HSV nach erneutem Remis ratlos, Trainer Walter sieht dennoch "Schritt nach vorne"

Heidenheim/Hamburg - Statt 4:4 hieß es am Ende 0:0! Nach der chancenreichen Begegnung beim 1. FC Heidenheim schleicht der Hamburger SV weiterhin im Schneckentempo durch die zweite Bundesliga.

HSV-Kapitän Sebastian Schonlau (27, links) spricht mit Jan Gyamerah (26).
HSV-Kapitän Sebastian Schonlau (27, links) spricht mit Jan Gyamerah (26).  © Stefan Puchner/dpa

Durch das torlose Remis haben die Rothosen nach fünf Spieltagen nur sechs Zähler auf dem Konto. Nach dem bitteren Abstieg ist dies die schlechteste Ausbeute!

Wie schon vor der Partie sagte Trainer Tim Walter (45) auch hinterher: "Wir sind mit der bisherigen Punktausbeute nicht zufrieden."

Dennoch zeigte er sich nicht unzufrieden. "Wir müssen die Entwicklung bewerten, und da haben wir heute einen Schritt nach vorne gemacht", erklärte der 45-Jährige.

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Ja, positiv zu vermerken war, dass der HSV zum ersten Mal in dieser Saison zu null spielte. Nicht, weil die Abwehr so überragend gut stand, vielmehr war es Keeper Daniel Heuer Fernandes (28) und dem Unvermögen der Heidenheimer zuzuschreiben. Denn 16 Torschüsse des Gegners sprechen dann eben auch eine Sprache.

Die gleiche Anzahl stand am Ende auch bei den Norddeutschen auf dem Statistik-Zettel und zeigte das große Problem: Es fehlt die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor.

"Wir haben uns viele Chancen erspielt, müssen natürlich das eine Tor machen", wusste auch Moritz Heyer (26), der in Heidenheim auf der rechten Halb-Position im Mittelfeld ran durfte und beste Möglichkeiten ausließ.

HSV-Kapitän Sebastian Schonlau sieht dringenden Verbesserungsbedarf

HSV-Trainer Tim Walter (45) zeigte sich in der Partie unzufrieden, nach Abpfiff sah er dennoch Fortschritte.
HSV-Trainer Tim Walter (45) zeigte sich in der Partie unzufrieden, nach Abpfiff sah er dennoch Fortschritte.  © Stefan Puchner/dpa

In der 38. Minute traf er mit einem Schuss aus rund 18 Metern die Latte, sechs Minuten zuvor hatte er einen Kopfball aus fünf Metern neben das Tor gesetzt. "Ich muss den Kopfball aus kurzer Distanz über die Linie drucken", gab der 26-Jährige zu.

Doch weil Heyer genauso wenig wie seine Mitspieler traf, stand am Ende das torlose Remis auf der Anzeigetafel. Kein Wunder, dass er nach der Partie anerkannte: "Wenn man kein Tor erzielt, kann man keine drei Punkte holen." Wie recht er damit hatte.

Trainer Walter fand dennoch Lob für seine Offensiv-Abteilung. "Im Spiel nach vorn hat mir auch Vieles gut gefallen", erklärte der 45-Jährige. "Wir hatten die nötige Ruhe, waren am Ball gut und haben uns unsere Chancen heraus gespielt."

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Wieder einmal habe die nötige Konsequenz gefehlt. "Wir belohnen uns einfach noch zu wenig."

Daher war auch Kapitän Sebastian Schonlau (27) der klaren Ansicht: "Wir müssen aber weiter an unserem Spiel arbeiten. Wir können und müssen uns noch in allen Bereichen verbessern, natürlich das Tor machen."

In der bevorstehenden Länderspielpause kann der HSV an dem fehlenden Killerinstinkt arbeiten. Vielleicht dann auch mit der ein oder anderen Verstärkung.

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

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