HSV im Aufwind: Emotionale Siege sorgen für die Rückkehr des Selbstvertrauens

Hamburg - Der Hamburger SV ist im Aufwind: Nach dem schlechtesten Saisonstart in der Zweitliga-Geschichte des Klubs haben sich die Rothosen gefangen und zuletzt zwei extrem wichtige Siege eingefahren.

Emotionen pur: Die HSV-Profis (v.l.n.r.) Robert Glatzel (27), David Kinsombi (25) und Bakery Jatta (23) jubeln über das 1:0 im Nordderby gegen Werder Bremen.
Emotionen pur: Die HSV-Profis (v.l.n.r.) Robert Glatzel (27), David Kinsombi (25) und Bakery Jatta (23) jubeln über das 1:0 im Nordderby gegen Werder Bremen.  © Carmen Jaspersen/dpa

Mit nun zwölf Zählern nach sieben Partien sind die Hanseaten in der extrem engen 2. Bundesliga (zwischen Platz eins und Platz zwölf liegen vier Punkte) wieder in Schlagdistanz zur Tabellenspitze (SC Paderborn 07, 14 Punkte).

Danach sah es noch vor eineinhalb Wochen überhaupt nicht aus: Vor dem Heimspiel gegen den SV Sandhausen lag der HSV mit lediglich sechs Punkten aus fünf Partien auf Rang zehn. Viel zu wenig für den Traditionsklub!

Dazu hatte die Mannschaft von Coach Tim Walter (45) das prestigeträchtige Stadtderby gegen den FC St. Pauli mit 2:3 verloren und war selbst in der eigenen Stadt nur noch die Nummer zwei.

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Die "Geduld", die Neu-Trainer Walter immer wieder einforderte, damit sich das Team an das Spielsystem und die neue Philosophie gewöhnen könne, schienen die Fans bereits verloren zu haben.

Das allseits bekannte Problem der herrschenden Unruhe im und um den Verein trat erneut zutage und ließ Zweifel daran aufkommen, dass die Rothosen tatsächlich wieder um den Aufstieg mitspielen könnten.

HSV kann die kommenden Aufgaben mit einem positiven Gefühl angehen

HSV-Coach Tim Walter (45) kann nach einem schwachen Saisonstart und unruhigen Wochen im Volkspark wieder lachen: Sein Team hat sich stabilisiert.
HSV-Coach Tim Walter (45) kann nach einem schwachen Saisonstart und unruhigen Wochen im Volkspark wieder lachen: Sein Team hat sich stabilisiert.  © Carmen Jaspersen/dpa

Als in der 88. Minute gegen Sandhausen auch noch das 1:1 für die Gäste fiel, ließen die Fans im Volksparkstadion ihrem Frust lautstark freien Lauf. Wieder sah es danach aus, als ließe der HSV zwei wichtige Punkte liegen.

Bekanntlich traf Allzweckwaffe und "Mister Unverzichtbar" Moritz Heyer (26) in der sechsten Minute der Nachspielzeit aber noch zum 2:1-Sieg und verhinderte damit das Aufkommen einer Endzeit-Stimmung im Volkspark.

Mit einem emotionalen Erfolgserlebnis im Gepäck reisten die Hanseaten in der vergangenen Woche zum extrem wichtigen Nordderby beim SV Werder Bremen und triumphierten glücklich, aber auch verdient mit 2:0.

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Ein Erfolg, der nicht nur drei Zähler, sondern auch eine Menge Selbstvertrauen für die Walter-Elf mit sich brachte. "Dieser Sieg ist mehr wert als drei Punkte", unterstrich auch Stürmer Robert Glatzel (27) nach Abpfiff.

Nach unruhigen Wochen hat sich der ehemalige Bundesliga-Dino also wieder stabilisiert und kann die kommenden Aufgaben mit einem positiven Gefühl angehen. Die Frage ist nur, ob dieses Gefühl lange Bestand haben wird.

Titelfoto: Carmen Jaspersen/dpa

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