HSV-Präsident Marcell Jansen über finanzielle Lage: "Es ist fünf nach zwölf"

Hamburg - HSV-Präsident und Aufsichtsratschef Marcell Jansen (36) hat Ex-Finanzvorstand Frank Wettstein (48) eine Mitschuld an der prekären finanziellen Lage des Vereins gegeben.

HSV-Präsident und Aufsichtsratschef Marcell Jansen (36) hat über die schwierige finanzielle Lage des Vereins gesprochen. (Archivfoto)
HSV-Präsident und Aufsichtsratschef Marcell Jansen (36) hat über die schwierige finanzielle Lage des Vereins gesprochen. (Archivfoto)  © Daniel Reinhardt/dpa

"Zur Wahrheit gehört auch, dass der HSV in den vergangenen zehn bis zwölf Jahren als Klub nicht die solide Basis erwirtschaftet hat, um nun eine bessere Position für diese schwierigen Zeiten zu haben", sagte Jansen dem Hamburger Abendblatt.

Die wirtschaftliche Stabilität sei dem Zweitligisten "bereits vor Corona abhandengekommen. Wir haben uns von Millionenminus zu Millionenminus gehangelt", so Jansen.

Der 36-Jährige sagte aber auch: "Ich würde niemals jemandem die Alleinverantwortung geben. Im Gegenteil. Frank Wettstein hat viele wichtige Entscheidungen für unseren Klub gefällt."

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Wettstein hatte im vergangenen Jahr angekündigt, seinen zum 31. Mai auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Der Verein hatte diesen gegen Zahlung einer Abfindung überraschend schon zu Jahresbeginn aufgelöst.

Wettsteins Stelle als Finanzvorstand hat HSV-Anteilseigner Thomas Wüstefeld (53, 5,11 Prozent) übernommen. In ihm übernehme "erstmals bei uns ein eigener Gesellschafter Verantwortung und geht auch mit in die Haftung", sagte Jansen und nannte das "ein starkes Zeichen".

Zuschauerausschluss verstärkt die finanzielle Schieflage des HSV

Zudem mache er das unentgeltlich. "Das zeigt sehr deutlich, wie Thomas Wüstefeld tickt", sagte der frühere Nationalspieler.

Den wegen der Corona-Pandemie beschlossene Zuschauerausschluss, der vom Hamburger Senat nun auf die Zulassung von 2000 Fans abgeändert wurde, verstärkt die finanzielle Schieflage des HSV.

"Die Situation muss man sehr ernst nehmen, weil Ticketingerlöse immer auch ein beachtlicher Teil auf der Einnahmenseite waren und sind", so Jansen. "Es ist nicht fünf vor zwölf Uhr. Es ist fünf nach zwölf Uhr. Ohne Zuschauer bricht allen Klubs irgendwann die Existenzgrundlage weg."

Titelfoto: Daniel Reinhardt/dpa

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