HSV fühlt sich nach 3:3-Spektakel in Heidenheim wie der Sieger: "Wir hören nie auf"

Hamburg - "Danke für dieses Fußballspiel" - mit diesem Satz dürfte "Sky"-Experte Thorsten Mattuschka (42) nach dem 3:3-Spektakel zwischen dem 1. FC Heidenheim und dem HSV vielen Fans aus der Seele gesprochen haben.

Nach dem Schlusspfiff und dem Mega-Comeback gegen den 1. FC Heidenheim war die Stimmung bei den Spielern des HSV gelöst.
Nach dem Schlusspfiff und dem Mega-Comeback gegen den 1. FC Heidenheim war die Stimmung bei den Spielern des HSV gelöst.  © Stefan Puchner/dpa

Das Duell zwischen den beiden Spitzenmannschaften machte der Bezeichnung "Topspiel" alle Ehre. Obwohl sich die beiden Klubs die Punkte teilten, fühlte sich nach Schlusspfiff ein Team wie der Sieger.

Dabei zeigten die Rothosen in den ersten 45 Minuten das womöglich schwächste Spiel in der bisherigen Saison, ließen sich von bärenstarken Hausherren mitunter schwindelig spielen.

"Der erste Durchgang war bodenlos, das muss man klar sagen", urteilte Robert Glatzel (29) nach Abpfiff und Coach Tim Walter (47) ergänzte: "In der ersten Halbzeit waren wir, bis auf die ersten zehn Minuten, einfach schlecht."

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Folgerichtig führte der FCH zur Pause durch Tore von Jan-Niklas Beste (24, 27. Minute), Jan Schöppner (23, 30.) und Tim Kleindienst (27, 41.) völlig verdient mit 3:0 - die Führung hätte sogar noch höher ausfallen können!

"Wir waren nicht wach, hatten einfache Ballverluste, haben die Zweikämpfe nicht angenommen, viele Kopfballduelle verloren, und und und", zählte Übungsleiter Walter die Versäumnisse seiner Elf auf.

Coach Tim Walter sieht im Comeback ein Sinnbild für "den neuen HSV"

Auch HSV-Chefcoach Tim Walter (47) konnte wieder lachen. Der 47-Jährige sah in dem Comeback ein Sinnbild für "den neuen HSV".
Auch HSV-Chefcoach Tim Walter (47) konnte wieder lachen. Der 47-Jährige sah in dem Comeback ein Sinnbild für "den neuen HSV".  © Stefan Puchner/dpa

Doch warum durfte sich der HSV nach 90 Minuten dann wie der Sieger fühlen? Weil die Hanseaten in der zweiten Halbzeit alles auf eine Karte setzten, offensiv wechselten und sich dafür mit drei späten Treffern belohnten.

Nachdem die Heidenheimer das vierte Tor und damit die wohl endgültige Entscheidung mehrfach verpasst hatten, läutete Joker Andras Nemeth (20, 72. Minute) per Kopf die Aufholjagd ein. Glatzel (79.) und Bakery Jatta (24, 88.) machten das Mega-Comeback schließlich perfekt.

"Dass wir in einem Spiel, in dem über 70 Minuten gar nichts geht, am Ende noch 3:3 spielen, ist schon unfassbar", resümierte Kapitän Sebastian Schonlau (28) treffend. Torschütze Glatzel stimmte ihm zu: "Wir haben einfach nicht aufgegeben und es ist überragend, dass wir so zurückkommen."

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Für Walter war das Comeback sogar ein Sinnbild für "den neuen HSV": "Wir hören nie auf. Bis zum Ende glauben wir an uns und das haben wir heute eindrucksvoll unter Beweis gestellt."

Experte Mattuschka gab zum Abschluss schließlich noch die Prognose ab, dass dieses Comeback in Heidenheim etwas beim HSV entfesseln könnte - etwas, was am Ende zum Aufstieg in die Bundesliga führt?

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

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