HSV nach Pokal-Krampf selbstkritisch: "Schlechteste Leistung seit langem"

Hamburg - Erste Halbzeit pfui, zweite Halbzeit hui - der Hamburger SV zeigte beim 3:1-Auswärtserfolg in der 1. Runde des DFB-Pokals bei der SpVgg Bayreuth zwei Gesichter.

Trotz einer phasenweise schwachen Leistung gegen die SpVgg Bayreuth konnten sich die Spieler des HSV nach dem Schlusspfiff die Glückwünsche ihrer Fans abholen.
Trotz einer phasenweise schwachen Leistung gegen die SpVgg Bayreuth konnten sich die Spieler des HSV nach dem Schlusspfiff die Glückwünsche ihrer Fans abholen.  © Daniel Löb/dpa

In den ersten 45 Minuten lief bei den Hanseaten nach vorn so gut wie gar nichts zusammen. Mittelstürmer Robert Glatzel (28) hing komplett in der Luft, auch die übrigen Offensivakteure konnten kaum Akzente setzen.

"Wir können mit dem Auftritt in der ersten Hälfte nicht zufrieden sein, auch wenn wir danach deutlich besser waren", urteilte Keeper Daniel Heuer Fernandes (29) dementsprechend auch nach Spielende.

Defensiv hatten die Rothosen zudem in ein, zwei Situationen sogar Glück, dass es nach dem Tor von Luke Hemmerich (24) nicht noch einen weiteren Gegentreffer gab. "Wir hatten zu Beginn unsere Probleme, haben nicht gut verteidigt", resümierte Sebastian Schonlau (27).

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Erst nach dem Seitenwechsel wurden die Hansestädter stärker, druckvoller und zwingender. Während auf der Bayreuther Seite die Kräfte langsam schwanden, erspielte sich die Mannschaft von Coach Tim Walter (46) immer mehr Chancen.

Dennoch dauerte es bis zur 83. Minute, bis der HSV zum verdienten Ausgleich kam. Der nach seiner Einwechslung auffällige Ransford-Yeboah Königsdörffer (20) erzielte seinen ersten Pflichtspiel-Treffer für den Rautenklub.

HSV offenbart große Defizite in Offensive wie Defensive

HSV-Coach Tim Walter (46) war trotz des Weiterkommens nicht zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Der 46-Jährige übte deutliche Kritik.
HSV-Coach Tim Walter (46) war trotz des Weiterkommens nicht zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Der 46-Jährige übte deutliche Kritik.  © Daniel Löb/dpa

Es ging in die Verlängerung, in der nur noch die Gäste spielten, während die SpVgg am Ende ihrer Kräfte war. Folgerichtig drehte die Walter-Elf die Partie durch Tore von Schonlau und erneut Königsdörffer.

"Wir müssen auf der Leistung nach der ersten Halbzeit aufbauen. Am Ende zählt in erster Linie, dass wir das Ding heute gezogen haben", brachte es Kapitän Schonlau letztlich auf den Punkt.

Nichtsdestotrotz dürfte es vielen HSV-Fans Sorge bereiten, dass die Hanseaten - wie schon in den beiden bisherigen Liga-Spielen - phasenweise ziemlich große Defizite in Offensive wie Defensive offenbarten.

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Trainer Walter fand vor diesem Hintergrund klare Worte: "Das war ein richtig schweres Pokalspiel gegen einen Gegner, der es sehr gut gemacht hat. Allerdings haben wir in der ersten Halbzeit auch die schlechteste Leistung seit langem gezeigt."

Unterm Strich stand trotz dieser Leistung aber eben der Einzug in die nächste Runde - und Heuer Fernandes verdeutlichte abschließend: "Das Weiterkommen ist das Wichtigste." Wahre Worte!

Titelfoto: Daniel Löb/dpa

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