellenführer Arminia Bielefeld (56) nach dem 2:1 bei Holstein Kiel in den letzten fünf Spielen noch einzuholen ist, glaubt kaum noch jemand.

Hecking sieht großen Willen zum Aufstieg in der Mannschaft

David Kinsombi (rechts) bejubelt mit Joel Pohjanpalo sein Tor zum 3:2.
David Kinsombi (rechts) bejubelt mit Joel Pohjanpalo sein Tor zum 3:2.  © Stuart Franklin/Getty Images Europe/Pool/dpa

Hecking gab ein Versprechen: "Bei aller berechtigten Kritik kann ich über diese Mannschaft nur sagen, sie wird das voll durchziehen", sagte der 55-Jährige. 

"Wenn es am Ende reicht, werden wir etwas zu feiern haben. Wenn es nicht reicht, wird es so sein." Die Mannschaft habe aber den "absoluten Willen aufzusteigen".

Am Willen fehlte es gegen die Wiesbadener sicher nicht, aber an der Leichtigkeit. 

Dennoch gab es gegen die gleichwertigen Gäste den ersten Sieg im vierten Spiel nach Ende der Corona-Zwangspause und einen versöhnlichen Abschluss einer schwierigen Englischen Woche.

Entscheidenden Anteil daran hatten zwei Spieler, die Hecking überraschend in die Startelf beordert hatte: Der oft kritisierte David Kinsombi als offensiver Mittelfeldspieler avancierte mit zwei Treffern zum Sieggaranten. 

"Er hat in der Corona-Pause viel gearbeitet und ist deutlich spritziger als zuvor", sagte Hecking.

Überraschender Einsatz für Julian Pollersbeck

Den Treffer zum 2:2 konnte Julian Pollersbeck (links) nicht halten, andere Bälle dagegen schon.
Den Treffer zum 2:2 konnte Julian Pollersbeck (links) nicht halten, andere Bälle dagegen schon.  © Stuart Franklin/Getty Images Europe/Pool/dpa

Viel überraschender war Heckings Wechsel im Tor: Fast 13 Monate nach seinem letzten Spiel in der 2. Bundesliga spielte Julian Pollersbeck für Stammkeeper Daniel Heuer Fernandes. Und die einstige Nummer eins machte seine Sache gut. 

Der ehemalige U21-Europameister vereitelte zwei klare Chancen der Gäste mit starken Paraden. "Ich freue mich, dass der Trainer mir das Vertrauen geschenkt - und noch mehr, dass wir alle gemeinsam das Spiel heute gewonnen haben", ließ der 25-Jährige später verlauten.

Hecking wollte in den Torwart-Tausch nicht zu viel interpretiert sehen. "Wir hatten eine sehr intensive Zeit nach Corona. Gerade ein Torwart steht immer unter hohem mentalen Stress", erklärte er seine Entscheidung. Deshalb habe Heuer Fernandes frei bekommen. 

"Ich hatte da wie auf anderen Positionen den Eindruck, dass ich einen frischen, unverbrauchten Torwart für dieses Spiel brauche." Für ihn sei es keine "außergewöhnliche Maßnahme, in einer Englischen Woche auch den Torhüter zu wechseln", meinte Hecking. Die Leistungen von Heuer Fernandes in der Saison seien in Ordnung gewesen.

Ob der Wechsel von Dauer ist, wollte Hecking nicht sagen. Die Mannschaft erhielt erst einmal zwei Tage frei. Erst am kommenden Montag geht das Aufstiegsrennen gegen Kiel weiter. Wenn an diesem Mittwoch das Training wieder beginnt, werden auch die zuletzt verletzten Jan Gyamerah und Gideon Jung dabei sein. 

"Das sind zwei Granaten, die wir im Endspurt dazubekommen", sagte Hecking. Fehlen wird für einige Zeit Khaled Narey. Er laboriert an einer Muskel- und Bänderzerrung im Knie.

Titelfoto: Stuart Franklin/Getty Images Europe/Pool/dpa

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