HSV zerlegt sich nach Würzburg-Debakel selbst: "War einfach viel zu wenig"

Hamburg - Der Hamburger SV strauchelt! Bei der verdienten 2:3-Niederlage gegen den Tabellenletzten FC Würzburger Kickers legten die Rothosen einen zeitweise erschreckend schwachen Auftritt hin.

HSV-Coach Daniel Thioune (46) sah gegen die Würzburger Kickers eine extrem schlechte Leistung seiner Mannschaft.
HSV-Coach Daniel Thioune (46) sah gegen die Würzburger Kickers eine extrem schlechte Leistung seiner Mannschaft.  © Timm Schamberger/dpa

Nach einer desaströsen ersten Halbzeit lagen die Hanseaten bereits mit 0:2 zurück, ehe die Würzburger in einer Drangphase des Tabellenführers sogar noch den dritten Treffer nachlegten.

Kurzzeitig sah es also sogar nach einer richtigen Blamage aus, ehe Jeremy Dudziak (25) und Bobby Wood (28) noch auf 2:3 verkürzen konnten.

Dabei startete die Mannschaft von Coach Daniel Thioune (46) zunächst gar nicht schlecht in die Partie, doch nach einem Pfostentreffer von Sonny Kittel (28) in der zehnten Minute verlor das Team komplett den Faden.

Besonders defensiv wirkten die Rothosen in einigen Aktionen extrem verunsichert und ließen sich von den mutigen Würzburgern komplett den Schneid abkaufen. Das Fehlen von Abwehrchef Toni Leistner (30, Muskelbündelriss) und Nebenmann Stephan Ambrosius (22, Gelbsperre) in der Innenverteidigung machte sich mehr als nur bemerkbar.

"Wir haben einfach wirklich nicht gut verteidigt", resümierte Thioune treffend und auch Kapitän Tim Leibold (27) wurde deutlich. "Wir waren viel zu löchrig und haben Würzburg immer wieder zu Torchancen eingeladen", so der Linksverteidiger.

Torwart-Routinier Sven Ulreich (32) konnte der Hintermannschaft an diesem Tag ebenfalls keinerlei Sicherheit geben. In der elften Minute verursachte der 32-Jährige durch einen Stockfehler fast ein Gegentor, beim 0:1 rutschte ihm der Ball durch die Hände.

Leistungstief kommt für den Hamburger SV zur Unzeit

Die Enttäuschung über die eigene Leistung gegen die Würzburger Kickers war den Rothosen nach Abpfiff anzusehen.
Die Enttäuschung über die eigene Leistung gegen die Würzburger Kickers war den Rothosen nach Abpfiff anzusehen.  © Timm Schamberger/dpa

Generell erreichte keiner der HSV-Spieler gegen die Kickers Normalform.

"Wir haben über weite Strecken der Partie nicht zu unserem Spiel gefunden, hatten nicht das nötige Tempo in unseren Aktionen, waren zu statisch und nicht klar genug, um uns Torchancen zu erspielen", gab Thioune zu Protokoll.

Auch wenn seine Mannen noch spät die Aufholjagd starteten, ein Unentschieden wäre am Ende des Tages zu viel gewesen. "Der Sieg der Würzburger geht in Ordnung, er ist verdient", wusste Thioune und Leibold brachte es auf den Punkt: "Im Endeffekt war es heute einfach viel zu wenig von uns, einfach ein schlechter Auftritt."

Dass die Würzburger unterschätzt wurden, glaubte Coach Thioune indes nicht. Die Spieler seien "einfach nicht richtig da gewesen". Hat der kollektive Rücktritt des Präsidiums unter der Woche, der ja eigentlich erst einmal für Ruhe sorgen sollte, möglicherweise die sportliche Leistung beeinflusst?

So oder so, die aktuelle Talfahrt - aus den vergangenen sechs Spielen holten die Rothosen nur fünf Punkte - kommt zur Unzeit. Als nächster Programmpunkt steht das Stadtderby gegen den aktuell bärenstarken FC St. Pauli an (1. März, 20.30 Uhr), dann folgen die Partien gegen die direkten Konkurrenten Holstein Kiel (Platz drei) und Bochum (Platz zwei).

Der HSV muss also aufpassen, in den kommenden Wochen nicht schon alle Aufstiegsambitionen zu verspielen.

Titelfoto: Timm Schamberger/dpa

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