HSV trauert verpasstem Sieg gegen Dynamo hinterher: "Extrem bitter"

Hamburg - "Uns hat die letzte Gier gefehlt, unbedingt das Tor machen zu wollen", brachte es Coach Tim Walter (45) nach dem unnötigen 1:1 seines Hamburger SV gegen Dynamo Dresden in der anschließenden Pressekonferenz auf den Punkt.

Enttäuschung bei HSV-Kapitän Sebastian Schonlau (26) nach Abpfiff. Das Heimspiel gegen Dynamo Dresden hätten die Rothosen gewinnen müssen.
Enttäuschung bei HSV-Kapitän Sebastian Schonlau (26) nach Abpfiff. Das Heimspiel gegen Dynamo Dresden hätten die Rothosen gewinnen müssen.  © Daniel Reinhardt/dpa

Zuvor hatte der 45-Jährige in den 90 Minuten eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebt. Im ersten Abschnitt machte sein Team sehr viel richtig und war die klar bessere Mannschaft, konnte sich trotz zahlreicher guter Chancen aber nur durch den Treffer von Ludovit Reis (21) belohnen.

"Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, hatten viele Torchancen und müssen da den Sack zumachen. Uns hat das zweite Tor gefehlt, denn dann gewinnen wir das Spiel", resümierte Kapitän Sebastian Schonlau (26).

Stattdessen ließen die Hausherren gegen zunächst erschreckend harmlose Gäste etliche gute Gelegenheiten ungenutzt und hielten Dynamo somit vor 17.100 lautstarken Fans im Volksparkstadion in der Partie.

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So kam es, wie es kommen musste, und die SGD, die nach der Pause deutlich aggressiver zu Werke ging, erspielte sich im zweiten Abschnitt ihrerseits einige Möglichkeiten, von denen eine das 1:1 in der 68. Minute einbrachte.

"Das ist extrem bitter. Wir hatten in der zweiten Halbzeit ein paar Probleme in unserem Spiel, haben es nicht mehr ganz so sauber und konsequent gespielt", ergänzte Schonlau.

HSV-Coach Tim Walter lobt trotz Remis den Einsatz seiner Mannschaft

Daumen hoch: Anders als mit dem Remis war HSV-Coach Tim Walter (45) mit dem Einsatz seiner Mannschaft sehr wohl zufrieden.
Daumen hoch: Anders als mit dem Remis war HSV-Coach Tim Walter (45) mit dem Einsatz seiner Mannschaft sehr wohl zufrieden.  © Daniel Reinhardt/dpa

Tatsächlich lief der Ball nach Wiederbeginn nicht mehr annähernd so flüssig und schnell durch die Reihen der Rothosen wie noch vor der Pause. "Wir hatten in der zweiten Halbzeit ein bisschen Probleme, weil uns ein bisschen der Mut gefehlt hat, noch mehr Fußball zu spielen", erkannte auch Walter.

Als auch noch Sechser Jonas Meffert (26) nach einem Kopfballduell mit voller Wucht auf den Rasen knallte und ausgewechselt werden musste, merkte man dem HSV die fehlende Balance an. "Jonas ordnet sowohl vorne als auch hinten das Spiel", unterstrich der Coach die Wichtigkeit des Neuzugangs.

Zwar bäumten sich die Hanseaten in der Schlussviertelstunde noch einmal auf und spielten wieder zielstrebiger in die Spitze, der Siegtreffer wollte jedoch nicht mehr fallen.

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"Wir müssen weiter daran arbeiten, dass wir auch in Minute 50, 60 und 70 weiter präzise und konsequent spielen", forderte Abwehrchef Schonlau.

Obwohl unter dem Strich deutlich mehr für die Gastgeber drin gewesen wäre, nahm Trainer Walter auch viele positive Eindrücke mit: "Die Jungs wollten bis zum Schluss ein Tor erzielen. Genau das gefällt mir, dass sie extrem viel investieren", gab der 45-Jährige zu Protokoll.

Insgesamt mache es "richtig Bock, mit den Jungs zu arbeiten", verdeutlichte er außerdem. Bis zum nächsten Auftritt gegen Eintracht Braunschweig im DFB-Pokal (Sonntag, 18.30 Uhr) sollten die Rothosen vor allem an ihrer Chancenverwertung feilen.

Titelfoto: Daniel Reinhardt/dpa

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