HSV-Coach Daniel Thioune über seine Ziele, Philosophien und Rudi Assauer

Hamburg - HSV-Trainer Daniel Thioune (46) hat im "kicker meets DAZN"-Podcast darüber gesprochen, was für ein Trainer er sein möchte, wie er einst Schalke-Legende Rudi Assauer (†74) kennenlernte und was sein großes Ziel ist.

HSV-Trainer Daniel Thioune (46) hat ein großes Ziel: 1. Bundesliga. (Archivfoto)
HSV-Trainer Daniel Thioune (46) hat ein großes Ziel: 1. Bundesliga. (Archivfoto)  © Swen Pförtner/dpa

So habe er besonders während des Lockdowns die Zeit gehabt, darüber nachzudenken, wo er ist und wo er hin möchte.

"Als Spieler habe ich es nicht geschafft: 15.30 Uhr! Das ist einfach mein Traum", sagt der 46-Jährige und spielt damit auf die traditionelle Anstoßzeit in der 1. Bundesliga an.

Auch gegen eine darüber hinausgehende Karriere als Trainer würde er sich nicht wehren. "21 Uhr mittwochabends die Champions League-Hymne zu hören. Wenn das passiert, wäre es hervorragend", so Thioune. Streben würde er danach zwar nicht, offen halten würde er es sich aber allemal.

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Aktuell sei es für ihn aber erstmal ein absolutes Privileg, Cheftrainer der Rothosen zu sein und eine Chance, die nicht allzu häufig komme. "Es gibt nicht viel Größeres als den Hamburger SV, unabhängig von der Ligazugehörigkeit", findet der gebürtige Osnabrücker.

Als dann die Anfrage der Hanseaten im vergangenen Sommer kam, zögerte der damalige Trainer des VfL Osnabrück nicht lange. Insbesondere, weil er als Spieler die ein oder andere große Karrierechance verstreichen ließ.

So sei er einmal im Winterurlaub von Rudi Assauer angerufen und zum Gespräch in dessen Büro eingeladen worden. Dort lernte er den inzwischen verstorbenen Schalke-Manager genau so kennen, wie es dem Klischee entsprach.

So imponiert Liverpool-Coach Jürgen Klopp HSV-Trainer Daniel Thioune

Liverpool-Coach Jürgen Klopp (53) imponiert HSV-Trainer Daniel Thioune mit seiner Art. (Archivfoto)
Liverpool-Coach Jürgen Klopp (53) imponiert HSV-Trainer Daniel Thioune mit seiner Art. (Archivfoto)  © Phil Noble/Pool Reuters/dpa

"Er rauchte Zigarre und pustete mir den Qualm ins Gesicht", erzählt Thioune. Er habe sich dann ein wenig geräuspert, woraufhin Assauer "Ja, tut mir leid, schlechte Angewohnheit, weiß ich" gesagt, sich dann aber sofort die nächste Zigarre angezündet hätte.

Aus einem Engagement bei Schalke sei dann zwar nichts geworden, das Treffen mit Assauer werde Thioune aber immer in Erinnerung bleiben.

Wenn es um seine eigene Philosophie als Verantwortlicher und Trainer geht, hat der 46-Jährige indes klare Vorstellungen.

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"Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass man jeden Spieler irgendwie abholt und auch mal zwischenmenschlich ein bisschen was an sich ranlässt", so der HSV-Coach.

Er wolle als Trainer zwar nicht zwangsläufig der Kumpel-Typ sein, sei aber davon überzeugt, dass eine Mannschaft in den meisten Fällen vor allem menschlich erreicht werden müsse.

Ein konkretes Vorbild habe er dabei zwar nicht, es gebe aber einen Trainer, der ihm diesbezüglich imponiere: Jürgen Klopp (53) vom FC Liverpool!

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

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