Schlägt HSV-Stürmer Terodde im Kampf um die Torjägerkanone noch einmal zurück?

Hamburg - Es sah alles so gut aus! Für den Hamburger SV und seinen Stürmer Simon Terodde (33) lief einen Teil der Saison alles nach Plan. Der Verein war auf dem besten Weg, nach drei Jahren endlich die ersehnte Rückkehr in die 1. Bundesliga zu schaffen.

HSV-Stürmer Simon Terodde (33) kämpft noch um die Torjägerkanone der 2. Bundesliga.
HSV-Stürmer Simon Terodde (33) kämpft noch um die Torjägerkanone der 2. Bundesliga.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Und der Torjäger? Der erledigte seinen Job bis Anfang des Jahres bravourös. 19 Treffer in 20 Spielen. Von der Goalgetter-Konkurrenz war weit und breit nichts zu sehen.

Doch dann geschah - wieder einmal - das Unerklärliche. Der HSV vergeigte seine aussichtsreiche Position im Aufstiegsrennen und auch Terodde schien das Toreschießen weitestgehend verlernt zu haben.

Seit Anfang Februar folgten, inklusive einer Corona-Infektion samt Zwangspause, in zwölf Spielen lediglich vier Treffern. Sowohl der Stürmer als auch das Team verloren ihre Leichtigkeit.

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Weil seine Treffsicherheit vorne fehlte, setzte bei den Rothosen der bekannte Negativstrudel wieder ein. Der erspielte Vorsprung schmolz, die Konkurrenz holte auf und seit dem vergangenen Wochenende ist klar: Der einstige Erstligist bleibt der 2. Bundesliga weiterhin erhalten - im vierten Jahr!

Eigentlich war der 33-Jährige ein Garant für den Aufstieg. Sowohl den VfB Stuttgart (2016/17 mit 25 Toren), als auch den 1. FC Köln (2018/19 mit 29 Toren) schoss er als Torschützenkönig zum Aufstieg.

Konkurrent Serdar Dursun vom SV Darmstadt 98 zog mit Viererpack an Simon Terodde vorbei

Simon Terodde (33, r.) und seine Mannschaftskollegen verpassten die Aufstiegsrelegation und waren nach der Niederlage in Osnabrück sichtlich enttäuscht.
Simon Terodde (33, r.) und seine Mannschaftskollegen verpassten die Aufstiegsrelegation und waren nach der Niederlage in Osnabrück sichtlich enttäuscht.  © Christian Charisius/dpa

Eigentlich war das auch der Plan für den HSV. In die 1. Liga geht es definitiv nicht mehr, auch in Sachen Torjägerkanone sieht es schlecht aus. Hier holte die Konkurrenz nämlich unerbittlich auf.

Am vergangenen 33. Spieltag wurden aus zwei Toren Vorsprung, zwei Treffer Rückstand für Terodde. Darmstadts Serdar Dursun (29) schnürte beim 5:1-Sieg der Lilien gegen den 1. FC Heidenheim einen Viererpack und zog am HSV-Stürmer vorbei.

Dass Terodde noch einmal zurückschlagen kann, ist fast auszuschließen. Die Formkurven der beiden Angreifer könnten kaum gegensätzlicher sein.

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Lediglich die Gegner am letzten Spieltag versprechen ein wenig Hoffnung für den Angriffstank. Der HSV trifft auf den Vorletzten Eintracht Braunschweig, Darmstadt auf den Zweiten Holstein Kiel.

Dabei hätte ein erneuter Erfolg für den HSV-Stürmer einen neuen Rekord bedeutet. Noch nie ist ein Spieler in der 2. Liga viermal Torschützenkönig geworden. Aktuell teilt sich Terodde diese Ehre mit Emanuel Günther. Der heute 66-Jährige holte die Trophäe dreimal mit für den Karlsruher SC (1977/78, 1979/80 und 1983/84).

Terodde wird in der kommenden Saison für den FC Schalke 04 stürmen und einen erneuten Anlauf unternehmen alleiniger Rekordhalter zu werden. Die Chancen stehen nicht schlecht. Der Revierklub peilt die sofortige Bundesliga-Rückkehr an. Eine Geschichte, die für den Noch-HSV-Stürmer schon zweimal gut ausging.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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