HSV kommt bei Pyro-Spektakel gegen den FCK nicht über Remis hinaus

Hamburg - Ein packendes Topspiel! Nach fünf Siegen in Serie hat der Hamburger SV am Samstagabend gegen den 1. FC Kaiserslautern zwei Punkte liegen lassen. Am Ende trennten sich beide Teams mit 1:1 (1:0).

Der Hamburger SV und der 1. FC Kaiserslautern lieferten sich ein umkämpftes Duell. Hier bringt FCK-Knipser Terrence Boyd (r.) HSV-Stratege Sonny Kittel zu Fall.
Der Hamburger SV und der 1. FC Kaiserslautern lieferten sich ein umkämpftes Duell. Hier bringt FCK-Knipser Terrence Boyd (r.) HSV-Stratege Sonny Kittel zu Fall.  © Marcus Brandt/dpa

Die Tore vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion erzielten Robert Glatzel zum 1:0 für die Hausherren (24. Minute) und Lex-Tyger Lobinger zum 1:1 für die Gäste (82.).

HSV-Coach Tim Walter tauschte nach dem 2:1-Auswärtssieg bei Hannover 96 notgedrungen einmal: Matheo Raab sprang gegen seinen Ex-Klub für den erkrankten Stammkeeper Daniel Heuer Fernandes (Magen-Darm) ein.

Sein Gegenüber, FCK-Trainer Dirk Schuster, nahm im Vergleich zum 1:1 gegen Eintracht Braunschweig zwei Wechsel vor: Andreas Luthe und Robin Bormuth ersetzten Avdo Spahic sowie Jean Zimmer (beide Bank).

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Von Beginn an entwickelte sich vor unglaublicher Kulisse ein intensives Duell, in dem sich beide Mannschaften überhaupt nichts schenkten. Zwingende Torchancen waren zunächst allerdings absolute Mangelware.

Die erste Torannäherung hatten die Rothosen in der 13. Minute, doch Laszlo Benes erwischte die Kugel nach einer Flanke von Moritz Heyer am zweiten Pfosten nur mit der Schulter, sodass Luthe letztlich nicht eingreifen musste.

Deutlich gefährlicher wurde es wenig später auf der anderen Seite: Philipp Klement setzte auf der rechten Seite Marlon Ritter in Szene, der ins Zentrum flankte und Knipser Terrence Boyd fand. Der kam jedoch nicht richtig hinter den Ball und köpfte über den Kasten (19.).

Startformation des Hamburger SV für das Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern

Anfangself des 1. FC Kaiserslautern für das Auswärtsspiel beim Hamburger SV

Robert Glatzel bringt den HSV gegen die Roten Teufel per Abstauber in Führung

HSV-Stürmer Robert Glatzel (3.v.l.) lässt sich nach seinem Führungstreffer gegen den FCK von seinen Teamkollegen feiern.
HSV-Stürmer Robert Glatzel (3.v.l.) lässt sich nach seinem Führungstreffer gegen den FCK von seinen Teamkollegen feiern.  © Marcus Brandt/dpa

Glück für den HSV, der fünf Zeigerumdrehungen später allerdings selbst zuschlug: Nach einer Hereingabe von Sonny Kittel, die halb Schuss, halb Flanke war, ließ Luthe die Kugel nach rechts abklatschen, wo Glatzel goldrichtig stand und das Leder mit etwas Glück über die Linie bugsierte - 1:0 für die Hausherren (24.)!

Anschließend beruhigte sich die Partie wieder ein wenig, zumindest was die Strafraumszenen anging - zwischen den beiden Sechzehnern ging es weiter hoch her. Die Hanseaten waren klar spielbestimmend, während sich die Gäste auf eine kompakte Defensive konzentrierten.

In der Schlussphase der ersten Hälfte wurden die Roten Teufel jedoch ein wenig aktiver und schlugen die ein oder andere gefährliche Flanke in den Hamburger Strafraum - den besten Abschluss hatte Kenny Prince Redondo, der aus spitzem Winkel aber verzog (44.). Kurz darauf war Pause.

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Der zweite Abschnitt hätte beinahe mit einem Paukenschlag begonnen: Heyer rutschte nach der Ballannahme aus, sodass Boyd allein auf Raab zulief, die Kugel jedoch Millimeter am rechten Pfosten vorbeischob - das hätte der Ausgleich sein müssen (47.)!

Anschließend musste die Begegnung für einige Minuten unterbrochen werden, nachdem Gäste-Fans wiederholt Pyrotechnik gezündet hatten. FCK-Trainer Schuster machte sich kurzerhand auf den Weg, um auf die Anhänger einzureden.

Sonny Kittel vergibt Elfmeter, Lex Tyger Lobinger gleicht Sekunden später aus

In der zweiten Halbzeit musste die Partie für einige Minuten unterbrochen werden, nachdem die Kaiserslautern-Fans wiederholt Pyrotechnik gezündet hatten.
In der zweiten Halbzeit musste die Partie für einige Minuten unterbrochen werden, nachdem die Kaiserslautern-Fans wiederholt Pyrotechnik gezündet hatten.  © Marcus Brandt/dpa

Als das Spiel schließlich wieder lief, prüfte Mario Vuskovic Torhüter Luthe bei dichtem Nebel mit einem Freistoß, den der Schlussmann entschärfen konnte (53.). Wenig später fand der durchgebrochene Bakery Jatta keinen Abnehmer für seine Hereingabe (57.).

Sechs Minuten später wurde es wiederum auf der Gegenseite brandgefährlich: Redondo setzte sich im Laufduell gegen Sebastian Schonlau durch, jagte die Kugel dann aber links am Gehäuse vorbei - die nächste dicke Gelegenheit für den FCK (63.).

Aber auch die Hausherren setzten weiter Offensivakzente: Benes prüfte Luthe aus der Distanz (64.), Glatzel scheiterte aus spitzem Winkel (70.) und der eingewechselte Ransford-Yeboah Königsdörffer ebenso (72.). In der 75. Minute kratzte Luthe zudem einen Glatzel-Kopfball von der Linie.

Die Schlussphase brach an und alles war offen - dann wurde es turbulent: Erst scheiterte Kittel nach einem Foul an Ludovit Reis per Elfmeter an Luthe (81.), dann kamen die Gäste tatsächlich zum Ausgleich! Der eingewechselte Lobinger verwertete eine Hereingabe von Redondo aus kurzer Distanz zum 1:1 (82.).

Trotz siebenminütiger (!) Nachspielzeit passierte anschließend nichts mehr, es blieb beim Remis.

Für die Rothosen geht es am kommenden Freitag (18.30 Uhr) mit dem Stadtderby beim FC St. Pauli weiter, die Roten Teufel empfangen am Sonntag (13.30 Uhr) den SSV Jahn Regensburg.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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