HSV hadert mit sich selbst und erhebt schwere Vorwürfe gegen Schiri Schröder

Hamburg - Ein Spiel, das für viel Gesprächsstoff sorgte: Nach der wilden 1:2-Heimpleite gegen den SV Darmstadt 98 haderten die Akteure des Hamburger SV mit sich - und dem Schiedsrichter.

Reichlich Emotionen: HSV-Vorstand Jonas Boldt (40, l.) legt sich mit Referee Robert Schröder (36) an, sieht kurz darauf die Rote Karte.
Reichlich Emotionen: HSV-Vorstand Jonas Boldt (40, l.) legt sich mit Referee Robert Schröder (36) an, sieht kurz darauf die Rote Karte.  © Christian Charisius/dpa

Referee Robert Schröder (36) hatte in den 90 Minuten zuvor deutlich mehr im Mittelpunkt gestanden, als ihm lieb sein dürfte. Gleich vier Platzverweise (einen gegen die Lilien, drei gegen den HSV) verteilte der Unparteiische.

Doch während die (Gelb-)Roten Karten entweder glasklar (Klaus Gjasula (32), Aaron Opoku (23)) oder zumindest nicht gänzlich falsch (Ransford-Yeboah Königsdörffer (20), Jonas Boldt (40)) waren, stand nach Spielende vielmehr Schröders Art der Kommunikation zur Debatte.

"Was der Schiedsrichter zu unseren Spielern gesagt hat, war unter der Gürtellinie, unfassbar", wetterte Sechser Jonas Meffert (27) und warf dem Spielleiter sogar vor, Teamkollege Opoku beleidigt zu haben.

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Schröder selbst wollte davon allerdings nichts wissen: "Ich habe den Spielern klar gesagt, dass wir über klare Vergehen nicht diskutieren müssen. Es sind dabei keine Beleidigungen meinerseits gefallen", unterstrich der 36-Jährige.

Beleidigungen hin oder her, auch Chefcoach Tim Walter (46) war außer sich: "Bodenlos, das ist eine Frechheit. Ich habe noch nie schlechtere Schiedsrichter gesehen", schimpfte der 46-Jährige.

Im ersten Abschnitt zeigte die Elf von Tim Walter eine schwache Vorstellung

Die Leistung seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit machte HSV-Coach Tim Walter (46) richtig sauer. Im zweiten Abschnitt wurde es besser.
Die Leistung seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit machte HSV-Coach Tim Walter (46) richtig sauer. Im zweiten Abschnitt wurde es besser.  © Christian Charisius/dpa

Bei all den Emotionen rückte das Sportliche fast ein bisschen in den Hintergrund, obwohl es auch in diesem Kontext sehr viel zu bereden gegeben hätte. Die Leistung der Rothosen ließ über weitere Strecken sehr zu wünschen übrig.

"Die erste Hälfte war nicht gut von uns. Wir hatten wenig Ballkontrolle und viele unnötige Ballverluste. Nach sieben Minuten liegen wir 0:2 hinten. Das war selbstverschuldet, das müssen wir uns ankreiden lassen", resümierte Keeper Daniel Heuer Fernandes (29).

Tatsächlich sahen die Zuschauer in den ersten 45 Minuten eine ganz schwache Vorstellung der Hausherren, die sich teils haarsträubende Fehlpässe und Ungenauigkeiten leisteten. "Wir haben überhaupt nicht das auf die Platte bekommen, was wir wollten", kritisierte Sebastian Schonlau (28).

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Immerhin wurde es nach dem Seitenwechsel besser. "In der zweiten Halbzeit haben wir extrem viel investiert und unser wahres Gesicht gezeigt", erläuterte Walter, der damit zwar recht hatte, unterm Strich aber dennoch eine verdiente Pleite seines Teams gesehen hatte.

Vorstand Boldt gab, als er sich wieder beruhigt hatte, schließlich die Richtung vor: "Wir müssen daraus lernen. Es sollte uns so nicht wieder passieren. Wir haben in jeglicher Hinsicht zu viele Fehler gemacht", verdeutlichte der 40-Jährige – Fehler, die in der 2. Liga gnadenlos bestraft werden.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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